Bundestagswahl

Olaf Scholz: Lebenslauf, Frau, Gehalt – Fakten zum Politiker

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Dreikampf ums Kanzleramt

Dreikampf ums Kanzleramt

Knapp einen Monat von der Bundestagswahl befindet sich der Wahlkampf in der heißen Phase. Die drei Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grünen) gehen mit unterschiedlichen Voraussetzungen ins Rennen.

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Berlin  Der SPD-Kanzlerkandidat hat mittlerweile echte Chancen darauf, Merkels Nachfolger zu werden. Das muss man zu Olaf Scholz wissen.

Olaf Scholz hat der SPD im Wahlkampf zu einem überraschenden Comeback verholfen. Der Bundesfinanzminister und Vizekanzler ist in der Bevölkerung deutlich beliebter als Armin Laschet und Annalena Baerbock. Damit hat er derzeit echte Chancen, Angela Merkels Nachfolge im Kanzleramt anzutreten.

Doch wer ist der SPD-Politiker? Woher kommt er, was hat ihn geprägt? Wichtige Hintergrundinfos und Fakten zu Olaf Scholz haben wir in diesem Überblick zusammengefasst.

Woher kommt Olaf Scholz und wie alt ist der SPD-Kanzlerkandidat?

Scholz wurde am 14. Juni 1958 in Osnabrück geboren. Aufgewachsen ist der heutige SPD-Kanzlerkandidat dann aber in der Stadt, in der er später Oberbürgermeister werden sollte: Gemeinsam mit seinen zwei jüngeren Brüdern zog die Familie nach Hamburg-Rahlstedt, hier verbrachte Scholz seine Jugend.

Olaf Scholz: Welche Ausbildung hat der SPD-Politiker?

Scholz machte 1977 sein Abitur am Gymnasium Heegen im Hamburger Ortsteil Rahlstedt-Ost. Danach begann er 1978 an der Universität Hamburg ein Studium der Rechtswissenschaft. Dieses schloss er 1984 ab. Er absolvierte seinen Zivildienst nach dem Studium und wurde 1985 als Rechtsanwalt zugelassen.

Scholz war bis zu seinem Einzug in den Bundestag Partner der Anwaltskanzlei Zimmermann, Scholz und Partner in Hamburg und von 1990 bis 1998 auch Syndikus beim Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften.

Wie begann Scholz‘ politische Karriere?

Scholz ist schon sehr lange Sozialdemokrat. Noch vor dem Schulabschluss trat er 1975 den Jusos, der Jugendorganisation der SPD, bei. Scholz stieg in der Parteiorganisation auf, wurde sieben Jahre später ihr Bundesvorsitzender. Danach machte er in der SPD Karriere.

Scholz war jeweils von 1998 bis 2001 und von 2002 bis zum 10. März 2011 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2001 bis 2019 gehörte er in verschiedenen Funktionen dem SPD-Parteivorstand an, 2002 wurde er Generalsekretär der Partei – nachdem er 2001 als Innensenator in Hamburg die Wahl verloren hatte. 2004 musste er allerdings wegen der Agenda-Reformen nach nur 18 Monaten zurücktreten.

Trotzdem kämpfte sich Scholz in die vordersten Reihen der SPD zurück: 2007 wurde er Bundesarbeitsminister, 2011 Hamburger Bürgermeister. Die Hansestadt regierte er für zwei Legislaturperioden, bis er 2018 Vizekanzler und unter Angela Merkel Bundesfinanzminister wurde. Als Scholz Ende 2019 nicht SPD-Vorsitzender wurde, glaubten viele, das sei sein Aus in der Bundespolitik. Doch wenige Monate später wurde er zum Kanzlerkandidat seiner Partei gekürt.

Welches Amt hat Olaf Scholz derzeit inne?

Olaf Scholz wechselte 2018 von Hamburg nach Berlin: Seither ist er Bundesminister der Finanzen und gleichzeitig der offizielle Stellvertreter der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Auf seinen Titel als Vizekanzler legt er viel Wert – und verteidigt deshalb auch die der SPD eigentlich verhasste Große Koalition im Wahlkampf vehementer als gedacht.

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Wofür setzt sich der SPD-Kanzlerkandidat ein?

Olaf Scholz gehört dem politisch eher konservativen Flügel der SPD an – dass die eher linken Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans ihn als Kanzlerkandidaten vorschlugen galt daher als Überraschung. Lesen Sie auch das Interview: Scholz kritisiert Klimapolitik der Union - "Muss Chefsache sein"

In den vielen Jahren, die Scholz in Hamburg oder im Bund regiert hat, hat er sich für unterschiedliche politische Themen stark gemacht:

  • Er setzt sich schon lange für die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro ein, so auch im Wahlkampf 2021
  • In diesem Jahr stellte er sich ebenfalls gegen Vorschläge des CDU-geführten Wirtschaftsministeriums, das Rentenalter auf 68 Jahre anzuheben
  • Scholz will zudem, dass das Rentenniveau mit Hilfe von Streuzuschüssen sehr viel länger bei 48 Prozent stabilisiert wird
  • Scholz setzt sich seit einigen Jahren für eine Finanztransaktionssteuer ein
  • Die Einführung einer globalen Mindeststeuer, auf die sich die G21 in diesem Jahr einigten, geht weitgehend auf Scholz‘ Einsatz zurück
  • Scholz verhandelte im September 2019 in maßgeblicher Rolle für die SPD das Klimapaket
  • Der SPD-Politiker hat in der Vergangenheit aber nicht nur Glanzleistungen erbracht: Fünf Erfolge und Misserfolge des SPD-Kanzlerkandidaten

Gehalt: Was verdient Olaf Scholz?

In seiner aktuellen Position als Bundesminister der Finanzen verdient Scholz aktuell 226.512 Euro brutto pro Jahr. Auch Scholz selbst gab in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ an, dass sein Gehalt bei rund 200.000 Euro brutto pro Jahr läge. „Mit meinem Gehalt ist man in Deutschland reich“, hatte er damals gesagt. Er verknüpfte dies gleich mit einer politischen Ansage: Er finde es richtig, wenn jemand mit so einem hohen Einkommen wie er selbst mehr Steuern zahle.

„Ich bin dafür, dass wir unser Steuersystem etwas besser austarieren, indem Leute, die in meiner Einkommenskategorie oder da drüber liegen, etwas mehr zahlen, gar nicht so viel“, sagte er in dem Gespräch Ende Juni. Der Spitzensteuersatz, der heute relativ früh greife, solle zwar erst später greifen. Auf der anderen Seite fordert Scholz, dass er aber um drei Prozentpunkte für diejenigen steigt, die ein sehr hohes Einkommen haben.

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Privatleben: Mit wem ist Olaf Scholz verheiratet?

Olaf Scholz ist seit 1998 mit der Politikerin Britta Ernst verheiratet. Der SPD-Kandidat zeigt sich stets, verwundert, wenn man ihn fragt, ob seine Frau Britta Ernst (60) im Falle eines Wahlsieges weiterarbeiten wird. Die gebürtige Hamburgerin ist seit 2017 SPD-Bildungsministerin in Brandenburg, vorher hatte sie den Posten in Schleswig-Holstein. Seine Frau sei eine großartige Politikerin - deshalb empöre ihn auch die Frage, ob sie weiterarbeiten würde, wenn er Kanzler würde, sagt Scholz in der Gesprächsreihe „Brigitte live“.

Wenn er über sie spricht, wird der Vizekanzler und Finanzminister gefühlig: „Ich glaube, dass ich ein ganz anderer Mensch wäre, wenn ich nicht mit Britta Ernst verheiratet wäre.“ Seine Frau sei es auch gewesen, die ihn irgendwann sanft zum Abnehmen und damit zum Joggen gedrängt habe. Auf seiner Homepage schreibt er, seine Frau bedeute für ihn „alles“. Im „Spiegel“ sagt er: „Das Wichtigste im Leben ist die Liebe.“ Kinder haben die beiden nicht. Sie ist Frühaufsteherin, er schläft lang, wenn es geht. Beide fahren gerne Rad.

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