Austritt aus Die Partei: Darum bricht Semsrott mit Sonneborn

Berlin/Brüssel  EU-Parlamentarier Nico Semsrott tritt aus „Die Partei“ aus. Das sei eine Reaktion auf das Verhalten von Martin Sonneborn, schreibt er.

Satirepartei "Die Partei" zieht in den Bundestag ein

Der Bundestagsabgeordnete und frühere SPD-Politiker Marco Bülow ist in "Die Partei" eingetreten. Satiriker und Parteichef Martin Sonneborn überreichte Bülow in Berlin einen überdimensionierten Mitgliedsausweis. Damit ist "Die Partei" nun erstmals im Bundestag vertreten.

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  • Politiker und Satiriker Nico Semsrott tritt aus „Die Partei“ aus
  • Grund für seinen Austritt ist der Umgang mit Rassismusvorwürfen des Vorsitzenden Martin Sonneborn
  • Wie Semsrott jetzt weitermachen will

Der Politiker und Satiriker Nico Semsrott tritt aus „Die Partei“ aus. Das kündigte der Europaabgeordnete am Mittwoch über seine eigene Webseite an. Der Schritt ist eine Reaktion auf den Umgang des „Die Partei“-Vorsitzenden Martin Sonneborn mit Rassismusvorwürfen. Sonneborn hatte zuletzt ein vermeintlich lustiges Bild auf seinen Social-Media-Kanälen geteilt, das viele Nutzer als rassistisch empfanden.

In seiner Erklärung zum Parteiaustritt schreibt Semsrott, Sonneborn hätte auch in der aktuellen Situation „Kritik keinen Raum“ gegeben und habe den gesellschaftlichen Kontext seines Postings ausgeblendet.

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Semsrott über Sonneborn: „Aus der Zeit gefallen

Zudem nutze der ehemalige „Titanic“-Chefredakteur seine Machtposition aus, sobald Betroffene sich gegen Beleidigungen wehren würden. Vielmehr stilisiere er sich selbst zum Opfer und kommuniziere „dass andere nur zu doof seien, seine Kunst zu verstehen“. Dieses Verhalten sei „aus der Zeit gefallen“, so Semsrott weiter.

Sonneborns Umgang mit Kritik an seinen Aktionen nannte der aus Hamburg stammende Europaabgeordnete „falsch und inakzeptabel“. Und es sei nicht das erste Mal, dass Semsrott sich am Verhalten seines Parteikollegen störe: „Das ging mir in der Vergangenheit schon in anderen Fällen so. Daraus ziehe ich jetzt meine Konsequenzen.“

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Nico Semsrott will noch bis Ende der Legislatur im EU-Parlament bleiben

Es ist tatsächlich nicht das erste Mal, dass Martin Sonneborn Rassismusvorwürfe gemacht werden. 2011 hatte er sich im Blackface in Anlehnung an den damaligen US-Präsidenten Barack Obama auf einem Wahlplakat abbilden lassen. Im Twitter-Post, auf den Semsrott nun reagiert, zeigte sich Sonneborn in einem T-Shirt, auf das eine Aussage in klischeehaft „asiatischem Akzent“ gedruckt war.

Weil „Die Partei“ in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem das Projekt von Martin Sonneborn sei, wolle er nicht mehr sein Gesicht dafür hergeben, erklärte Semsrott. Sein Mandat im Europaparlament will er aber bis zum Ende der Legislaturperiode weiter ausüben.

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(bml)

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