Um die Kunden in Peine kümmern, bevor es andere tun

Peine.  Die Peiner Kaufmannsgilde startet mit der traditionellen „Morgensprache“ im Stederdorfer Hotel Schönau ins neue Jahr.

Pinkfarbenes Schlabbershirt, Kappe, Turnschuhe  - Referent Dirk Groenen gewährt der Gesellschaft der altehrwürdigen Kaufmannsgilde zu Peine von 1652 Einblicke in die digitale Welt der Startup-Unternehmen des 21. Jahrhunderts. 

Pinkfarbenes Schlabbershirt, Kappe, Turnschuhe  - Referent Dirk Groenen gewährt der Gesellschaft der altehrwürdigen Kaufmannsgilde zu Peine von 1652 Einblicke in die digitale Welt der Startup-Unternehmen des 21. Jahrhunderts. 

Foto: Thomas Stechert

Zwei Welten prallten beim traditionellen Jahresauftakt „Morgensprache“ der Peiner Kaufmannschaft aufeinander: An den festlich gedeckten Tischen im Hotel-Restaurant Schönau in Peine-Stederdorf war die Gesellschaft der altehrwürdigen Kaufmannsgilde zu Peine von 1652 in Anzug und Kleid versammelt, am Mikrofon entfesselte Referent Dirk Groenen hemdsärmelig-bunt eine rasante Reise durch die digitalisierte Welt der Neuzeit, in der kleine Startup-Unternehmen große Geschäfte machen.

Groenen (38), gelernter Banker, ist heute Geschäftsführer der „Orangerie“ in Hildesheim, einer Plattform für digitale Geschäftsmodelle. Seine beschwörende Botschaft: „Veraltete Strukturen passen nicht mehr in die heutige Gesellschaft in einer digitalen Welt.“ Jeder Unternehmer müsse sich intensiv mit seinen Kunden und dessen Bedürfnissen beschäftigen und ihnen innovative Lösungen anbieten. Wer dann ein gutes Produkt im Angebot habe, der könne sich der Treue seiner Kunden sicher sein. Der Referent warnte eindringlich: „Sie müssen sich mit ihren Kunden beschäftigen, bevor es andere tun.“

Der „durchgeknallte Typ“ (Groenen über Groenen) vermochte seine Zuhörerschaft jedoch nicht widerspruchslos mitzureißen. Gerade der stationäre Einzelhandel insbesondere in Mittelstädten wie Peine werde durch die Digitalisierung bedroht. Viele Kunden informierten sich beim Berater im Geschäft, kauften dann die Ware aber im Internet. Die bitteren Folgen: Die Großen fressen die Kleinen, Läden schließen, Innenstädte veröden. Groenen hingegen meinte. es gebe nicht nur Schwarz und Weiß. Und seiner Erkenntnis nach würden sich viele Konsumenten wohl online, also im Internet informieren, aber offline, also im örtlichen Geschäft einkaufen.

Gildevorstand Stefan Honrath freute sich über die lebhafte Diskussion. Im Prinzip sei es heute genauso wie schon für 100 Jahren: Innovation, neue Produkte und neue Verfahren seien das, was die Wirtschaft voranbringe.

In Vertretung für Gildemeister Carsten Senge, der sich aus privaten Gründen eine Auszeit nimmt, führte Stellvertreter Ole Siegel durch den Abend. Nach alter Tradition begrüßte er die Neumitglieder mit einem Schluck aus dem Gildebecher. Einziges echtes Neumitglied war diesen Abend die Geschäftsfrau Nicole Stolz (Imbiss „Iss wass“). Darüber hinaus wurden Angehörige der früheren City-Gemeinschaft aufgenommen; diese Vereinigung ist bei der Fusion in der Kaufmannsgilde aufgegangen.

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