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Trotz Omikron-Welle: Diese Länder in Europa lockern Auflagen

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WHO: Ende der Corona-Pandemie in Europa nach Omikron-Welle "plausibel"

WHO- Ende der Corona-Pandemie in Europa nach Omikron-Welle plausibel

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schließt ein Ende der Corona-Pandemie in Europa nach der derzeitigen Omikron-Welle nicht aus. "Es ist plausibel, dass die Region sich auf eine Endphase der Pandemie zu bewegt", sagte der Europa-Chef der WHO, Hans Kluge, der Nachrichtenagentuer AFP.

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Keine Masken mehr, dafür wieder offene Diskotheken: Auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle beginnt in Teilen Europas die große Freiheit.

Die Corona-Infektionen erreichen europaweit Rekordniveau. Trotzdem lockern jetzt immer mehr Länder in Europa ihre Corona-Vorschriften – oder streichen sie wie Dänemark oder England sogar komplett. Neue Freiheit dank der Omikron-Variante: Ist Corona anderswo schon im Griff? Warum auch Länder wie Frankreich ihre Corona-Politik lockern. Ein Überblick.

Dänemark

Die dänische Regierung hatte schon vor zwei Wochen die Wiedereröffnung von Kinos und Musiklokalen erlaubt, ab 1. Februar sollen nun die restlichen Corona-Auflagen abgeschafft werden. Die Maskenpflicht ist dann aufgehoben, es müssen auch keine Impfnachweise mehr vorgezeigt werden. Nachtclubs und Diskotheken dürfen wieder zum Normalbetrieb übergehen, Großveranstaltungen sind unbeschränkt erlaubt, in Geschäften gibt es keine Auflagen für die Kundenzahl mehr. „Wir haben die kritische Phase hinter uns“, sagt Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.

Expertenrat: Viel weniger Intensivpatienten

Dabei liegt die Zahl der Neuinfektionen auch in Dänemark auf Rekordniveau. Doch der Anstieg der Infektionen habe sich von der Entwicklung der coronabedingten Krankenhausweisungen entkoppelt, erklärt der Expertenrat der Regierung. „Die Zahl der Covid-Patienten auf der Intensivstation hat sich seit Anfang Januar fast halbiert“, so das Berater-Gremium. Allerdings ist die Impfquote in Dänemark mit 80 Prozent der Bevölkerung – und rund 50 Prozent bei den Booster-Impfungen – höher als in Deutschland, der Impferfolg gilt der Regierung als entscheidende Waffe gegen Corona.

England

Im größten Landesteil Großbritanniens waren die Regeln seit Beginn der Omikron-Welle ohnehin schon gelockert, jetzt fallen die letzten Auflagen: Seit Donnerstag, 27. Januar, ist die Maskenpflicht in Innenräumen abgeschafft, nur in einigen Geschäften wird sie auf deren Initiative noch von den Kunden verlangt – ebenso wie in den Bussen und Bahnen der Hauptstadt London.

Auch die Vorschrift, dass wenigstens bei Großveranstaltungen und in Clubs der Nachweis einer Impfung oder eines Tests verlangt wird, ist hinfällig. Und die Empfehlung für Berufstätige, wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten, ist auch gestrichen. Die britischen Landesteile Schottland und Wales sind allerdings vorsichtiger bei der Lockerung von Corona-Regeln.

Irland

„Der Omikron-Sturm ist vorbei“, sagt Regierungschef Micheal Martin, jetzt seien viele Freiheitsbeschränkungen nicht mehr nötig: Die geliebten Pubs, auch Restaurants und Diskotheken haben seit 22. Januar wieder normal geöffnet, ohne Impfnachweis-Pflicht oder Abstandsregeln. Die Pflicht zum Homeoffice ist ebenfalls aufgehoben, Veranstaltungen sind problemlos möglich, auch für private Begegnungen gibt es in Irland keine Teilnehmer-Begrenzung.

Frankreich

Die Regierung in Paris erwartet den Höhepunkt der aktuellen Corona-Welle schon in den nächsten Tagen. Ab dem 2. Februar sollen Auflagen gestrichen werden – allerdings nur für Geimpfte und Genesene, für Ungeimpfte wird es dagegen schwieriger.

Die Maskenregelungen im Freien werden abgeschafft, Sport- und Kultureinrichtungen können wieder ohne Kapazitätseinschränkungen öffnen, aus der Pflicht zum Homeoffice wird eine Empfehlung. Ab 16. Februar können auch Diskotheken wieder Gäste einlassen, für Fahrgäste in Eisenbahnzügen ist dann das Ess- und Trinkverbot aufgehoben.

Die Kehrseite: Ungeimpfte haben mit der Einführung eines landesweiten Impf- und Genesungsnachweises seit kurzem keinen Zugang mehr zum Fernverkehr, zu Gaststätten und zu Kultur- und Sportveranstaltungen.

Belgien

Ab dem 28. Januar lockert Belgien trotz Infektionsrekorden seine Vorschriften. Bars und Restaurants dürfen dann bis Mitternacht geöffnet bleiben, Indoor-Aktivitäten wie Spielplätze und Kegelbahnen sind wieder erlaubt. „Die Situation ist überschaubar“, erklärt die Regierung zur Begründung. Zwar wird die aktuelle Omikron-Welle nach Experteneinschätzung erst in zwei Wochen ihren Höhepunkt erreichen, aber die Krankenhauseinweisungen nehmen auch in Belgien weitaus langsamer zu als die Infektionen, und die Zahl der Patienten auf der Intensivstation geht zurück.

Österreich

In der Alpenrepublik endet am 31. Januar der Lockdown für Ungeimpfte. Trotz sehr vieler Neuinfektionen droht in den Kliniken keine Überlastung der Intensivabteilungen mehr, erklärt Kanzler Karl Nehammer (ÖVP). Allerdings bleibt es dabei, dass in Gaststätten und Cafés sowie in viele Geschäfte nur Geimpfte oder Genesene eingelassen werden. Auch an der FFP-2-Maskenpflicht wird vorerst nicht gerüttelt.

Niederlande

Im Nachbarland ist der Mitte Dezember verhängte Lockdown beendet. Geschäfte durften schon Mitte Januar wieder öffnen, jetzt sind die Beschränkungen auch für Cafes, Bars und Restaurants gelockert – allerdings nur bis 22 Uhr und auch nur mit einem Corona-Pass auf der Grundlage der 3G-Regeln. Gleiches gilt für Kinos, Theater und Sportveranstaltungen. Überlegungen, zu solchen Orten nur Geimpfte und Genesene zuzulassen, hat die Regierung wieder fallen gelassen, ein negativer Test reicht aus.

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