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Corona: Biontech beantragt Impfstoffzulassung für Kinder

| Lesedauer: 43 Minuten
Die wichtigsten Infos rund um die Grippe

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Verbreitung von Grippeviren in den Wintermonaten: Wie sich eine Grippeinfektion bemerkbar macht und wie sie sich schützen können lesen sie hier.

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Biontech und Pfizer haben auch in Europa eine Zulassung des Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Mehr im Blog.

  • Laut RKI steigen die Corona-Fallzahlen, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 68,7
  • Biontech und Pfizer haben jetzt auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt
  • Die USA lassen Geimpfte ab dem 8. November wieder ins Land
  • Am Tag der Einführung des 3G-Corona-Zertifikats an allen Arbeitsplätzen ist es in Italien zu Protesten gekommen
  • In Dänemark bekommen nun alle Einwohner das Angebot für eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus
  • RKI-Chef Lothar Wieler hat eingeräumt, dass exakte Angaben zur aktuellen Impfquote weiterhin nicht möglich sind

Berlin. Experten befürchten, dass die Corona-Pandemie in Deutschland im Winter erneut mit hohen Infektions- und Hospitalisierungszahlen einhergehen wird. Virologen wie Christian Drosten warnen seit Wochen vor einer Unterschätzung der derzeit ruhigen aber fragilen Pandemie-Lage.

Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnete in den vergangenen Tagen bereits in der Tendenz wieder leicht steigende Infektionszahlen und Inzidenzen. In einzelnen Regionen stiegen die Inzidenzen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen stark an - auch weil es wohl weiterhin viele Corona-Ausbrüche an Schulen gibt.

Die Zielmarke der Herdenimmunität ist durch die Impfungen in Deutschland noch nicht erreicht. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt zumindest, dass sich durch dem Wegfall der kostenlosen Bürgertests wieder mehr Menschen für eine Impfung interessieren könnten. Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben derweil auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Beide teilten mit, dass sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten zu den klinischen Untersuchungen übermittelt hätten.

RKI meldet aktuelle Corona-Zahlen

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitag mit 68,7 an. Am Vortag hatte der Wert bei 67,0 gelegen, vor einer Woche bei 63,8 (Vormonat: 77,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.518 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.429 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 65 Todesfälle verzeichnet. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Donnerstag, 15. Oktober: US-Experten empfehlen Auffrischung auch bei Johnson & Johnson

21.30 Uhr: Ein Expertenausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA hat grünes Licht für Auffrischungsimpfungen mit dem Corona-Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson (J&J) gegeben. Die Entscheidung des Gremiums fiel am Freitag einstimmig. Eine offizielle Notfallzulassung für die Zweitimpfung mit dem Vakzin wird in den kommenden Tagen oder Wochen erwartet. Die Empfehlung gilt für alle Erwachsene, deren Impfung bereits länger als zwei Monate her ist.

In den USA haben etwa 15 Millionen Menschen die Impfung mit dem J&J-Vakzin erhalten. Im Unterschied zu den mRNA-Impfungen von Biontech/Pfizer und Moderna wird bei J&J bisher nur eine Impfdosis verabreicht.

Weiter sinkende Corona-Zahlen in Italien

19.25 Uhr: In Italien schwächt sich die Corona-Pandemie weiter ab. Der bis Donnerstag berechnete Sieben-Tage-Inzidenzwert lag landesweit bei durchschnittlich 29 Fällen je 100.000 Einwohnern, wie aus dem wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums am Freitag in Rom hervorging. Eine Woche zuvor registrierten die Experten noch 34 Fälle im Schnitt. In fast allen italienischen Regionen und Autonomen Provinzen herrsche ein niedriges Infektionsgeschehen. Die Behörden meldeten am Freitag rund 2700 Corona-Neuinfektionen und etwas mehr als 40 Tote mit dem Virus binnen eines Tages.

In der Impfkampagne sind nach Angaben des außerordentlich bestellten Covid-19-Kommissars etwa 81 Prozent der zu Impfenden, also Menschen älter als zwölf Jahre, durchgeimpft. Außerdem sei die Zahl der Erstimpfungen in den vergangenen Tagen gestiegen. Seit Freitag müssen die Menschen in Italien den „Grünen Pass“ vorweisen, wenn sie zur Arbeit gehen. Darunter versteht man den Nachweis über eine Corona-Impfung, einen negativen Test auf das Virus oder eine nachweisliche Genesung von der Krankheit. Gegen die Regelung gab es teils heftige Proteste.

Biontech beantragt Impfstoffzulassung in Europa für Kinder ab fünf

15.54 Uhr: Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben jetzt auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Beide teilten mit, dass sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten zu den klinischen Untersuchungen übermittelt hätten. Dieselben Daten wurden bereits der US-Arzneimittelbehörde FDA übergeben. Dort hatten Biontech und Pfizer am 7. Oktober die Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt.

USA heben Einreisebeschränkungen für Geimpfte auf

15.35 Uhr: Die USA lassen gegen das Coronavirus geimpfte Reisende ab dem 8. November wieder ins Land. "Die neue Reiseregelung der USA, die für ausländische Reisende eine Impfung verlangt, wird am 8. November beginnen", erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses auf Twitter. Die USA hatten im März vergangenen Jahres wegen der Corona-Pandemie Einreiseverbote unter anderem für Europäer verhängt.

Proteste gegen "Green Pass" in Genua

15.08 Uhr: Am Tag der Einführung des Corona-Zertifikats an allen Arbeitsplätzen ist es in Italien wie erwartet zu Protesten gekommen. Das befürchtete Chaos blieb bis zum Mittag allerdings aus. An den wichtigsten Häfen in Triest und Genua streikten nach Medienangaben Hunderte von Arbeitern und versuchten, die Zugänge zu blockieren. Der Verladebetrieb wurde zunächst aber nicht entscheidend beeinträchtigt.In etlichen Städten kam es zu Protesten. Immer wieder versuchten Demonstranten, Straßen oder Plätze zu blockieren und den Verkehr aufzuhalten. Zunächst konnte die Polizei solche Ansammlungen aber auflösen.

2G-Regelung in Supermärkten in Niedersachsen möglich

14.26 Uhr: Supermärkte in Niedersachsen können - wenn sie möchten - nur geimpften und genesenen Menschen Zutritt zu ihren Läden gewähren. "Auch in Niedersachsen würde für den Einzelhandel und auch für die Supermärkte die Option bestehen, sich für 2G zu entscheiden", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums der "Neuen Deister-Zeitung" am Freitag.

In dieser Woche hatte Hessen erklärt, dass das 2G-Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet werde, also auch auf den Lebensmittel-Einzelhandel. "Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) laut Mitteilung.

Alle Einwohner Dänemarks können dritte Impfung bekommen

14.15 Uhr: In Dänemark bekommen nun alle Einwohner das Angebot für eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus. Das teilte Gesundheitsminister Magnus Heunicke mit. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sowie Bewohnern von Pflegeheimen wird bereits seit September eine dritte Impfung verabreicht. In den nächsten Wochen werde man das Angebot zunächst auf alle Menschen über 65 Jahren und auf Mitarbeiter im Gesundheits- und Altenpflegebereich ausweiten, so der Minister.In den kommenden Monaten sollen etwa eineinhalb Millionen Bürger eine Auffrisch-Impfung bekommen. Ziel sei es, dass alle Bürger sechs Monate und 14 Tage nach ihrer zweiten Impfung eine dritte bekommen. Die Regierung begründet ihre Entscheidung mit Erkenntnissen der europäischen Gesundheitsbehörden.

Laborfehler: 43.000 Engländer womöglich doch infiziert

13.46 Uhr: Etwa 43.000 Menschen in England könnten wegen eines Laborfehlers versehentlich negative Corona-Testergebnisse erhalten haben. Die Gesundheitsbehörde Health Security Agency teilte mit, dass die Untersuchungen in einem Labor in der Stadt Wolverhampton ausgesetzt worden seien. Insgesamt seien dort rund 400.000 Tests ausgewertet worden. "Die überwiegende Mehrheit davon werden negative Ergebnisse gewesen sein, aber schätzungsweise 43.000 Menschen könnten zwischen dem 8. September und 12. Oktober ein falsches negatives PCR-Testergebnis erhalten haben, hauptsächlich im Südwesten Englands", betonte die Behörde. Sie leitete eine Untersuchung ein.

Es gebe keine technischen Probleme mit den Tests selbst, die weiterhin wie gehabt genutzt werden könnten. Die Behörden versuchen nun, die Menschen zu ermitteln, die noch immer infektiös sein könnten, und riefen zudem deren enge Kontaktpersonen auf, sich ebenfalls zu testen. "Wir haben zuletzt eine steigende Zahl positiver Schnelltestergebnisse gesehen, denen negative PCR-Testergebnisse folgten", sagte Will Welfare von der Health Security Agency. Das habe die Behörde alarmiert.

Italienische Hafenarbeiter demonstrieren gegen neue Corona-Regeln

12.24 Uhr: Hunderte Hafenarbeiter haben am Freitag in Italien gegen die neu eingeführte Pflicht zur Vorlage eines Corona-Passes am Arbeitsplatz protestiert. Rund 300 Arbeiter blockierten am Morgen die Zufahrt zum Hafen von Genua und sorgten für Verspätungen beim Warenumschlag. Auch am Hafen von Triest demonstrierten hunderte Arbeiter.

Seit Freitag darf in Italien nur noch zur Arbeit erscheinen, wer eine Corona-Impfung, -Genesung oder einen negativen Corona-Test nachweisen kann. Wer ohne den sogenannten "grünen Pass" zur Arbeit kommt, riskiert bis zu 1500 Euro Bußgeld. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit unbezahlter Freistellung rechnen. Wer sich nicht impfen lassen will, muss auf eigene Kosten einen Corona-Test machen und diesen regelmäßig erneuern. In den vergangenen Wochen hatte es zum Teil gewalttätige Proteste gegen die neue Regelung gegeben.

Tunesien, Marokko und Algerien keine Corona-Risikogebiete mehr

11.35 Uhr: Die nordafrikanischen Länder Tunesien, Marokko und Algerien gelten für Urlauber aus Deutschland ab diesem Sonntag nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiete. Ebenfalls von der Risikoliste gestrichen werden dann auch Sri Lanka und Fidschi, wie das Robert Koch-Institut (RKI) nach entsprechenden Einstufungen der Bundesregierung am Freitag bekanntgab. Damit entfallen für Reisende aus diesen Ländern Quarantäne-Vorgaben bei Einreise nach Deutschland.

Neu als Hochrisikogebiete gelten ab Sonntag das afrikanische Gabun sowie der vor der Küste liegende Inselstaat São Tomé und Príncipe. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Corona-Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

65,6 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

11.03 Uhr: Die Corona-Impfquote in Deutschland steigt langsam, aber stetig. In Deutschland sind nun 65,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht. Die Quote unter den Erwachsenen liegt bei 76,2 Prozent. Mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind demnach 68,8 Prozent aller Bürger und Bürgerinnen sowie 79,5 Prozent der Erwachsenen. Mehr als 54,5 Millionen Menschen sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vollständig geimpft. Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 44 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 38,2 Prozent sind vollständig geimpft.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu fünf Prozentpunkte höher sein dürfte.Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen bereits mehr als 1,2 Million Menschen in Deutschland erhalten.

Bald nur noch Schnelltests für Geimpfte nach Ankunft in England

10.40 Uhr: Rechtzeitig zu den britischen Herbstferien lockert die Regierung in London erneut die Corona-Regeln für die Einreise nach England. Vom 24. Oktober an müssen vollständig Geimpfte nach der Ankunft nur noch einen Antigentest machen und keinen PCR-Test mehr. Damit halbieren sich auch die Kosten, die Reisende selbst tragen müssen.

PCR-Tests kosten mindestens 50 Pfund, das sind rund 59 Euro. Diese Kosten waren vor allem von Familien scharf kritisiert worden. Der Test muss vorab gebucht und spätestens am zweiten Tag nach Ankunft gemacht werden. Die meisten englischen Schulkinder haben am 22. Oktober ihren letzten Schultag vor den Ferien. Gesundheit ist im Vereinigten Königreich Sache der Landesteile. Für England, das keine eigene Regierung hat, ist die Zentralregierung in London zuständig.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen für 2G-Regel im Freizeitbereich

10.16 Uhr: Die Mehrheit der Bundesbürger ist einer aktuellen Umfrage zufolge für die Einführung der 2G-Regel im Freizeitbereich. 61 Prozent der Befragten ist dafür, dass der Zutritt zu einer Veranstaltung, einem Restaurant oder einer kulturellen Einrichtung nur noch für Corona-Genesene und Geimpfte möglich ist, wie aus einer am Freitag in Köln veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Sender RTL und ntv hervorgeht. Jeder dritte Befragte (34 Prozent) ist demnach gegen eine solche 2G-Regel. Unter ihnen sind überdurchschnittlich häufig Ostdeutsche (46 Prozent), Befragte zwischen 45 und 59 Jahren (43 Prozent) sowie mit großer Mehrheit AfD-Anhänger (85 Prozent).

Eine 2G-Regel für Weihnachtsmärkte befürworten der Umfrage zufolge 58 Prozent. 39 Prozent lehnen das ab. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) hat demnach vor, in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. 32 Prozent planen dies nicht, 14 Prozent sind noch unentschlossen. Für die Umfrage RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom 12. bis 13. Oktober 1.005 Menschen befragt.

US-Staatsanwälte hinterfragen Facebooks Umgang mit Impfgegnern

8.27 Uhr: Generalstaatsanwälte aus 14 US-Bundesstaaten wollen von Facebook wissen, ob prominente Impfgegner bei dem Online-Netzwerk von einer Sonderbehandlung profitiert haben. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg beziehen sie sich auf Medienberichte, wonach das Online-Netzwerk für bekannte Nutzer Ausnahmen bei der Durchsetzung seiner Inhalte-Regeln gemacht hatte. Das System, das dies möglich gemacht haben soll, heißt Cross-Check und bringt Facebook schon seit Wochen Ärger.

Die Generalstaatsanwälte fragen nun, ob unter den prominenten Nutzern, für die es Ausnahmen bei Cross-Check gab, auch Impfgegner mit vielen Facebook-Abonnenten waren. Speziell interessieren sie sich für das sogenannte "Desinformations-Dutzend". Das sind die wenigen Personen, von denen nach Analysen ein Großteil der Falschinformationen über Corona-Impfstoffe in den USA verbreitet wurde.

Facebook betonte stets, dass das Online-Netzwerk konsequent gegen Falschinformationen über Corona-Impfstoffe vorgehe. Die Staatsanwälte verweisen auf Fälle, in denen Beiträge von Impfgegnern auf der Plattform geblieben seien - und wollen auch wissen, ob dabei finanzielle Überlegungen eine Rolle gespielt hätten.

"Maybrit Illner": Liefers gegen Lauterbach - heftige Diskussionen zur Pandemie

8.16 Uhr: Zuletzt zeigte sich Jan Josef Liefers ein Stück weit geläutert: Der Schauspieler besuchte eine Intensivstation, um sich mit der Covid-Erkrankung auseinanderzusetzen. Doch hat er auf der Intensiv nichts gelernt? Bei "Maybrit Illner" traf der Schauspieler Jan Josef Liefers zum Thema Corona auf Karl Lauterbach. Lesen Sie dazu: "Maybrit Illner": Das sagt Jan Josef Liefers heute zu Corona

New South Wales kündigt quarantänefreie Einreise für Geimpfte an

7.40 Uhr: Der australische Bundesstaat New South Wales mit der Millionenmetropole Sydney wird ab 1. November erstmals wieder seine internationalen Grenzen öffnen. Die vorgeschriebene 14-tägige Hotelquarantäne falle dann für vollständig geimpfte Reisende weg, kündigte Regionalpremier Dominic Perrottet am Freitag überraschend an. "Für doppelt geimpfte Menschen auf der ganzen Welt sind Sydney und New South Wales dann wieder geöffnet", sagte er. Nötig seien dann nur noch ein Impfpass und ein negativer PCR-Test. In New South Wales sind mittlerweile mehr als 80 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Der australische Regierungschef Scott Morrison präzisierte aber wenige Stunden später, die neuen Regeln würden zunächst nur für australische Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Australien gelten. Hoffnungen auf einen baldigen Australien-Urlaub für Touristen aus aller Welt machte er damit zunächst zunichte.

RKI kann keine Angabe zur aktuellen Impfquote machen

5.31 Uhr: RKI-Chef Lothar Wieler hat eingeräumt, dass exakte Angaben zur aktuellen Impfquote bis heute nicht möglich sind: "Wir können nicht sagen, wie hoch die tatsächliche Quote jetzt, Mitte Oktober, ist", sagte Wieler dieser Redaktion. "Die offiziell gemeldeten Daten sind die Mindestimpfquote. Wir können die tatsächliche Impfquote nur schätzen", so der Präsident des Robert Koch-Instituts. Die letzte RKI-Schätzung ist mittlerweile zwei Wochen alt: "Wir können nur sagen, dass bis Ende September bis zu 84 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft wurden und bis zu 80 Prozent vollständig."

Das RKI hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass es sich bei der offiziell gemeldeten Zahl der Impfungen bei Erwachsenen um eine Unterschätzung von bis zu fünf Prozentpunkten handele. Wieler wies in diesem Zusammenhang Kritik aus Reihen der Landesgesundheitsminister zurück und forderte mehr Fairness. Lesen Sie dazu mehr in unserem Interview.

Corona-News von Donnerstag, 14. Oktober: USA spenden weitere 17 Millionen Impfdosen an Afrika

22.32 Uhr: Die USA wollen weitere 17 Millionen Impfdosen des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson an die Länder der Afrikanischen Union (AU) spenden. Das kündigte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag bei einem Treffen mit Kenias Präsident Uhuru Kenyatta in Washington an.

Die USA haben eigenen Angaben nach bereits 50 Millionen Impfdosen an die AU gespendet. Der Johnson-Impfstoff entfaltet seine volle Wirkung schon nach Verabreichung einer Dosis und muss - anders als etwa die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna - nicht zweimal gespritzt werden. "Alle 17 Millionen Dosen sind sofort verfügbar und werden in den kommenden Wochen ausgeliefert", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki.

RKI: Teils sehr hohe Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen.

21.04 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen. In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500, twitterte das RKI am Donnerstagabend zu einer Auswertung im neuen Corona-Wochenbericht. Nähere Angaben zu den Landkreisen und deren jeweiligen Zahlen wurden nicht gemacht, auf einer Karte waren Kreise aber entsprechend eingefärbt.

Bundesweit sei die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche in den Altersgruppen unter 20 Jahren allerdings im Vergleich zur Woche zuvor leicht gesunken, hieß es zusammenfassend. Die Werte bei Menschen über 20 hingegen stiegen leicht an. Das RKI sprach zudem von 636 übermittelten Schulausbrüchen für die vergangenen vier Wochen - wegen möglicher Nachmeldungen seien insbesondere die vergangenen zwei Wochen aber noch nicht zu bewerten.

Rumänien schickt Covid-Patienten wegen Überlastung nach Ungarn

19.04 Uhr: Wegen überfüllter Intensivstationen schickt Rumänien schwer kranke Covid-19-Patienten zur Behandlung ins Nachbarland Ungarn. Wie das Gesundheitsministerium in Bukarest am Donnerstag mitteilte, waren die ersten 10 Patienten, die intensivmedizinische Betreuung benötigen, bereits in Begleitung von Ärzteteams unterwegs. Ungarn habe sich bereit erklärt, 50 Patienten zu übernehmen.

Rumänien gehört EU-weit zu den Ländern mit der dramatischsten Corona-Lage. Am Donnerstag war keines der landesweit 1593 Betten auf Intensivstationen mehr frei, die für Corona-Patienten reserviert sind. Sogar in der Hauptstadt Bukarest warten Patienten oft tagelang in Krankenhaus-Korridoren auf freie Plätze in Intensivstationen und werden dort nur notdürftig versorgt, wie Medien berichteten.

Burundi beginnt als einer der letzten Staaten weltweit mit Corona-Impfungen

17.52 Uhr: Als eines der letzten Länder weltweit hat das ostafrikanische Burundi eine erste Lieferung mit Corona-Impfstoffen erhalten. Regierungsvertreter nahmen die 500.000 Impfstoff-Dosen des chinesischen Herstellers Sinopharm am Donnerstag bei einer Zeremonie in der Wirtschaftsmetropole Bujumbura entgegen. „Wenn alles gut geht, beginnen die Impfungen gegen Covid-19 nächste Woche“, erklärte das Gesundheitsministerium.

Mit der Annahme der Impfstoffdosen vollzieht Burundi eine Kehrtwende. Seit Beginn der Pandemie hatten die politischen Eliten des Landes die Gefahren durch das Coronavirus kleingeredet. Inzwischen ist das weitgehend abgeschottete Eritrea das einzige afrikanische Land ohne Corona-Impfprogramm. Weltweit gehört außerdem Nordkorea zu den Ländern, das Impfstofflieferungen ablehnt - angeblich, weil es in dem Land keine Corona-Fälle gibt.

Burundi legt kaum offizielle Daten zum Infektionsgeschehen vor. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden in dem Land seit Pandemie-Beginn 19.441 Infektionsfälle registriert. 14 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19.

Morddrohungen gegen Luxemburgs Premier Bettel wegen Corona-Politik

16.25 Uhr: Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel hat nach eigener Aussage wegen seiner Corona-Politik Morddrohungen bekommen. Der Polizeischutz für ihn habe verstärkt werden müssen, sagte er am Donnerstag vor dem Parlament in Luxemburg-Stadt. Die Drohungen seien offenbar eine Reaktion auf verstärkten Druck der Regierung auf Impfverweigerer.

"Das, was wir in der vergangenen Woche vorgeschlagen haben, das haben wir nicht aus Jux und Tollerei gemacht", sagte Bettel. Er hatte am 8. Oktober Pläne vorgestellt, künftig Zugang zur Gastronomie nur für Geimpfte, Genesene und Getestete zu erlauben. Selbsttests reichten nicht mehr aus, nötig seien zertifizierte Tests - auf eigene Kosten.

Bettel sei in den Drohungen mitgeteilt worden: "Dass man mich umbringen will oder noch eine Kugel und eine Waffe sucht". Er wolle den Abgeordneten "die unangenehmsten Sachen, die ich in den letzten Tagen bekommen habe, ersparen". Er fügte hinzu: „Sie sollten nur wissen, dass Leute mir sagen: "Hör auf mit diesen Impfungen, wir haben das genug gehört, wir wollen nichts mehr davon hören".

Streit um Maskenpflicht eskaliert - Busfahrer verletzt

16.03 Uhr: Weil er keinen Mund-Nase-Schutz tragen wollte, soll ein Betrunkener in Hamburg auf einen Busfahrer losgegangen sein. Der Mann wird verdächtigt, erst mehrmals auf sein Opfer eingeschlagen und ihm dann einen Kopfstoß versetzt zu haben, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Danach soll der 25-Jährige den Kopf des Mannes so heftig gegen eine Scheibe geschlagen haben, dass diese zu Bruch ging. Der Busfahrer erlitt Prellungen und Kopfverletzungen. Ein Rettungswagen fuhr ihn in ein Krankenhaus.

Der Verdächtige war den Angaben nach am späten Mittwochabend mit drei Begleitern im Stadtteil Farmsen-Berne in den Linienbus eingestiegen. Da sie keinen Mund-Nase-Schutz trugen, habe der Fahrer sie auf die Maskenpflicht hingewiesen. Die Männer sollen den Mann danach zunächst aggressiv angegangen haben. Im Anschluss eskalierte die Situation.

WHO: Fast 86 Prozent von Corona-Infektionen in Afrika unbemerkt

15.53 Uhr: Fast 86 Prozent aller Corona-Infektionen in Afrika bleiben unbemerkt. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag. Damit werde die Zahl aller Infektionen auf dem Kontinent auf 59 Millionen geschätzt - das ist siebenmal mehr als die über acht Millionen gemeldeten Fälle.

Die hohe Dunkelziffer sei dadurch zu erklären, dass sich Gesundheitseinrichtungen bislang auf das Testen von Personen mit Krankheitssymptomen konzentriert hätten, was zu einer umfassenden Unterberichterstattung geführt habe, so die WHO. "Mit begrenzten Tests fliegen wir in viel zu vielen Gemeinden in Afrika immer noch blind ... Was wir sehen, könnte nur die Spitze des Eisbergs sein", sagte WHO-Regionaldirektorin für Afrika Matshidiso Moeti.

EU-Arzneimittelbehörde prüft neues Corona-Medikament

15.03 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat das Prüfverfahren für ein neues Corona-Medikament gestartet. Der schwedisch-britische Hersteller Astrazeneca habe das Kombinationspräparat Evusheld entwickelt, dass eine Erkrankung mit Covid-19 bei Erwachsenen verhindern soll, wie die EMA am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Erste Testergebnisse wiesen darauf hin, dass das Mittel wirksam sei als Schutz vor der Krankheit.

Die Experten bewerten nun fortlaufend Daten aus Tests und wägen Vorzüge und Nachteile des Präparates gegeneinander ab. Wann ein endgültiges Ergebnis vorliegen wird, ist nicht bekannt. Der Hersteller hat nach Angaben der Behörde noch keinen Antrag auf Zulassung zum europäischen Markt gestellt. Das Mittel besteht aus den Wirkstoffen Tixagevimab und Cilgavimab.

Bisher ist in der EU nur das Arzneimittel Remdesivir als spezielles Corona-Medikament zugelassen. Zurzeit laufen Zulassungsverfahren für fünf Präparate. Insgesamt drei Mittel werden derzeit noch von den Experten geprüft.

Lettland erneut mit Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

14.29 Uhr: In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge einen Höchststand erreicht. In dem baltischen EU-Land wurden am Donnerstag 2408 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet - nach 2236 Fällen am Vortag. In den letzten 14 Tagen wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga damit 1056,8 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert - auch dies ein Rekordwert seit Beginn der Pandemie.

In Lettland sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen deutlich nach oben gegangen. Auch bei Staatspräsident Egils Levits fiel ein Schnelltest am Mittwochabend positiv aus. Angesichts der erneut starken Ausbreitung des Coronavirus hat die Regierung in Riga den Notstand verhängt. Er gilt seit Montag bis zum 11. Januar. In Lettland ist nur knapp die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner vollständig gegen Corona geimpft.

Auffrischung nach Johnson & Johnson mit mRNA-Vakzinen sehr wirksam

12.25 Uhr: Eine Auffrischungsimpfung mit den Vakzinen von Moderna oder Biontech/Pfizer funktioniert laut einer Studie offenbar auch nach einer Erstimpfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Probanden wiesen nach einer Auffrischungsimpfung mit den beiden mRNA-Impfstoffen sogar deutlich mehr Antikörper auf als nach einer weiteren Spritze Johnson & Johnson, erklärte das US-Gesundheitsinstitut NIH am Mittwoch (Ortszeit). Gesundheitsrisiken durch die Kombination verschiedener Impfstoffe ergaben sich demnach nicht.

Im Rahmen der vom NIH in Auftrag gegebenen Studie erhielten 458 Erwachsene, die mit einem der drei Impfstoffe vollständig geimpft worden waren, den selben oder einen anderen Impfstoff zur Auffrischung. Daraus ergaben sich neun Probanden-Gruppen mit unterschiedlichen Kombinationen. Erstgeimpfte mit Johnson & Johnson wiesen nach einer Auffrischung mit demselben Präparat demnach die vierfache Menge Antikörper auf. Bei einer Auffrischung mit Biontech waren es 35 Mal so viele und mit Moderna sogar 76 Mal.

Außerdem fiel auf, dass Erstgeimpfte mit Moderna in jedem Fall nach der Auffrischung mit einem der drei Vakzine mehr Antikörper aufwiesen als Erstgeimpfte mit den anderen beiden Mitteln. Die Ergebnisse sind allerdings vorläufig. Die Studie wurde bislang keinem Peer-Review-Verfahren unterzogen und die Anzahl der Teilnehmer war für statistische Schlussfolgerungen zu klein. Auch könnte die Immunreaktion sich mit der Zeit verändern.

Lettlands Staatspräsident positiv getestet - trotz Impfung

11.24 Uhr: Lettlands Staatspräsident Egils Levits ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der Präsidialkanzlei in Riga sei ein Schnelltest am Mittwochabend nach Levits' Rückkehr von einem Arbeitsbesuch in Schweden positiv ausgefallen. Es soll nun ein PCR-Test vorgenommen werden, sagte eine Sprecherin des Staatschefs des baltischen EU- und Nato-Landes.

Levits verschob wegen des positiven Tests sein für heute geplantes Treffen mit dem neuen estnischen Präsidenten Alar Karis, der zu seinem Antrittsbesuch nach Riga gekommen war. Karis soll auf seiner ersten Auslandsreise als estnisches Staatsoberhaupt nun stattdessen mit Parlamentspräsidentin Inara Murniece zusammenkommen.

Saarland hebt Corona-Beschränkungen im Freien auf

10.45 Uhr: Die saarländische Landesregierung hebt zum 29. Oktober für Veranstaltungen im Freien coronabedingte Beschränkungen und die 3G-Regelung auf. "Aufgrund der nach wie vor bestehenden Auflagen drohte St. Martin auch in diesem Jahr vielerorts wieder ins Wasser zu fallen", sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Mittwochabend in Saarbrücken. Die wegfallenden Beschränkungen räumten nun Hürden für Freiluftveranstaltungen aus dem Weg. "Damit stehen auch der Durchführung von Martinsumzügen oder Weihnachtsmärkten keine coronabedingten Hindernisse mehr im Weg", betonte Hans.

Bali lässt wieder ausländische Urlauber einreisen

10.07 Uhr: Die indonesische Urlaubsinsel Bali erlaubt erstmals seit mehr als einem Jahr ausländischen Besuchern wieder die Einreise. Wer eine vollständige Impfung nachweisen könne, bei Ankunft negativ auf das Coronavirus getestet werde und sich in festgelegten Hotels auf eigene Kosten in fünftägige Quarantäne begebe, sei willkommen, sagte der örtliche Pandemiebeauftragte Luhut Binsar Pandjaitan. In Unterkünften, Restaurants und auf den Stränden müssten sich Besucher zudem an strenge Regeln halten. "Wir müssen das mit Vorsicht tun, weil wir auf der Hut bleiben müssen", erklärte Pandjaitan.

Den Flughafen Ngurah Rai von Balis Hauptstadt Denpasar könnten Reisende aus 19 Ländern anfliegen, die die Kriterien der Weltgesundheitsorganisation erfüllten, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwochabend. Präsident Joko Widodo führte die Öffnung auf Balis hohe Impfrate zurück. Auch die landesweiten Fallzahlen sind inzwischen deutlich zurückgegangen. Vergangene Woche zählte Indonesien im Schnitt rund 1000 Neuinfektionen pro Tag, auf dem Höhepunkt des Ausbruchs im Juli waren es noch etwa 56.000 an einem Tag. Bisher haben sich in dem Land mit rund 270 Millionen Einwohnern mehr als 4,2 Millionen Menschen nachweislich angesteckt, rund 143.000 starben mit oder an dem Virus - die höchste Covid-19-Todesrate in Südostasien.

Mehr als 100 Millionen Geimpfte in Brasilien

5.39 Uhr: Rund zehn Monate nach Beginn der landesweiten Impfkampagne in Brasilien sind mehr als 100 Millionen Brasilianer komplett gegen das Coronavirus geimpft. Dies entspreche 62,5 Prozent der Zielgruppe der über 18-Jährigen, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Die Marke solle bis Ende Oktober weiter steigen, auch weil das Gesundheitsministerium demnächst die Ankunft von mehr als 51,5 Millionen Dosen von Corona-Impfstoffen erwartet.

DGB dringt auf Minijob-Reform

1.01 Uhr: Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts, wonach Arbeitgeber geringfügig Beschäftigte nicht entschädigen müssen, wenn sie ihr Unternehmen aufgrund einer Corona-Verordnung zur Eindämmung der Pandemie schließen müssen, dringt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf eine Minijob-Reform. "Tausende Menschen haben ihre Arbeit verloren und sind ohne Anspruch auf Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld in schlimmer Not gelandet", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel unserer Redaktion.

"Minijobs müssen endlich zu Beschäftigung mit sozialer Absicherung entwickelt werden, denn sie sind eine echte Falle – insbesondere für Frauen, die rund 70 Prozent der ausschließlich geringfügig Beschäftigten im Erwerbsalter ausmachen", sagte Piel. Minijobs seien nicht krisenfest und könnten zur Armutsfalle werden. "Die Pandemie hat das noch einmal für viele schmerzhaft verschärft", sagte Piel.

Corona-News von Mittwoch, 13. Oktober: Youtube sperrt erneut zwei #allesaufdentisch-Videos

  • Die Videoplattform Youtube hat zwei weitere Videos der umstrittenen Aktion #allesaufdentisch gelöscht. Das bestätigte ein YouTube-Sprecher am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Als Grund wurde ein Verstoß gegen eine Richtlinie des Unternehmens, in der es um Missinformation zur Corona-Pandemie geht, angeführt. Damit sind derzeit insgesamt vier Videos der Aktion gelöscht.
  • Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland benötigen im kommenden Jahr einen Rekordzuschuss vom Bund. Hintergrund sind stark gestiegene Ausgaben. Nach Kassenangaben auch wegen Corona, aber vor allem wegen "ausgabenintensiver" Gesetzgebung der vergangenen Jahre.
  • Wegen vorübergehender Probleme mit dem britischen Online-Impfzertifikat sind am Mittwoch Pläne von Reisenden in Großbritannien durchkreuzt worden. Wie der Nationale Gesundheitsdienst NHS per Twitter mitteilte, waren die Online-Zertifikate per App und Webseite zeitweise nicht erreichbar. Die Nachrichtenagentur PA meldete, Reisende seien teilweise am Flughafen von den Fluggesellschaften abgewiesen worden, weil sie nicht in der Lage gewesen seien, ihren Impfstatus vorzuweisen. Später waren die Zertifikate wieder abrufbar, wie der NHS mitteilte.
  • Die Niederlande befürchten eine neue Corona-Welle. Die Zahl der Neuinfektionen stieg in den vergangenen sieben Tagen stark und liegt nun um 62 Prozent höher als in der Vorwoche. Das ist der größte Anstieg seit Mitte Juli, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Mittwoch mitteilte. Landesweit wurden 3746 neue Infektionen gemeldet, fast doppelt soviel wie am Mittwoch der Vorwoche.
  • Studierende in Thüringen sollen künftig zweimal die Woche einen kostenlosen Corona-Schnelltest machen können. Die Universitäten müssten die Tests aus den Zuweisungen des Landes bezahlen und auch Testangebote vor Ort organisieren, teilte das Wissenschaftsministerium am Mittwoch in Erfurt mit. Das ergebe sich aus der Corona-Arbeitsschutzverordnung des Bundes in Verbindung mit den Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherungen.
  • Die Schweiz will die relativ niedrige Impfquote gegen eine Corona-Infektion mit neuen Initiativen anheben. Vom 8. bis 14. November findet eine nationale Impfwoche statt, wie die Regierung am Mittwoch in Bern mitteilte. Bis Mittwoch waren in der Schweiz bezogen auf die Gesamtbevölkerung knapp 61 Prozent vollständig geimpft. In Deutschland waren es gut 65 Prozent. Die 14-Tage-Inzidenz neu gemeldeter Infektionen lag pro 100 000 Einwohner bei knapp 150.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Berliner Virologen Christian Drosten als Mitglied eines wichtigen neuen Beirats vorgeschlagen. Der Beirat soll Richtlinien für künftige Studien über den Ursprung von Pandemien und Epidemien erarbeiten und Untersuchungen beaufsichtigen, wie die WHO am Mittwoch in Genf berichtete.
  • Geschäftsschließungen per Corona-Verordnung zur Eindämmung der Pandemie gehören nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts nicht zum allgemeinen Betriebsrisiko für Unternehmer. Diese würden damit auch nicht das Risiko für den Arbeitsausfall von Minijobbern tragen und seien nicht verpflichtet, ihnen in dieser Zeit eine Vergütung zu zahlen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch in Erfurt (5 AZR 211/21). Es handelte sich um den ersten Corona-Streitfall, der beim Bundesarbeitsgericht verhandelt wurde.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Verantwortung für offenbar zu niedrige, offiziell gemeldete Corona-Impfquoten in Deutschland zurückgewiesen. "Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind", sagte Präsident Lothar Wieler laut einer Mitteilung vom Mittwoch. Eine zu niedrige Erfassung stelle "keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar", sondern gehe auf unterbliebene Meldungen einiger impfender Stellen zurück, hieß es. Man sei bei der Ermittlung der Impfquote auf das sogenannte Digitale Impfquotenmonitoring (DIM) angewiesen, schreibt das RKI. Die Anwendung und Zuverlässigkeit dieses Meldesystems liege "ausschließlich in der Hand der impfenden Stellen (Impfzentren, Impfteams, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebsärzte)".
  • Im Norden der Bundesrepublik gibt es gute Nachrichten. Bremen hat nach eigenen Angaben als erstes Bundesland eine Erstimpfquote von 80 Prozent erreicht. Mit den Impfungen des Dienstags sei die Quote im Land auf 80 Prozent gestiegen, teilte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) am Mittwoch mit. 76,5 Prozent der Bremerinnen und Bremer hätten bereits einen vollständigen Impfschutz erlangt: "Diese Impfquote ist ein erneuter Beleg dafür, dass unsere Strategie aufgegangen ist und auch weiterhin aufgeht", sagte die Senatorin.
  • Die Impfquote steigt langsam weiter an. In Deutschland sind nun 65,4 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Am Vortag lag die Quote bei 65,3 Prozent. Die Quote unter den Erwachsenen liegt bei 76 Prozent. Mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind demnach 68,6 Prozent aller Bürger und Bürgerinnen sowie 79,4 Prozent der Erwachsenen.
  • Das Landgericht Stuttgart hat zwei linke Aktivisten wegen gefährlicher Körperverletzung von Teilnehmern einer Querdenker-Demonstration zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Kammer verhängte am Mittwoch Haftstrafen von vier Jahren und sechs Monaten sowie fünf Jahren und sechs Monaten gegen die beiden 21- und 26-jährigen Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall.
  • Ein venezolanischer General und früherer Anhänger von Ex-Präsident Hugo Chávez ist im Gefängnis nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. "Wir bedauern den Tod von Raúl Isaías Baduel", teilte Generalstaatsanwalt Tarek Saab am Dienstag (Ortszeit) bei Twitter mit. Baduel war einer der bekanntesten politischen Gefangenen des Landes und hatte unter dem ehemaligen Staatschef als Verteidigungsminister gearbeitet, bevor er sich mit Chávez überwarf.
  • Deutschlands Intensivmedizinern zufolge gibt es auf den Corona-Intensivstationen nahezu keine geimpften Patientinnen und Patienten ohne Vorerkrankung. "Die allermeisten Patienten, die wir behandeln – das wissen wir aus den Gesprächen mit vielen Kollegen großer deutscher Intensivstationen – sind gar nicht oder nicht vollständig geimpft", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vom Mittwoch.
  • Vor dem Bundesarbeitsgericht wird heute über die Lohnfortzahlung für Minijobber während des Lockdowns geurteilt. Geklagt hatte eine Frau aus Niedersachsen, sie hatte als geringfügig Beschäftigte in einem Geschäft für Nähmaschinen und passendes Zubehör gearbeitet. Als der Laden während des Lockdowns im April schließen musste, gab es auch für die Verkäuferin keine Verwendung und damit kein Gehalt. Denn geringfügig Beschäftigte können im Gegensatz zu Festangestellten nicht in Kurzarbeit geschickt werden.
  • Die Kapazitäten für freie Betten auf den Intensivstationen sind nach Angaben der Intensivmediziner derzeit relativ stabil. "Im Moment sind wir in einer Plateau-Phase, wir stagnieren bei etwa 1300 Covid-Intensivpatienten. Die Lage ist unter Kontrolle", sagt Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.
  • Die USA öffnen ihre Grenzen zu Kanada und Mexiko für Geimpfte wieder. Ab Anfang November werden nach 19 Monaten die Beschränkung für geimpfte Reisende aus Kanada aufgehoben, teilt das Büro des Mehrheitsführers im Senat, Chuck Schumer, mit. Auch die Grenze zu Mexiko werde dann für vollständig Geimpfte geöffnet, erklärt das Büro der demokratischen Senatorin Kirsten Gillibrand.
  • Der US-Flugzeugbauer Boeing führt im Rahmen einer von Präsident Joe Biden erlassenen Anordnung für Auftragnehmer von US-Bundesbehörden eine Impfpflicht ein. "Bis zum 8. Dezember müssen die rund 125.000 US-Mitarbeiter entweder einen Impfnachweis vorlegen oder infolge einer Behinderung oder einer aufrichtigen religiösen Überzeugung anerkannte, zumutbare Schutzmaßnahmen treffen", teilt Boeing mit. Auch die US-Fluggesellschaften American Airlines, Southwest Airlines, JetBlue Airways und Alaska Airlines sowie der Flugzeugteilehersteller Spirit AeroSystems erklären, dass sie sich an die von Biden vorgeschriebene Frist halten werden.

Corona-News von Dienstag, 12. Oktober: Lauterbach teilt Studie zu Impfdurchbrüchen

  • Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat auf Twitter das Ergebnis einer großangelegten Untersuchung geteilt. In Frankreich habe in einer Studie von 22 Millionen Menschen gezeigt werden können, dass die Corona-Impfungen Krankenhauseinweisungen und schwere Verläufe um 90 Prozent sinken. Es sei, so SPD-Politiker, die bisher größte Studie dieser Art.
  • Das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt prüft am Mittwoch, ob eine Minijobberin in einem Geschäft auch bei coronabedingter Schließung Anspruch auf ihren Lohn hat. Hintergrund ist, dass für Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt werden und Arbeitgeber daher auch keine Kurzarbeit anmelden können. (Az: 5 AZR 211/21) Die Klägerin aus Niedersachsen war in einem Handel für Nähmaschinen und Zubehör als Verkäuferin geringfügig beschäftigt. Im April 2020 war der Laden wegen einer Corona-Allgemeinverfügung geschlossen. Der Arbeitgeber verweigerte daher die Lohnzahlung von 432 Euro.
  • Sachsen will trotz derzeit steigender Corona-Infektionszahlen in diesem Jahr Weihnachtsmärkte und Bergparaden auch im größeren Rahmen wieder zulassen. Als Ausnahmeregelung sollen Gesundheitsämter vor Ort die 3G-Regel und Kontakterfassungen weglassen dürfen, sagte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden nach der Kabinettssitzung.
  • In der neusten Folge des "Coronavirus-Updates" äußert sich Christian Drosten zu der Aufregung über die vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Impfquote. Das RKI hatte die Zahlen zuletzt nach oben korrigieren müssen und war dafür in die Kritik geraten.Den Wirbel um die Korrektur hält der Virologe für "totalen Klamauk", wie er in dem NDR-Podcast, der am Dienstag veröffentlicht wurde, deutlich macht. Der Fehler im Meldesystem sei dem RKI nicht anzulasten. Es wird angenommen, dass es bei der Meldung der Daten an das Institut zu Verzögerungen gibt.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) pocht bei der neuen EU-Behörde zur Vorsorge von Gesundheitskrisen wie der Corona-Pandemie auf ein Mitspracherecht der EU-Staaten. Die Hera (Health Emergency Preparedness and Response Authority) genannte Behörde soll gesundheitliche Notstände in Zukunft verhindern, gefährliche Erreger schneller entdecken und grenzüberschreitend darauf reagieren.

Hier startet ein neuer Corona-Blog. Alle bisherigen Corona-News finden Sie hier.

(fmg/dpa/afp/epd)

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