Keine Jubelrudel in Fußball-Kneipen im Kreis Peine

Peine.  Zum Bundesligastart, mit TV-Übertragungen, dürfen nur Gastrobetriebe mit dem Schwerpunkt Verzehr unter Einhaltung der Corona-Auflagen öffnen.

Das wird es dieser Tage erstmal nicht in den Kneipen geben, die sonst gerne Publikum mit Fußball-Übertragungen anlocken: Gemeinsames Zittern, Schwitzen oder Jubeln auf engstem Raum. Reine Kneipen und Vereinsheime bleiben weiterhin geschlossen (das Foto zeigt eine Szene in einer Kneipe in Dortmund 2015).

Das wird es dieser Tage erstmal nicht in den Kneipen geben, die sonst gerne Publikum mit Fußball-Übertragungen anlocken: Gemeinsames Zittern, Schwitzen oder Jubeln auf engstem Raum. Reine Kneipen und Vereinsheime bleiben weiterhin geschlossen (das Foto zeigt eine Szene in einer Kneipe in Dortmund 2015).

Foto: Ina Fassbender / picture alliance / dpa

Fußball ist auch mal „kein Thema“ – zumindest bei der Polizei Peine, wenn man sie fragt, ob sie wegen des im TV übertragenden Starts der Fußball-Bundesliga die Einsatzbereitschaft erhöht. Liegen sich allerdings „wildfremde Menschen jubelnd in den Armen“ in reinen Kneipen, die im Kreis Peine Fußball zeigen, muss die Polizei einschreiten, denn das verbieten weiterhin die strengen Auflagen wegen des Corona-Virus.

Schwerpunkt Verzehr entscheidend

Die Rückkehr der „schönsten Nebensache der Welt“ sorgen bei der Polizei und auch bei der Stadt Peine nicht für zusätzliche Aufregung an diesem Wochenende. Die Kontrollen der Einhaltung der schon seit Wochen bestehenden Corona-Auflagen führten bei der Polizei ohnehin zu mehr Einsätzen, heißt es vom Polizeikommissariat in Peine auf Nachfrage unserer Zeitung. Und Stadtsprecherin Petra Neumann verweist auf die geltenden Bestimmungen: Kneipen mit reiner Schankwirtschaft und Vereinsheime dürften nicht öffnen; für Gastrobetriebe mit dem Schwerpunkt Verzehr gälten die bekannten Auflagen (Hygiene, Mund-Nase-Schutz, Abstände).

Wer also in einem Restaurant essen geht, darf nebenbei Fußball gucken, wenn der Betreiber es anbietet. Aber sich beispielsweise nur mit einer Apfelschorle an einen Tisch zu setzen, um die Übertragungen im Fernsehen zu verfolgen, ist auch in Restaurants verboten. Gruppenbildungen, gemeinsames Jubeln und „Abklatschen“ sowieso. Und auch der Salzstreuer darf nicht an einen Nachbartisch weitergereicht werden.

Anordnungen führen in der Praxis zu Unsicherheiten

Die Polizei Peine betont im Gespräch mit unserer Zeitung, dass sie dieser Tage nicht nur zu Kontrollen unterwegs ist. Es gebe auch viel Beratungsbedarf, da die theoretischen Vorgaben wegen des Corona-Virus oft in der Praxis zu Unsicherheiten führten. „Wir arbeiten da gut mit der Stadt zusammen“, heißt es seitens der Polizei Peine. Und: Die meisten Gastrobetreiber seien sehr vernünftig und einsichtig, selbst auf einen coronagerechten Betrieb bedacht. Schließlich drohen bei Verstößen sehr hohe Strafen, die einigen Betrieben wohl endgültig den Rest geben würden nach Wochen der Schließungen und Einnahmeverlusten.

Polizei kündigt Durchgreifen an

„Wenn alle die Abstände und die weiteren Regeln einhalten, sehen wir keine Probleme“, sagt die Polizei. Gäbe es allerdings einen Betrieb, der nur zum gemeinsamen Fußballgucken offen einlädt und viele Gäste gleichzeitig anlocken will, werde die Polizei definitiv eingreifen.

Doch es gibt auch Vereinsheime, an die ein öffentliches Restaurant angegliedert ist. Das ist zum Beispiel bei Armina Vechelde der Fall. Gianluca Rosito betreibt dort das Sportheim und bietet Speisen und Getränke an. Alle Bürger, nicht nur Vereinsmitglieder, sind stets willkommen. Doch für den Chef stellt sich die Frage nicht, ob er an diesem Wochenende wegen des Starts der Fußball-Bundesliga öffnet. Erst Montag rechne er mit einer Rückmeldung vom Landkreis zu seiner geplanten Wiedereröffnung. Dann müsse er seine Räume noch vorbereiten. „Vielleicht dann am kommenden Wochenende“, sagt Gianluca Rosito zur Öffnung, mit möglicher Fußball-Übertragung.

Sky zu teuer für einige Gastrobetriebe

Für die 1. und 2. Liga bietet das der Bezahlsender Sky an. Gastrobetriebe und Kneipen, die ihren Gästen Fußballübertragungen in ihren Räumen anbieten wollen, müssen dafür pro Monat einiges bezahlen an Sky. Das lohnt sich oft nicht mehr – besonders wenn das hiesige Zugpferd Eintracht Braunschweig nur in der 3. Liga spielt. Dafür braucht es wieder andere, zu bezahlende TV-Übertragungswege. Zudem wurde der Neustart in der 3. Liga für die Eintracht gerade erneut verschoben.

Vereinsheim vom TSV Wendezelle bleibt dicht

„Das Vereinsheim ist geschlossen, wie auch die Duschen und die Kabinen – und der Fußballbetrieb ruht weiterhin“, fasst Dennis Lehrmann, Vorsitzender des TSV Wendezelle, die Situation seines Vereins zusammen. Wenn es wieder möglich sei, werde auch wieder gemeinsam Fußball geguckt. „Aber nur die 3. Liga“, erklärt der Vorsitzende. Sich über den Fernsehsender Sky die 1. und die 2. Bundesliga anzusehen, sei dem Verein zu teuer. „Das kostet rund 3000 Euro im Jahr.“

Coronavirus in Niedersachsen- Alle Fakten auf einen Blick

Coronavirus in der Region – hier finden Sie alle Informationen

Corona in Peine- Alle Fakten auf einen Blick

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder