Wahler Stromleitung – Landwirte lehnen Tennet-Angebot ab

Vechelde  Der Anwalt der drei Verbände spricht von Ergänzungswünschen.

Vom Umspannwerk Wahle soll die neue Höchststromleitung nach Mecklar in Hessen führen.

Vom Umspannwerk Wahle soll die neue Höchststromleitung nach Mecklar in Hessen führen.

Foto: Archiv

. Die Stromleitung von Wahle nach Mecklar -- sie bleibt ein (emotionales) Gesprächsthema. Auf die Kritik der Feldmarkinteressentschaften Bettmar, Wahle und Klein Lafferde, es fehlten nach wie vor vertragliche Vereinbarungen mit dem Netzbetreiber Tennet, reagiert der Konzern: „Uns ist es wichtig, richtig zu stellen, dass die entsprechenden Verträge bereits seit dem vergangenen Jahr im Juli vorliegen, schließlich handeln wir im gesetzlichen Auftrag und müssen unseren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen“, erklärt Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht.

In den Feldmarkinteressentschaften organisieren sich Eigentümer (zumeist Landwirte), deren Grundstücke (zumeist landwirtschaftliche genutzte Flächen) und Wirtschaftswege/Feldwege sich in der Feldmark befinden. Die drei besagten Feldmarkinteressentschaften konnten nach eigener Aussage bislang mit Tennet noch keine Verträge zur Nutzung/Wiederherstellung der Grundstücke/Wege abschließen – dies sei aber nötig, damit Tennet die Strommasten aufbauen und unterhalten könne (wir berichteten).

Bei der Peiner Rechtsanwaltskanzlei, die diese drei Interessentschaften vertritt, lägen die Verträge, die die Wiederherstellung der Wege regeln solle, aber seit Juli vor, betont Lieberknecht. Jens Haarstrich von der Rechtsanwaltskanzlei wiederum bezeichnet diese Papiere nur als Vertragsentwurf und ist verwundert, dass „Tennet auf einen Entwurf Bezug nimmt, obgleich der Konzern weiß, dass die von uns vertretenen Feldmarkinteressentenschaften Vertragsergänzungen durchsetzen wollen“. So gehe es diesen drei Verbänden um eine „gerechte Entschädigungslösung im Rahmen des üblichen Solidarsystems der Realverbände“. Nach dem bisherigen System der Entschädigung würde Tennet laut Haarstrich einen geringen Einmalbetrag an die Feldmarkinteressentenschaften leisten. „Während der gesamten Nutzungszeit der Wege durch Tennet – also über viele Jahrzehnte – müssten dann die Verbandsmitglieder die Wegeunterhaltung finanzieren und gewährleisten, ohne dass Tennet Teil dieses Solidarsystems ist: Das ist nach unserer Auffassung nicht angemessen“, urteilt der Anwalt.

Zudem geht es den Interessentschaften nach eigenen Worten um die Beweislast: „Geht es nach Tennet, müssten wir beweisen, welche Schäden uns durch den Mastbau entstanden sind – das geht so nicht, wir wollen die Beweislastumkehr.“

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