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Corona: Christian Drosten sieht Nachteil für Deutschland

Lesedauer: 27 Minuten
In diesen Bundesländer gilt die 2G-Regel

In diesen Bundesländer gilt die 2G-Regel

Nachdem Hamburg als erstes Bundesland ein 2G-Optionsmodell eingeführt hat, ziehen immer mehr Bundesländer nach. Ein Überblick zeigt, in welchen Bundesländern die 2G-Regel gilt.

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Der Virologe Christian Drosten sieht Länder wie Großbritannien viel weiter in der Pandemiebekämpfung als Deutschland. Mehr im Blog.

  • RKI: Bundesweite Inzidenz sinkt unter 80
  • Das Institut wird für die Berechnung der wichtigen Hospitalisierungsrate scharf kritisiert
  • Christian Drosten sieht Großbritannien in der Bewältigung der Corona-Krise ein gutes Stück weiter als Deutschland
  • Die deutsche Corona-Forschung bekommt in einer umfassenden Analyse ein desaströses Zeugnis ausgestellt
  • Verdi kritisiert Pläne zum Stopp der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne
  • Die Impfaktionswoche startet schwach

Berlin. Deutschland befindet sich in der vierten Welle der Corona-Pandemie. Nach einer "2G"-Party in Münster wurden 72 Coronavirus-Infektionen bekannt. Demzufolge stecken sich trotz strenger Auflagen mittlerweile auch geimpfte und genesene Menschen an.

Interaktive Grafik: Corona-Inzidenzen nach Alter

Forscher und Politiker sprechen dennoch von einer "Pandemie der Ungeimpften", da die Inzidenz unter den Nicht-Geimpften besonders hoch ist. Expertinnen und Experten fürchten die Entwicklungen weiterer Corona-Varianten. Um einem solchen Szenario vorzubeugen, müsse die Zahl der Impfungen deutlich ansteigen, so die Forderungen. Vakzine wie Biontech, Moderna oder Astrazeneca könnten gegen die Mutationen weniger schützen. Aktuell dominiert in Deutschland die Delta-Variante.

RKI meldet neue Infektionszahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist im Wochenvergleich weiter gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Inzidenz nun bei 77,9 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Vortag hatte der Wert bei 81,1 gelegen und vor genau einer Woche bei 82,7. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Mittwoch, 15. September: Papst kritisiert Impfverweigerer unter Kardinälen

19.47 Uhr: Papst Franziskus hat Impfverweigerer unter den Kardinälen angezählt und sich erneut für Corona-Impfungen stark gemacht. "Im Kardinalskollegium gibt es ein paar Verweigerer", sagte das katholische Kirchenoberhaupt an Bord eines Flugzeugs, das ihn am Mittwoch von der Slowakei zurück nach Rom brachte. "Einer von ihnen, der arme Mann, hat sich mit dem Virus angesteckt", fügte der Papst hinzu.

Obwohl er keinen Namen nannte, war eindeutig, dass sich die Worte des Papstes auf einen seiner schärfsten Kritiker bezog, den konservativen US-Kardinal Raymond Burke. Dieser wurde kürzlich mit Covid-19 in ein Krankenhaus in den USA eingeliefert.

Im Vatikan seien "alle geimpft, mit Ausnahme einer kleinen Gruppe", sagte der 84-Jährige weiter. "Wir versuchen, ihnen zu helfen."

Demonstration gegen Impfaktion eskaliert

18.40 Uhr: Bei einer Demonstration von Impfgegnern gegen eine Impfaktion an einer Realschule in Kösching bei Ingolstadt ist es am Mittwoch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten sich am Morgen etwa 15 Demonstranten vor der Schule in Bayern versammelt. Sie seien "das mobile Impfteam angegangen, und es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen". Darauf seien mehrere Streifenwagen angerückt. Die Beamten hätten die Lage beruhigt, die Impfaktion sei dann fortgesetzt worden.

Impfpflicht gilt nun in Frankreich für bestimmte Berufsgruppen

17.25 Uhr: In Frankreich gilt seit Mittwoch für bestimmte Berufsgruppen eine Impfpflicht gegen das Coronavirus, insgesamt geht es um rund 2,7 Millionen Beschäftigte. Bei Missachtung droht eine Suspendierung ohne Fortzahlung des Lohns. Mindestens eine erste Impfung müssen nun Beschäftigte nachweisen, die im Krankenhaus- und Pflegebereich arbeiten, aber auch Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie die Beamten der Gendarmerie. Wer bislang nur die erste Impfdosis erhalten hat, muss zudem einen negativen Test auf der Arbeit vorlegen, bis er einen vollständigen Impfschutz hat. Ihre Impftermine dürfen die Beschäftigten ausdrücklich in die Arbeitszeit legen, um die Impfung zu erleichtern, hieß es.

Die verschärften Corona-Regeln, zu denen auch die Impfpflicht für bestimmte Berufe gehört, hatten in Frankreich seit dem Sommer großen Protest ausgelöst, auch am vergangenen Wochenende gingen Zehntausende auf die Straße. Aufschub von der Suspendierung können Betroffene erhalten, wenn sie freie Tage oder Urlaub nehmen. Sobald sie die Impfung erhalten haben, endet auch die Sanktion, betonten die Behörden. Eine Entlassung wegen einer fehlenden Corona-Impfung sei nicht möglich, hieß es.

Nun doch Ausnahme für Kinder bei neuer 2G-Regel in Berlin

16.52 Uhr: Berlin lässt nun doch Ausnahmen bei der neuen Corona-2G-Regel zu. Neben Geimpften und Genesenen sollen auch Kinder unter zwölf Jahren Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen haben, die diese 2G-Regel anwenden. Darauf verständigte sich der Senat am Mittwoch nach breitem Protest gegen das am Vortag beschlossene 2G-Optionsmodell, das keine solchen Ausnahmen vorsah.

Kinder ab sechs Jahren müssen demnach einen negativen Corona-Test vorweisen, soweit sie nicht im Rahmen des Schulbesuchs regelmäßig getestet werden. Das kann etwa in den Ferien der Fall sein.

Gleichzeitig bleibt es dabei, dass Betreiber selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu ihren Innenräumen wie bisher Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) erlauben oder unter Wegfall etwa der Maskenpflicht und mit mehr Teilnehmern nur noch Geimpften und Genesenen (2G). Das gilt ab Samstag. Im letzteren Fall dürfen nun auch Kinder unter zwölf Jahren dazukommen, für die es bislang keine Impfangebote gibt.

Desaströses Zeugnis für Deutsche Corona-Forschung

16.17 Uhr: Laut einer Analyse von Forschern aus Deutschland und der Schweiz hat die deutsche Corona-Forschung im Vergleich zu anderen Nationen desaströs abgeschnitten. Von den weltweit 3000 Studien mit evidenzbasiertem Protokoll, wurden nur 65 aus Deutschland registriert, heißt es in der als Pre-Print veröffentlichten Analyse des Department of Clinical Research des Universitätsspitals Basel und des Berlin Institute of Health. Alle 65 Studien hätten nur auf die Erfindung von neuen Impfstoffen oder Therapien abgezielt. Studien zu veränderten Lebensverhältnissen oder anderen Auswirkungen durch die Pandemie habe es nicht gegeben.

Viel schwerer dürfte aber der Vorwurf wiegen, dass von den 65 Studien überhaupt nur 14 zu Ende geführt wurden. 35 der Studien würden noch laufen. Zehn hingegen seien abgebrochen worden und sechs weitere hätten nicht einmal mit der Rekrutierung von Studienteilnehmern begonnen.

Generell scheinen die Forscher Probleme mit ihren Studienteilnehmern gehabt zu haben. Die Forscher hätten für ihre Studien durchschnittlich etwa mit 106 Versuchspersonen gerechnet, heißt es in der Analyse. Am Ende seien es trotz Millionen mit Corona Infizierter gerade einmal 15 Teilnehmer pro Studie geworden. Die Bundesregierung hat für öffentlich finanzierte Corona-Forschung bisher mehr als 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Spahn ruft erneut zum Impfen auf

15.10 Uhr: Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind mittlerweile rund 52 Millionen Menschen und damit 62,4 Prozent der Deutschen gegen Corona geimpft. Der CDU-Politiker warb erneut für die diese Woche gestartete Impfaktionswoche der Bundesregierung. "Aktuell ist es besonders einfach, sich impfen zu lassen", schrieb Spahn auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Bisher ist der Erfolg der Aktion jedoch überschaubar, wie aus Zahlen des Robert Koch-Institus hervorgeht. Zum Start der Woche am Montag hatten sich so wenige Menschen impfen lassen, wie seit sieben Monaten nicht mehr.

Drosten blickt mit Sorge auf den Winter – Andere Länder schon weiter als Deutschland

13.55 Uhr: Christian Drosten sieht einige Länder auf der Schwelle vom Übergang der Corona-Pandemie in eine Corona-Endemie – Deutschland zählt der Virologe jedoch nicht dazu. Eine endemische Situation beschreibt das regelmäßige Auftreten einer Krankheit. Forscher gehen davon aus, dass Sars-Cov-2 auch künftig in der Bevölkerung verbleiben, aber sich wie andere Corona-Viren abschwächen wird. Ähnlich wie die jährlichen Grippewellen.

„Ich glaube, es gibt Länder, die schaffen es jetzt im Herbst und im Winter, in die endemische Phase hineinzukommen. Großbritannien gehört wohl dazu. Deutschland Stand heute eher nicht.“, sagte Drosten der „Zeit“. Das liege daran, dass die Impfquote in Großbritannien höher als in Deutschland sei und das sich dort außerdem mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten. Daher ergebe sich in Deutschland eine sogenannte Immunitätslücke. Diese sei zu groß, um unbesorgt in den Winter zu gehen, sagte Drosten.

Söder: Drohende Einkommenseinbußen werden Impfbereitschaft steigern

13.20 Uhr: Die drohenden Einkommenseinbußen für Ungeimpfte durch Quarantäneauflagen werden nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder die Impfbereitschaft weiter steigern. Er glaube, dass sowohl die nicht mehr kostenlosen Corona-Tests als auch die neuen Quarantäneregeln "dem einen oder anderen noch mal ein zusätzliches Argument geben", in der Frage neu zu überlegen, sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch im Münchner Presseclub. Hinzu komme ja weiterhin die wissenschaftlich-medizinische Begründung und die emanzipatorische Frage, wie viel Freiheiten Geimpfte bekämen - "nämlich alle".

Einige Bundesländer - etwa Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, haben bereits beschlossen, dass der Lohn von ungeimpften Arbeitnehmern bei einer behördlich angeordneten Quarantäne nicht mehr vom Staat weitergezahlt wird. Allerdings gibt es hierzu noch keine einheitliche Regelung und auch keinen einheitlichen Stichtag.

Innenminister rechnen auch nach Corona mit mehr Arbeit für Polizei

13.09 Uhr: Auch nach einem Ende der Corona-Krise wird sich das Problem der vielen Überstunden bei den Polizeibehörden aus Sicht der Innenminister nicht in Luft auflösen. Corona sei "nur noch ein Vehikel für Demokratieverachtung", sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch beim Europäischen Polizeikongress in Berlin. Die während der Pandemie entstandene Protestbewegung, aus der heraus auch bürgerlich wirkende Demonstranten auf Polizisten losgingen, werde nicht einfach verschwinden.

Sein sächsischer Amtskollege, Roland Wöller (CDU), sagte: "Wir brauchen mehr Personal. Die Aufgaben werden größer." Im Landtag werde meist über Fußstreifen und die Präsenz der Polizeibeamten vor Ort gesprochen. Doch auch der öffentlich weniger sichtbare Kampf gegen Terrorgefahr, Cyberkriminalität und grenzüberschreitende Kriminalität seien enorm personalintensiv.

Geisel sagte, Überlegungen, in Berlin die Zahl der Einsatzereignisse zu reduzieren, seien bisher "schlicht nicht aufgegangen". Wenn sich - wie in Berlin geschehen - trotz der Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie Tausende im Park träfen und dann auch noch Flaschen flögen, müsse die Polizei vor Ort sein und handeln. Inzwischen denke man darüber nach, ob "der recht hoch gewählte Personalansatz" wirklich in jedem Fall erforderlich sei. „Aber ich bekenne, so den Königsweg an dieser Stelle, den haben wir noch nicht gefunden“, fügte er hinzu.

RKI meldet wohl deutlich zu niedrige Hospitalisierungsrate

12.23 Uhr: Seit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes gilt die Hospitalisierungsrate statt der Sieben-Tage-Inzidenz als entscheidender Maßstab zur Bewertung der Corona-Lage. Doch das Robert Koch-Institut (RKI) gibt die tagesaktuelle Hospitalisierungsrate nach Recherchen des "Spiegel" und der "Zeit" deutlich zu niedrig an. Das hat mit der Berechnungsmethode des RKI zu tun. Für diese werden alle Krankenhauseinweisungen berücksichtigt, die sieben Tage nach Meldung der jeweiligen Infektionen bei den Gesundheitsämtern erfolgten. Wird eine Person jedoch eingeliefert, nachdem die sieben Tage bereits verstrichen sind, taucht sie in den tagesaktuellen Werten des RKI nicht auf.

Doch gerade das ist der Regelfall. Denn schwere Verläufe entwickeln sich häufig erst über einen längeren Zeitraum. Demnach bildet die tagesaktuelle Hospitalisierungsrate des RKI nicht das tatsächliche Geschehen in den Krankenhäusern ab. Laut den Berechnungen von "Spiegel" und "Zeit" liegt die Auswertung des RKI um mehr als 70 Prozent unter der tatsächlichen Zahl der Krankenhauseinweisungen. Zwar korrigiert das RKI die Werte der Vorwochen im Nachhinein, nur dürfte diese Zahl in der öffentlichen Wahrnehmung dann nicht mehr so interessant sein. Schließlich agieren Politiker wohl mehrheitlich anhand des aktuellen Tageswerts.

Wie der SWR berichtet, hatten Gesundheitsbehörden bereits im August bei einer Konferenz von Bund und Ländern wegen der Diskrepanz deutliche Kritik geübt. Die Berechnungsmethode des RKI sei "nicht sinnvoll" bestätigte Christof Rübsamen, der Leiter des Gesundheitsamts Wilhelmshaven gegenüber dem "Spiegel".

Berliner Senat berät nun doch über 2G-Ausnahme für Kinder

10.30 Uhr: Angesichts breiten Protests gegen das neue 2G-Optionsmodell etwa für die Gastronomie oder Veranstaltungen will der Berliner Senat am Mittwoch nun doch über Ausnahmen für Kinder beraten. Das kündigte die Gesundheitsverwaltung am Morgen an. Es gehe um "die übergangsweise Erweiterung des 2G-Optionsmodells um Kinder unter zwölf Jahren, bis die Impfung dieser Kinder möglich ist", hieß es.

Am Dienstag hatte der von SPD, Linken und Grünen getragene Senat beschlossen, dass am Samstag in etlichen Bereichen Betreiber selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu Innenräumen wie bisher Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) erlauben oder unter Wegfall etwa der Maskenpflicht und mit mehr Teilnehmern nur noch Geimpften und Getesteten (2G).

Für breite Kritik auch aus den Reihen der Koalition hatte gesorgt, dass es laut der Senatsentscheidung für Kinder, für die noch keine Impfung möglich ist, keine Ausnahme geben soll. Hier will der Senat eineinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl nun offenbar schnell nachsteuern.

Von der Leyen: Eine Pandemie ist ein Marathon, kein Sprint

10.00 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die Bewältigung der Corona-Pandemie in der EU als Erfolg gewürdigt - zugleich jedoch zu weiteren Anstrengungen aufgerufen. Mit mehr als 70 Prozent vollständig Geimpften unter der erwachsenen Bevölkerung sei die EU allen Kritikern zum Trotz unter den weltweit führenden, sagte von der Leyen am Mittwoch in Straßburg in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union. Zudem habe die EU als einzige Region weltweit mehr als 700 Millionen Impfstoffdosen an mehr als 130 Länder weltweit weitergegeben. "Wir haben es richtig gemacht, weil wir es auf die europäische Weise gemacht haben."

Zugleich verwies von der Leyen mit Blick auf die Impfquoten auf weltweite Ungerechtigkeit. Priorität müsse sein, das Impfen weltweit zu beschleunigen. Das Ausmaß an Ungerechtigkeit sei offensichtlich. Die deutsche Politikerin kündigte an, die EU werde bis Mitte 2022 weitere 200 Millionen Impfstoff-Dosen spenden. „"Corona-Zeiten sind nicht vorbei", sagte von der Leyen. "Eine Pandemie ist ein Marathon, kein Sprint."

Broadway: Erste Musical-Vorstellungen nach 18 Monaten Pause

9.13 Uhr: Am Broadway in New York werden nach 18 Monaten Corona-Pause wieder vier beliebte Musicals gespielt. Theaterleute und Fans feierten am Dienstagabend die Rückkehr von "Hamilton", "Wicked", "Der König der Löwen" und "Chicago" in das berühmte Theaterviertel. Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem "wichtigen Abend" für den Neuanfang New Yorks. Die Broadway-Theater seien das "Herz" und die "Seele" der Stadt.

Die Broadway-Theater waren seit März 2020 geschlossen gewesen. Im Mai hatte New Yorks Ex-Gouverneur Andrew Cuomo den 14. September als Starttermin für den Broadway festgelegt. Einige Theater hatten schon ab Anfang September den Spielbetrieb wieder aufgenommen, große Musicals wurden bisher aber nicht gezeigt. In allen Theatern müssen Zuschauer, Darsteller und das Theaterpersonal vollständig geimpft sein. Die Zuschauer müssen zudem auch während der Vorstellungen Masken tragen.

Arizona zieht gegen Bidens Impfvorgaben vor Gericht

8.43 Uhr: Arizona ist als erster US-Bundesstaat gegen die neuen Corona-Impfvorgaben von Präsident Joe Biden vor Gericht gezogen. Arizonas Generalstaatsanwalt Mark Brnovich erklärte am Dienstag, die Impfpflicht für Bundesbedienstete und die Impf- oder Testpflicht für Mitarbeiter großer Unternehmer seien "verfassungswidrig".

"Die Regierung kann Menschen nicht dazu zwingen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen", erklärte der Republikaner. Die Regierung des Demokraten Biden missachte einmal mehr die geltenden Gesetze, um ihre "radikale Agenda voranzutreiben".

In der bei einem Bundesgericht eingereichten Klage argumentiert Brnovich, mit den neuen Impfvorgaben würden US-Bürger gegenüber "illegalen Migranten" benachteiligt - für diese gelte nämlich keine Impfpflicht. "Für Migranten, die illegal die Südgrenze (der USA) überschreiten, gibt es keinerlei Impfvorgaben." Das stelle eine "verfassungswidrige Bevorzugung von illegalen Migranten dar". Arizona liegt an der Grenze zu Mexiko.

Feuer in sächsischem Impfzentrum - Ursache unklar

8.01 Uhr: In einem Impfzentrum im Vogtlandkreis (Sachsen)ist am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. Die Hintergründe des Brandes in der Kleinstadt Treuen waren zunächst unklar, wie die Polizei am Mittwochfrüh mitteilte. Auch die Höhe des entstandenen Schadens war am Morgen noch nicht bekannt.

WHO fordert mehr Gerechtigkeit bei Impfstoffverteilung

7.31 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Impfstoffe im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt und dabei vor allem auf Versorgungslücken in Afrika hingewiesen. "Weltweit wurden mehr als 5,7 Milliarden Dosen verabreicht, aber nur 2 Prozent davon in Afrika", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag. Das schade nicht nur den Menschen in Afrika, sondern allen. Lesen Sie auch: Sterilisation in Afrika? Frank Thelen bittet um Entschuldigung

Ischgl-Prozess: Witwe fordert 100.000 Euro

7.11 Uhr: "Diese Gebiete werden ab sofort isoliert." Der schlanke Satz von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Pressekonferenz zur Ausbreitung des Coronavirus am 13. März 2020 schlug ein. Viele Touristen in den Tiroler Skiorten Ischgl, Galtür oder St. Anton am Arlberg - diese Gebiete waren gemeint - hörten die Nachricht noch beim Skifahren und wollten durch sofortige Abreise einer möglichen Quarantäne entkommen. Unter chaotischen Bedingungen fuhren Infizierte heim und trugen so zur europaweiten Verbreitung des Virus bei. Ein österreichischer Journalist nahm den Bus zum Bahnhof. Es wurde wegen Staus eine gefährlich lange Fahrt. Kurz darauf ist er an Covid-19 gestorben.

Am 17. September beginnt mit der Klage der Witwe und ihres Sohnes auf 100.000 Euro Schadenersatz das erste von vielen Verfahren auch deutscher Kläger gegen die Republik Österreich. Die sogenannte Amtshaftungsklage sieht ein Versagen der Behörden, die zu spät vor dem Virus gewarnt und zu spät gehandelt hätten. "Ich schätze, dass letztlich bis zu 3000 Ansprüche an die Republik gestellt werden", sagt Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein (VSV) in Wien, der die Kläger betreut.

Lambrecht fordert mehr Hilfe für psychisch belastete Kinder in der Pandemie

3.33 Uhr: Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht fordert eine stärkere Unterstützung für psychisch belastete Kinder in der Corona-Pandemie: Zu oft fehle professionelle Hilfe dort, wo sie am dringendsten benötigt werde, sagte die SPD-Politikerin dieser Redaktion. "Für die Kinder, die unter psychischen Erkrankungen leiden, brauchen wir eine bessere und frühzeitigere Versorgung. Eltern müssen schneller einen Therapieplatz für ihr Kind bekommen." Hier bestehe großer Handlungsbedarf.

An diesem Mittwoch kommt der Bericht der gemeinsamen Arbeitsgruppe des Bundesgesundheits- und des Bundesfamilienministeriums "Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona" ins Kabinett. Die Arbeitsgruppe hat zusammen mit Expertinnen und Experten insgesamt 26 Empfehlungen für Länder und Kommunen erarbeitet, durch die weitere Belastungen für Kinder und Jugendliche vermieden und bestehende Belastungen abgebaut werden können. Darunter findet sich auch die Forderung nach einer Sicherstellung ausreichender psychotherapeutischer Versorgungsangebote.

Verdi-Chef Werneke kritisiert Länderpläne zur Abschaffung der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne

2.25 Uhr: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat das Vorhaben vieler Bundesländer kritisiert, die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne zu beenden. Aus Sicht der Gewerkschaft sei es falsch zu versuchen, eine "Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Frank Werneke dieser Redaktion. "Die Politik steht im Wort, dass Impfen freiwillig bleiben soll." Die von Arbeitgeberverbänden und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgelöste Debatte zur Streichung des Entgeltersatzes sei kontraproduktiv, verlagere die Konflikte in Betriebe und Belegschaften und sorge für Verunsicherung.

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften leisteten seit Monaten einen aktiven Anteil daran, das Impftempo in Deutschland zu beschleunigen. "Arbeitgeber sind nun gefordert, nachdrücklich für Impfungen zu werben und sie in der Arbeitszeit zu ermöglichen", forderte Werneke.

Corona-News von Dienstag, 14. September: Verband: Maskenproduktion in Deutschland steht weitgehend still

22.26 Uhr: Die deutschen Hersteller von Corona-Schutzmasken haben nach Angaben des Maskenverbandes Deutschland ihre Produktion fast vollständig eingestellt. "Bis auf wenige Ausnahmen stehen alle Maschinen still", sagte Sprecher Stefan Bergmann dem "General-Anzeiger" am Dienstag. Als Grund nannte er ausbleibende Großaufträge öffentlicher Abnehmer und des Gesundheitswesens wegen des großen Angebots billiger Masken aus China.

"Wir sind angewiesen auf Großaufträge vom Gesundheitswesen, Kommunen und Behörden wie der Polizei", sagte Bergmann. Die Landesministerien müssten Anweisungen herausgeben, dass Behörden nicht nur nach dem Preis Aufträge vergeben dürfen. Sollte die Nachfrage nach deutschen Masken durch Lieferschwierigkeiten der chinesischen Hersteller wieder steigen, könnte der Betrieb schnell wieder hochgefahren werden. "Noch haben wir die Maschinen, aber in einem halben Jahr wird das vermutlich nicht mehr so sein."

Ciesek sieht Dänemark als Vorbild für Deutschland

21.39 Uhr: Die Virologin Sandra Ciesek hat im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" Dänemark als Vorbild für Deutschland ausgelobt. Im Nachbarland sind seit kurzem so gut wie alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Gastronomie und Stadien sind für jedermann geöffnet. 2G- oder 3G-Regeln gibt es nicht. Die Lockerungen der dänischen Regierung sind dank einer außergewöhnlich hohen Impfquote von zirka 86 Prozent möglich. In Deutschland sind es nur rund 62 Prozent. "Ich habe das Gefühl, dass die Dänen viel geschlossener sind, viel solidarischer miteinander umgehen und die Maßnahmen viel besser akzeptiert haben als in Deutschland", sagte Ciesek.

Aus ihrer Sicht sei Dänemark der Übergang von der Pandemie in eine Endemie gelungen. "Wenn keine neuen Überraschungen mit neuen Varianten kommen, kann das sehr gut klappen", sagte die Direktorin der Medizinischen Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt.

In Frankreich gilt ab Mittwoch Impfpflicht für Pflegepersonal und Feuerwehr

20.55 Uhr: In Frankreich gilt ab Mittwoch eine Corona-Impfpflicht für alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen, Pflegediensten sowie für Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehr. Gesundheitskräfte, die nicht mindestens eine erste Impfdosis erhalten haben, müssen von Mittwoch an mit Sanktionen rechnen. Wer bis zum 15. Oktober nicht vollständig immunisiert ist, dem drohen Konsequenzen bis hin zum Berufsverbot.

Gegen die Regelung waren in den vergangenen Wochen zehntausende Franzosen auf die Straße gegangen. Umfragen zufolge befürworten allerdings bis zu drei Viertel der Franzosen die Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal. Insgesamt sind inzwischen etwa 70 Prozent der französischen Bevölkerung geimpft.

Niederlande schaffen Abstands-Regel ab

19.48 Uhr: Nach rund 18 Monaten machen die Niederlande in der Corona-Pandemie einen großen Schritt zurück zur Normalität. Der verpflichtende Sicherheitsabstand von 1,5 Meter werde ab dem 25. September abgeschafft, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag an. Zugleich wird aber ein sogenannter Corona-Pass für Gaststätten, Sportveranstaltungen und Kultur eingeführt. Besucher müssen nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind.

Premier Rutte ermahnte aber weiterhin zur Vorsicht. "Das ist nicht der Tag, an dem alles wieder so sein wird wie vor Corona, dafür gibt es noch zu viele Infektionen und werden noch zu viele Menschen in Krankenhäuser eingeliefert." Die Unsicherheit über die Entwicklung im Herbst bleibe weiter groß, so der rechtsliberale Premier.

Niederländische Experten raten von generellen Auffrischungsimpfungen ab

18.20 Uhr: Nach einer Empfehlung von Expertinnen und Experten sollen in den Niederlanden vorerst nur Menschen mit einem geschwächten Immunsystem eine dritte Coronavirus-Impfung verabreicht werden. Dem niederländischen Gesundheitsrat zufolge sei eine generelle Auffrischung nicht bei allen Geimpften nötig. Zwar lasse der Impfschutz mit der Zeit nach, allerdings sei selbst dann ein ausreichender Schutz vor schweren Verläufen der Virusinfektion gegeben. Die Empfehlungen des Gesundheitsrats werden von der niederländischen Regierung in der Regel umgesetzt.

Impfaktionswoche startet schwach

17.37 Uhr: Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgerufene Impfaktionswoche ist nur schwach angelaufen - offenbar haben sich nur wenige Menschen im Rahmen der Sonderaktion impfen lassen. Wie das Robert Koch-Instituts (RKI) berichtet, wurden am Montag in ganz Deutschland nur 118.048 Dosen Impfstoff verabreicht. Dabei handelt es sich um den niedrigsten Wert an einem Wochentag seit mehr als sieben Monaten. Zu beachten sei allerdings, dass es noch Nachmeldungen geben könnte. Vergangenen Montag fanden noch mehr als 153.000 Impfungen statt.

Immer mehr Infizierte nach "2G"-Party in Münster: Zahl steigt auf 72

16.59 Uhr: Die Zahl der bekanntgewordenen Corona-Infektionen unter den Besuchern der "2G"-Clubparty in Münster ist auf 72 gestiegen. Davon kämen 55 Gäste aus Münster, die übrigen Personen wohnten in der erweiterten Region, teilte die Stadt am Dienstag mit. "Auch ein Mitarbeiter des Clubs ist infiziert", hieß es. Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen. Für den Zutritt galt die 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen.

Die Infizierten zeigten entweder milde oder keine Symptome. "Weitere Ansteckungen sind wahrscheinlich, da vereinzelt noch Infektionsmeldungen mit Bezug zu dem Club-Event eintreffen." Von den Infizierten aus Münster forderte das Gesundheitsamt Impfnachweise an. Bisher hätten keine Verstöße bei den Impfnachweisen festgestellt werden können, berichtete die Stadt. Auch sonst habe sich der Club nach bisherigem Kenntnisstand an die rechtlichen Rahmenbedingungen und behördlichen Auflagen gehalten.

Corona: Booster-Impfung ist nicht für jeden sinnvoll

16.27 Uhr: Eine Booster-Impfung kann Leben schützen – doch offenbar braucht gar nicht jedes Leben Schutz durch eine Auffrischung der Corona-Impfung. Lesen Sie dazu: Studie: Booster-Impfung nur für bestimmte Gruppen sinnvoll

(fmg/dpa/afp/epd)

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