Pandemie

Lauterbach hat Corona: So geht es dem Gesundheitsminister

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Forscher entdecken Antikörper gegen alle Corona-Mutationen

Forscher entdecken Antikörper gegen alle Corona-Mutationen

Eine US-amerikanisches Forscherteam hat möglicherweise einen „universal Antikörper“ entdeckt. Dieser soll gegen alle Mutationen wirksam sein.

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Berlin  Trotz vierfacher Impfung hat sich Karl Lauterbach mit dem Coronavirus infiziert. Der Bundesgesundheitsminister mahnt zur Vorsicht.

Die Mail seines Sprechers kam exakt um Mitternacht: Karl Lauterbach hat sich mit Corona infiziert. Der Mann, der immer extrem vorsichtig war, vierfach geimpft, dauerhaft maskiert, stets besorgt. Der nimmermüde Mahner und Warner hat sich das Virus eingefangen.

Im trockenen Behördendeutsch informiert das Gesundheitsministerium das Land zu nachtschlafender Zeit über den prominenten Infektionsfall: Lauterbach sei am Abend positiv auf das Coronavirus getestet worden, dem Minister gehe es gut, er habe nur leichte Symptome. Die Amtsgeschäfte nehme er nun aus der häuslichen Isolation wahr. Wo er sich angesteckt hat? Unklar, wie so oft.

An mangelnder Vorsicht jedoch dürfte es nicht gelegen haben: Der Mann, der seit Pandemie-Beginn immer der Spielmacher im Team Vorsicht war, hat für seinen Arbeitsplatz strenge Regeln aufgestellt: Während in anderen Ministerien längst keine Maskenpflicht mehr herrscht, gibt es bei Lauterbach eine klare Ansage dazu. Masken tragen, jeden Tag testen. Bei Sitzungen gilt: Wer redet, nimmt die Maske ab, alle anderen tragen sie durchgehend.

Corona: Lauterbach auf USA-Reise infiziert?

Beim Interview mit dieser Redaktion, das Lauterbach noch am Montagabend führt, läuft es genauso: Der Minister setzt die Maske ab, sein Sprecher und die beiden Journalisten tragen sie durchgängig. Auch seine Teenager-Tochter, die gerade Schulferien hat, sitzt mit Maske am Tisch. Ob es beim Shopping passiert ist, als Vater und Tochter die knappe gemeinsame Zeit miteinander verbrachten? Oder ob die Infektion ein Mitbringsel von seiner jüngst USA-Reise ist? Offen.

Am Mittwoch, als Lauterbach zusammen mit FDP-Minister Marco Buschmann, der selbst gerade Corona hatte, die Eckpunkte für das neue Infektionsschutzgesetz vorstellte, klang der 59-Jährige bereits heiser, die Tests aber waren noch negativ. Dass es keine Sommererkältung war, wusste Lauterbach erst am Donnerstagabend.

Lauterbach wäre jedoch nicht Lauterbach, wenn auf die Nachricht, dass er sich infiziert hat, nicht gleich auch noch eine Botschaft ans Pandemie-Volk folgen würde: Sein Fall zeige, dass bei der hochansteckenden Omikron-Variante eine Infektion selbst bei äußerster Vorsicht nicht vollständig auszuschließen sei, ließ er am Freitagmorgen über seinen Sprecher verbreiten. Er appelliere daher erneut an alle, „sich umsichtig zu verhalten und auf einen ausreichenden Impfschutz zu achten, damit Infektionen und schwere Verläufe soweit wie möglich verhindert werden können“.

Lauterbach positiv: Genesungswünsche und Spott auf Twitter

Lauterbachs Infektion schlug umgehend hohe Wellen im Netz: Die einen wünschten „Gute Besserung!“ und einen milden Verlauf, die anderen freuten sich demonstrativ: „Besser wird’s heut nicht mehr.“ Spott und Häme gab es in verschiedene Richtungen. „Als hätte es noch einer Bestätigung von ganz oben gebraucht: Das Konzept ‚Eigenverantwortung‘ ist gescheitert“, schrieb ein User mit Blick auf die FDP.

Ein anderer spielte auf die Regierungspläne an, künftig Zugangserleichterungen für frisch Geimpfte zu schaffen: „4x geimpft und trotzdem Corona. Und die Bürger sollen sich jetzt alle paar Monate ‚boostern‘ lassen.“ Später meldete sich der Gesundheitsminister dann auch auf Twitter zu Wort.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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