Corona-Newsblog

Stiko empfiehlt Auffrischungsimpfungen für Risikopatienten

Lesedauer: 68 Minuten
RKI-Strategie für den Herbst und Winter - das sind die wichtigsten Punkte

RKI-Strategie für den Herbst und Winter - das sind die wichtigsten Punkte

Das RKI hat eine neue Strategie für den kommenden Herbst und Winter erarbeitet. Damit soll ein weiterer Lockdown verhindert werden. Die Strategie ist vorerst nur eine Empfehlung für die Bundesländer.

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine neue Empfehlung für die Corona-Auffrischungsimpfungen gegeben. Mehr im Corona-Newsblog.

  • Das RKI meldet am Donnerstag neue Fallzahlen und erneut eine gesunkene Inzidenz
  • Die Stiko empfiehlt Risikopatienten die Corona-Auffrischungsimpfung
  • Eine Mitentwicklerin des Astrazeneca-Impfstoffes hält eine gefährliche Corona-Variante für unwahrscheinlich
  • Das RKI legt ein neues Papier mit Anti-Lockdown-Strategie vor
  • Ungeimpfte erhalten ab 1. November keine Lohnfortzahlungen im Quarantänefall

Berlin. Mitten in der vierten Welle der Corona-Pandemie geht es mit der deutschen Impfkampagne nur schleppend voran. Aktuell sind rund 63 Prozent der Menschen vollständig gegen das Virus geimpft. Die mangelnde Impfbereitschaft vieler Menschen bereitet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Sorge. In einem neuen Strategiepapier präsentiert das Robert Koch-Institut Pläne, um den Impffortschritt voranzutreiben – außerdem eine Strategie, wie man im Winter einen Lockdown umgehen könnte.

Der Druck auf Ungeimpfte erhöht sich bereits durch eine Entscheidung, die die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch getroffen haben: Demnach soll es für Verdienstausfälle wegen einer angeordneten Quarantäne für die meisten ungeimpften Arbeitnehmer spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr geben. Greifen soll dies für alle, für die es eine Impfempfehlung gibt und die eine Impfung erhalten können. Spahn hatte erklärt, es gehe nicht um Druck, sondern auch um Fairness.

Interaktive Grafik: Corona-Inzidenzen nach Alter

Aus Sicht vieler Expertinnen und Experten sollte aktuell noch auf Booster-Impfungen in der Masse der Bevölkerung verzichtet werden. Um die Zahl der Neuinfektionen zu bremsen und die Entstehung von neuen Corona-Varianten zu unterbinden, fordern Forschende und die Weltgesundheitsorganisation eine gerechtere weltweite Verteilung von Vakzinen wie Biontech, Moderna oder Astrazeneca.

RKI meldet neue Infektionszahlen

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 63,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 65,0 gelegen, vor einer Woche bei 76,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.696 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.925 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 115 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 68 Todesfälle gewesen. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Donnerstag, 23. September: Modeunternehmen bringt Corona-Impf-Hoodie heraus

22.32 Uhr: Das Modeunternehmen Valentino hat auf seiner Instagram-Seite einen ungewöhnlichen Kapuzenpullover angekündigt. Der limitierte Hoodie trägt das Logo des Unternehmens - darunter steht "vaccinated", was übersetzt "geimpft" heißt. Valentino will damit eine Botschaft für das Impfen gegen das Coronavirus senden. Die Einnahmen sollen gespendet werden, um auch in ärmeren Ländern Corona-Impfungen zu ermöglichen.

Weniger unter Dreijährige in Kindertagesbetreuung

20.45 Uhr: Die Zahl der in einer Kita oder von einer Tagesmutter betreuten Kinder unter drei Jahren ist zum ersten Mal seit Jahren gesunken. Zum Stichtag 1. März 2021 seien insgesamt 809.908 Kinder dieser Altersgruppe in öffentlicher Betreuung gewesen und damit 2,3 Prozent weniger Kinder als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Dies sei der erste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2006.

Die Statistiker gehen davon aus, dass der Rückgang neben der Bevölkerungsentwicklung auch mit der Corona-Pandemie zusammenhängt. Wegen der Krisensituation seien neue Betreuungsverträge teilweise nicht abgeschlossen worden, weil etwa "Schnuppertage" oder die Eingewöhnung der Kinder in den Kitas nur eingeschränkt möglich gewesen seien. Zudem seien eine geringere Nachfrage oder die Kündigung von Verträgen aufgrund einer Betreuung zuhause denkbar, hieß es. Die Betreuungsquote sank den Angaben zufolge um 0,6 Prozentpunkte auf 34,4 Prozent. Im vergangenen Jahr betrug die Quote noch 35 Prozent.

EMA prüft dritte Dosis von Biontech-Impfstoff

18.11 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft zur Zeit einen Antrag der Impfhersteller Pfizer und Biontech für eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus. Das teilte die Behörde am Donnerstag in Amsterdam mit. Dieser sogenannter Booster zum Schutz vor einer Corona-Infektion könnte vollgeimpften Personen ab 16 Jahre und frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gespritzt werden. Nach Bewertung der vom Hersteller vorgelegten Daten will die EMA Anfang Oktober über den Antrag entscheiden.

Verschiedene Länder bieten bereits die dritte Impfdosis an, allerdings vorerst nur für Patienten mit einem besonders geschwächten Immunsystem.

Hersteller haben nach Angaben der EMA bisher noch keinen Antrag auf Zulassung von Impfstoffen für Kinder unter elf Jahre gestellt. Die Behörde erwartet jedoch, dass Pfizer erste Daten zur Prüfung Anfang Oktober übermittelt. Das Unternehmen Moderna wolle diese im November vorlegen. Die Impfstoffe beider Hersteller sind bisher als einzige auch für Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen.

Stiko empfiehlt Auffrischungsimpfungen für Risikopatienten

17.40 Uhr: Rund drei Wochen nach dem bundesweiten Start der Auffrischungsimpfungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen liegt jetzt auch eine entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) dazu vor. Die Stiko empfiehlt Auffrischungsimpfungen zunächst nur für Risikopatienten: "Wir haben die Sichtung aller wissenschaftlichen Daten zur Frage der Auffrischungsimpfungen für bestimmte Risikogruppen abgeschlossen und als Kommission eine Empfehlung beschlossen", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens unserer Redaktion.

"Die Stiko empfiehlt abgestuft Auffrischungsempfehlungen für Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem medikamentös reguliert wird, etwa bei Rheuma oder nach einer Transplantation." Eine generelle Empfehlung für Auffrischungsimpfungen nach Altersgruppen, etwa für die über 80-Jährigen, gebe die Stiko zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, so Mertens. Die Kommission prüfe allerdings derzeit, inwieweit die Studienlage eine generelle Impfempfehlung in bestimmten Altersgruppen begründe.

Aktuell können Menschen über 80 Jahre und Menschen mit besonderem Risiko eine Auffrischungsimpfung bekommen. Eine entsprechende Empfehlung der Stiko lag dazu bislang nicht vor.

Spahn mahnt mehr Kontrollen von 3G-Nachweisen an

16.39 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat stärkere Kontrollen von Nachweisen angemahnt, wenn Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete gelten. "Ich glaube, dass mehr verbindliches Überprüfen auch bei uns noch den einen oder anderen überzeugen kann, sich impfen zu lassen", sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal Watson (Donnerstag). "Ich bin bei meinem Kurzbesuch in Rom zum Treffen der Gesundheitsminister der G20-Staaten an einem Tag öfter kontrolliert worden als hier in zwei Wochen."

Bund und Länder haben mit Blick auf Herbst und Winter vereinbart, dass in bestimmten Innenräumen wie Restaurants oder bei Veranstaltungen die 3G-Regel gelten soll: Zugang nur für vollständig Geimpfte, Genesene oder aktuell negativ Getestete. Dies ist jeweils auch durch Nachweise zu belegen.

Spahn warb erneut für mehr Impfungen - auch aus Rücksicht auf die Belastung von Pflegekräften. "Auf den Intensivstationen sind fast nur Covid-19-Patienten ohne Impfung", sagte er. "Darüber sind natürlich Pflegekräfte, die jetzt drei Wellen mit vollen Intensivstationen und viel Stress hinter sich haben, enorm frustriert. Ich verstehe das gut."

Impfstoffentwicklerin: Gefährlichere Corona-Variante unwahrscheinlich

16.11 Uhr: Eine der Entwicklerinnen des Astrazeneca-Impfstoffs gegen Corona hält die Entstehung einer noch gefährlicheren Variante des Virus als Delta aktuell für eher unwahrscheinlich. "Normalerweise werden Viren harmloser, während sie zirkulieren, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es noch eine bösartigere Version von Sars-CoV-2 geben wird", sagte die Immunologin Sarah Gilbert von der Universität Oxford am Donnerstag bei einer Online-Veranstaltung der Royal Society of Medicine.

Sie gehe auch nicht davon aus, dass das Virus so mutiere, dass es sich etwa der Wirkung der Impfstoffe entziehe. Vielmehr vermutet Gilbert, dass das Virus sich angesichts der wachsenden Immunität in der Bevölkerung ähnlich wie andere saisonale Coronaviren entwickeln werde.

Corona-Ausbruch unter Schülern - Ansteckung auf Busfahrt?

15.52 Uhr: An neun Schulen im Main-Kinzig-Kreis in Hessen hat es eine auffällige Häufung an Corona-Infektionen gegeben. Insgesamt wurden bislang 82 Fälle bestätigt, wie ein Sprecher am Donnerstag in Gelnhausen mitteilte. Der Kreis geht davon aus, dass sich ein Großteil der Kinder in der vergangenen Woche bei einer Fahrt im Schulbus angesteckt hat. Betroffen sind demnach vor allem Schüler der Bergwinkel-Grundschule in Schlüchtern. Der private Rundfunksender "Hit Radio FFH" hatte über den Corona-Ausbruch berichtet.

An allen Schulen, die von der Buslinie angefahren werden, wurden eine Maskenpflicht und tägliche Schnelltests angeordnet. "Bis der Vorgang rund um diese Busfahrt komplett aufgearbeitet ist, wird das Unternehmen nicht im Einsatz sein", sagte der Kreis-Sprecher. Die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig habe vorübergehend einen anderen Anbieter beauftragt. Unter den Infektionen sind den Angaben zufolge auch 20 Folgeinfektionen innerhalb der betroffenen Familien.

Millionenschwere Förderung für Forschung zu Corona-Spätfolgen

14.26 Uhr: In Israel werden Lehrer ohne den sogenannten Grünen Pass, die sich auch nicht auf das Coronavirus testen lassen wollen, ab dem 3. Oktober vom Unterricht freigestellt. Den Grünen Pass gibt es für Geimpfte und Genesene. Die Lehrer dürfen dann auch nicht online unterrichten und erhalten kein Gehalt, wie eine Sprecherin des Erziehungsministeriums am Donnerstag bestätigte.

Laut Medienberichten sind von 3. Oktober an Grüne Pässe auch nur noch bis zu sechs Monate nach der zweiten Impfung gültig. Danach müssen Betroffene eine dritte Spritze als Auffrischung erhalten.

Israel bemüht sich angesichts hoher Infektionsraten die stagnierende Impfquote zu erhöhen und Impfskeptiker und -verweigerer zu erreichen. 5921 neue Corona-Fälle meldete das Gesundheitsministerium am Donnerstag für den Vortag. Bisher sind rund 60 Prozent der 9,4 Millionen Einwohner zweifach geimpft, knapp 34 Prozent dreifach.

Millionenschwere Förderung für Forschung zu Corona-Spätfolgen

13.40 Uhr: Die Bundesregierung unterstützt mit einem weiteren millionenschweren Förderprogramm die Erforschung der Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen. Für zehn Forschungsvorhaben werden insgesamt 6,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wie das Bundesforschungsministerium am Donnerstag mitteilte. Ziel sei es, "möglichst zeitnah" die Kenntnisse über Long Covid zu verbessern.

"Die Pandemie ist noch nicht vorbei", mahnte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Die Zahlen und Statistiken zeigten, dass sich die Krankheit insbesondere in den jüngeren Altersgruppen weiterhin ausbreite. "Besondere Sorge bereiten mir dabei die Spätfolgen einer Erkrankung", erklärte Karliczek. Sehr viele Patientinnen und Patienten litten auch Wochen oder Monate danach noch an Symptomen, unabhängig von der Schwere des Krankheitsverlaufs.

Bundesregierung fördert Kurzurlaub für arme Familien

12.27 Uhr: Die Bundesregierung fördert kurze Urlaube von armen Familien, damit sich diese von den Strapazen der Corona-Zeit erholen können. Ab sofort können die Aufenthalte gebucht werden, wie das Bundesfamilienministerium am Donnerstag mitteilte. Bei der "Corona-Auszeit" können Familien demnach eine Woche Urlaub in einer gemeinnützigen Familienferienstätte oder Jugendherberge machen. Sie müssen dabei lediglich rund zehn Prozent der regulär anfallenden Kosten für Unterkunft und Verpflegung zahlen.

"Nach den enormen Anstrengungen durch die Pandemie sehnen sich viele Familien danach, endlich wieder rauszukommen, abzuschalten und Kraft zu tanken", erklärte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) zum Start des Programms. "Nicht jede Familie kann sich einen Urlaub leisten, aber alle sollen sich erholen können."

Gebucht werden können Aufenthalte, die ab Oktober beginnen. Weitere Informationen und einen Überblick über alle teilnehmenden Einrichtungen gibt es auf der Internetseite des Ministeriums unter bmfsfj.de/corona-auszeit. Fragen werden an der kostenlosen Hotline 0800-8661159 beantwortet.

Schleswig-Holstein will Maskenpflicht an Schulen Ende Oktober enden lassen

10.29 Uhr: Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat den Schülerinnen und Schüler im Norden ein Ende der Maskenpflicht für einen Zeitpunkt nach den Herbstferien in Aussicht gestellt. In weiten Teilen des gesellschaftlichen Lebens gilt in Schleswig-Holstein bereits seit Montag die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet). Beispielsweise im Theater, bei Veranstaltungen und Fußballspielen gelten dabei keine Beschränkungen mehr. Es gibt dort dann auch keine Pflicht mehr zum Tragen einer Maske. Sie ist einer Empfehlung gewichen.

Dortmund: Maskenverweigerer attackiert Bahnmitarbeiter

9.32 Uhr: Am Dienstag hat am Dortmunder Hauptbahnhof ein Maskenverweigerer einen Bahnmitarbeiter attackiert. Der Bahnmitarbeiter hatten den 49-Jährigen mehrfach gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der Bundespolizei zufolge habe sich der Mann geweigert, eine Maske zu tragen und sei daher aus dem Gebäude geführt worden. Der Mann sich soll sich allerdings losgerissen und einen 19-jährigen Bahnmitarbeiter zu Boden gestoßen haben.

Der Mitarbeiter erlitt diverse Verletzungen und musste von einem Arzt behandelt werden. Die Polizei ermittelt nun wegen Körperverletzung und dem Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung. Vor der Tat soll der Maskenverweigerer mehrere Fahrgäste in dem Bahnhof in NRW verbal belästigt, und um Kleingeld gebettelt haben.

RKI: So könnte der Winter ohne Lockdown gelingen

8.55 Uhr: Da die aktuelle Infektionslage noch "überschaubar" sei, müsse man dem RKI zufolge nun "präventive Maßnahmen für den Herbst und Winter" vorbereiten, heißt es in dem am 14. September aktualisierten Strategiepapier. Bis Frühjahr 2022 sollten "Basismaßnahmen" beibehalten werden.

Um den Anteil der vollständig geimpften Personen in allen Bereichen und Bevölkerungsgruppen zu steigern, schlägt das RKI "aufsuchende Impfangebote" und "Schwerpunktimpfungen" vor. Entsprechend sollen Impfteams gezielt in Regionen, Nachbarschaften, Berufsgruppen und Bevölkerungsschichten mit besonders vielen Ungeimpften und gefährdeten Personen entsendet werden. Zudem sei mehr Aufklärungsarbeit nötig: Die Bevölkerung müsse "umfassend" und "deutlich" darüber informiert werden, was im Herbst und Winter droht und wie jeder einzelne zur Bewältigung der Pandemie beitragen kann.

Bei steigenden Inzidenzen seien zusätzliche Maßnahmen nötig. In dem Stufenkonzept namens "ControlCovid-Strategie" nennt das RKI auch konkrete Schwellenwerte. Darin werden die Sieben-Tage-Inzidenz-, die Hospitalisierungsrate und der Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen als Leitindikatoren genannt. Die Stufen teilt das RKI in Basisstufe, Stufe 1 und Stufe 2 ein. Die jeweils nächste Eskalationsstufe soll ausgelöst werden, wenn zwei der drei Leitindikatoren die Grenzwerte an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten haben. Von Stufe zu Stufe sollen strengere Regeln gelten.

Experten: Pandemie: Deutlich mehr psychische Probleme bei Kindern in England

7.41 Uhr: Die Pandemie hat bei der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in England deutliche Spuren hinterlassen. Im zweiten Quartal 2021 waren mit 190 271 Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren fast doppelt so viele in psychischer Behandlung wie im gleichen Zeitraum zwei Jahre zuvor, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS hervorgeht. Damals waren es 97 342. Auch die Zahl sehr dringender Fälle nahm deutlich zu.

"Die Pandemie hatte einen zerstörerischen Einfluss auf die mentale Gesundheit unserer Nation, aber es wird immer klarer, dass besonders Kinder und junge Menschen leiden", sagte Elaine Lockhart vom Royal College of Psychiatrists, die die Daten mit ihrem Verband analysierte. Lockhart rief den neu ernannten britischen Bildungsminister Nadhim Zahawi dazu auf, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zur Priorität zu erklären und entsprechende finanzielle Mittel bereitzustellen.

Corona-Maßnahmen an Schulen noch über Monate

6.57 Uhr: Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte müssen nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands wohl noch Monate mit Einschränkungen wie Masken, Tests und Abstandsregeln zurechtkommen. Den "Freedom Day" für Schulen sehe man frühestens ab etwa Februar 2022 als wahrscheinlich und möglich an, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur.

Auch die Bildungsgewerkschaften GEW und VBE, die hunderttausende Lehrkräfte in Deutschland vertreten, sehen die Schulen im neuen Schuljahr, das nun überall in Deutschland läuft, noch weit von einer Normalität wie vor Corona entfernt. An einen Schulalltag wie vor der Pandemie sei weiter nicht zu denken, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann der dpa. "Dafür nimmt das Testen, Abstand halten und die Unterbrechung durch das ständige Lüften weiter zu viel Platz ein."

Dario Schramm, der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, sieht zwar inzwischen deutlich mehr Normalität an den Schulen als noch vor den Sommerferien. "Es ist trotzdem ein Corona-Schuljahr bis jetzt." Er äußerte zudem die Befürchtung, dass Schülerinnen und Schüler wegen der Lüftungsvorgaben und fehlender Lüftungsanlagen auch in diesem Herbst und Winter wieder frierend mit Mütze, Schal und Winterjacke im Klassenzimmer sitzen werden.

US-Behörde FDA erlaubt Corona-Auffrischungsimpfung für Risikogruppen

2.51 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer für ältere Menschen und Risikogruppen genehmigt. Das teilte die FDA am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Sie folgte damit der Empfehlung eines Expertengremiums aus der vergangenen Woche. In den USA ist damit eine weitere Einzeldosis des Impfstoffs für die Verabreichung mindestens sechs Monate nach den ersten beiden Impfungen für Menschen über 65 sowie jüngere Menschen mit gesundheitlichen oder beruflichen Risikofaktoren zugelassen.

Die FDA erlaube Booster-Impfungen für bestimmte Gruppen wie Gesundheitspersonal, Lehrer und Erzieher, Supermarktmitarbeiter und Menschen in Obdachlosenunterkünften oder Gefängnissen, erklärte die FDA-Beauftragte Janet Woodcock. Grundlage für die Entscheidung seien der wissenschaftliche Erkenntnisstand und die Empfehlungen des Beratungskomitees, in dem unabhängige Experten sitzen. Man werde die sich schnell entwickelnden wissenschaftlichen Erkenntnisse zur "Sicherheit und Effektivität von Covid-19-Impfungen, einschließlich der Verwendung von Auffrischungsimpfungen" auch weiter bewerten und die Öffentlichkeit entsprechend informieren.

Das Expertengremium der FDA hatten zuletzt den Impfplänen von US-Präsident Joe Biden einen Rückschlag verpasst. Die einflussreiche Gruppe von Wissenschaftlern war am Freitag nach langer Diskussion zu dem Schluss gekommen, dass die Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für Menschen älter als 16 Jahre nicht rechtfertigten. Da hatte Biden bereits einen Impfstart ab dem 20. September für all jene angekündigt, deren Impfung acht Monate her ist.

Studie: Wirkung von Biontech/Pfizer-Impfstoff lässt stetig nach
Studie: Wirkung von Biontech/Pfizer-Impfstoff lässt stetig nach

Die FDA folgte nun der Empfehlung der Berater. Formell handelt es sich bei dem Schritt um eine Erweiterung der seit Dezember 2020 bestehenden Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer. Das Präparat selbst unter dem Namen Comirnaty hat in den USA seit Ende August allerdings auch die vollständige Zulassung. Bei beiden Impfstoffen handele es sich um dieselbe Formel, betonte die FDA.

DGB kritisiert Aus der Quarantäne-Entschädigung für Ungeimpfte

1.45 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat scharfe Kritik an dem Beschluss der Gesundheitsminister geübt, dass Nicht-Geimpfte künftig bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne keine Entschädigung mehr bekommen sollen. "Es kann nicht sein, dass die Politik die Verantwortung für den Kampf gegen die Pandemie einfach bei den Beschäftigten ablädt", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Eine Impfpflicht durch die Hintertür lehnen wir weiterhin ab." Außerdem bedeute die Neuregelung auch, dass Beschäftigte dem Arbeitgeber ihren Impfstatus offenlegen müssten.

Hoffmann betonte, es sei eine der wichtigsten Errungenschaften der Arbeiterbewegung, dass Arbeitgeber so wenig wie absolut nötig über das Privatleben und damit auch die Gesundheitsentscheidungen der Beschäftigten erfahren. Vorerkrankungen, gesundheitliche Einschränkungen oder sonstige Informationen über Eingriffe in den eigenen Körper seien - bis auf Informationen über die grundsätzliche Eignung für die Ausübung der jeweiligen Tätigkeit - Privatsache der Beschäftigten. "Wir wollen nicht, dass Arbeitgeber ihre Machtposition über die Kenntnis der Gesundheitsdaten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbauen."

Lohnfortzahlung: Städte- und Gemeindebund begrüßt Entscheidung der Gesundheitsminister

1.00 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat sich hinter die Entscheidung der Gesundheitsminister gestellt, dass Ungeimpfte keine Lohnfortzahlung erhalten, wenn sie in Quarantäne müssen.

"Es ist eine individuelle Entscheidung, sich trotz des bestehenden Angebotes nicht impfen zu lassen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion. "Das bedeutet aber auch, dass die Konsequenzen dieser Entscheidung selbst zu tragen sind." Es gebe keinen Grund, weshalb die Allgemeinheit in diesen Fällen die Lohnfortzahlung finanzieren sollte.

Mittwoch, 22. September: Reeperbahn-Festival trotzt Corona

23.02 Uhr: Die britische Musikikone Sting hat am Mittwochabend das Reeperbahn-Festival in Hamburg eröffnet. "Das war mein erster Auftritt seit zwei Jahren. Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich das Reeperbahn-Festival eröffnen darf", sagte der 69-Jährige während der Gala im Stage-Operettenhaus, bei der unter anderen auch Joy Denalane, das Avantgarde-Pop-Duo Ätna und die britische Songwriterin Griff auf der Bühne standen.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hob das Festival als wichtige Veranstaltung für die Branche hervor. "Das Reeperbahn-Festival ist für Musik, was die Berlinale für den Film und die Frankfurter Buchmesse für die Literatur ist", sagte er zum Start der 16. Ausgabe des Clubfestivals und des renommierten Branchentreffs.

2020 war das Festival als pandemiegerechte Version eine Art Blaupause für vergleichbare Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen gewesen. In diesem Jahr soll es vor allem um den Aufbruch in eine Normalität trotz Corona gehen.

Impfpflicht für Personal zwingt französische Klinik in Notbetrieb

21.43 Uhr: Nach Einführung einer Impfpflicht für Klinikpersonal in Frankreich hat der Krankenhausverbund der elsässischen Grenzstadt Mühlhausen auf Notbetrieb umstellen müssen. Von den rund 6000 Beschäftigten seien mehr als 170 noch nicht geimpft und deswegen vom Dienst suspendiert worden, berichtete der Sender RTL am Mittwoch.

Die Beschäftigten hätten gegen die Maßnahme vor dem Krankenhaus demonstriert und sich unter weiße Laken auf den Boden gelegt. Die Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen greift seit dem 15. September. Ähnlich gravierende Probleme wie in Mühlhausen wurden aus anderen Regionen bisher nicht bekannt. Mühlhausen war während der ersten Corona-Welle eines der Epizentren der Pandemie in Frankreich.

Biden ruft andere Staaten zu großzügigen Corona-Impfspenden auf

19.39 Uhr: Im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie hat US-Präsident Joe Biden andere Industrienationen zu großzügigen Impfspenden an ärmere Länder aufgerufen. "Dies ist eine globale Tragödie", sagte Biden am Mittwoch in Washington bei einem Online-Gipfel zur Corona-Pandemie. Es sei eine internationale Kraftanstrengung nötig, um das Virus zurückzudrängen. "Um die Pandemie hier zu besiegen, müssen wir sie überall besiegen." Das Weiße Haus hatte bereits zuvor angekündigt, die USA wollten weitere 500 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden. Insgesamt belaufen sich die Zusagen der USA damit auf Spenden im Umfang von 1,1 Milliarden Impfdosen.

"Die USA sind bei Impfspenden weltweit führend", sagte Biden. Er rief andere Staaten auf, ebenfalls im großen Stil Impfdosen abzugeben und Zusagen einzuhalten. Der Präsident kündigte an, US-Außenminister Antony Blinken wolle noch im Laufe des Jahres Kollegen aus anderen Ländern zu Beratungen zusammenholen, um über den Fortschritt bei den Impfspenden zu sprechen. Im ersten Quartal 2022 solle dann ein weiterer Online-Gipfel mit Staats- und Regierungschefs zur Corona-Pandemie stattfinden.

Deutschland hat bisher mehr als 5,3 Millionen Impfdosen abgegeben

17.52 Uhr: Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung mehr als 5,3 Millionen Impfdosen an andere Länder abgegeben. Dies erfolge über die Allianz Covax und bilateral, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. "Wir bemühen uns weiter um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe weltweit", sagte sie. Empfänger seien Usbekistan und Tadschikistan gewesen, auch Mauretanien, Sudan und Namibia.

Demnach wurden bisher 1.712.000 Dosen bilateral und 3.493.200 über die Impfinitiative Covax abgegeben. "Rund 5 Millionen Dosen, die nach Vietnam, Ägypten und Ghana bilateral abgegeben werden, stehen kurz vor der Auslieferung. 4 760 489 Dosen befinden sich darüberhinaus in der Auslieferung über Covax", teilte das Auswärtige Amt mit.

Spahn: Bei "Pandemie-Extremismus" entschieden Nein sagen

16.36 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter zum Einschreiten gegen Hass aufgerufen. Nach 18 harten Monaten für die Gesellschaft dürften aus Spannungen nicht Spaltungen werden, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Deswegen sollten wir klar und entschieden zu jeder Form von Pandemie-Extremismus Nein sagen." Die Hintergründe der Tat in Idar-Oberstein machten "nicht nur traurig, sondern auch wütend".

Das Umfeld und die Umstände hätten viel mit Hass und Hetze zu tun, die in sozialen Medien verbreitet würden. Auch auf Demonstrationen würden Begriffe wie "Volksverräter" gerufen. "Aus Worten werden irgendwann auch Taten", warnte Spahn. Ausdruck von Protest müsse es in einer Demokratie geben. Er könne aber nur sehr dafür werben, dass alle ihre Worte wägten und bei Hass und Verschwörungsmythen früh jemand aufstehe und sage: "Nein, bis hierhin und nicht weiter."

Macrons Impfzertifikat geleakt: Verantwortlichen drohen Konsequenzen

16.31 Uhr: Nach dem Auftauchen des Impfzertifikats des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in sozialen Netzwerken haben die Behörden die Verantwortlichen gefunden. Man habe diejenigen Gesundheitskräfte identifiziert, die irregulär auf die Daten zugegriffen und dabei gegen die Berufsethik verstoßen hätten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Paris am Mittwoch von der staatlichen französischen Krankenkasse. Der nationale Rat der Ärztekammer teilte mit, dass nun auf lokaler Ebene über die Folgen für die Betroffenen entschieden werde. Dabei war von einem schweren Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht die Rede. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Macrons Impfzertifikat im Netz zirkuliert. Auf Bildern waren ein QR-Code sowie Name, Geburtsdatum und Impfinformationen des Präsidenten zu sehen.

Griechische Lehrer unter Beschuss von Corona-Leugnern

15.50 Uhr: Seit dem Schulbeginn vergangene Woche in Griechenland kriegen griechische Lehrer immer wieder Ärger mit Corona-kritischen Eltern und Corona-Leugnern. Die Pädagogen wurden zum Teil angezeigt, weil sie bei Schülern die für Schulen verbindliche Masken- und Testpflicht durchsetzten, berichteten griechische Medien. Am Mittwoch verfügte das griechische Bürgerschutzministerium deshalb, dass die Polizei im Falle solcher Klagen gegen Lehrer nicht eingreifen soll und die Betreffenden auch nicht auf dem Revier erscheinen müssen.

Als ersten Vorfall nannte die griechische Tageszeitung "Kathimerini" in einem Bericht vom Mittwoch ein Elternpaar in der Stadt Katerini, das darauf bestand, die Tochter ohne Test und Maske in die Grundschule zu schicken. Es folgten weitere Fälle; in der Stadt Kaminia verklagten Eltern die Schulleitung, auf der Insel Syros klagte eine Mutter gegen eine Lehrerin - jeweils weil das Kind nicht ohne Maske und Test in die Schule gelassen werden sollte.

Die griechische Regierung will die Pädagogen nun per Gesetz aus der Schusslinie nehmen. Auch Ärzte sind von den Aktionen der Impfgegner und Corona-Leugner betroffen. So gab es in den vergangenen Wochen in Griechenland Fälle, bei denen Covid-Patienten nicht beatmet werden wollten, weil sie die Existenz des Virus bestritten. Mehrere Ärzte, die die Kranken pflichtgemäß dennoch beatmeten, wurden angeklagt. Sogar drei Exhumierungen wurden bereits verfügt, weil Hinterbliebene an der Todesursache Covid-19 zweifelten.

Frankreich will Verlängerung der Corona-Nachweispflicht ermöglichen

14.50 Uhr: Frankreichs Regierung will auch nach Mitte November die Pflicht zu einem Corona-Nachweis verhängen können. Die aktuelle Regelung ist zeitlich begrenzt. Man werde die Möglichkeit, den sogenannten Gesundheitspass bei entsprechender epidemischer Lage auch darüber hinaus nutzen zu können, verlängern müssen, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch in Paris. In Frankreich ist etwa der Besuch von Restaurants und Museen oder die Fahrt mit dem Fernzug nur mit einem negativen Test, genesen oder geimpft möglich.

Holetschek: Lohnfortzahlung für Ungeimpfte wäre unsolidarisch

14.18 Uhr: Eine Fortzahlung von Verdienstausfällen für Ungeimpfte wegen Corona-Quarantäneauflagen wäre nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) unsolidarisch. "Damit setzen wir ein Zeichen, dass auch Ungeimpfte im Kampf gegen die Corona-Pandemie Verantwortung übernehmen müssen. Wer eine Impfung ablehnt – aus welchen nicht-medizinischen Gründen auch immer –, kann nicht von der Gemeinschaft erwarten, dass sie für den Verdienstausfall aufkommt, der durch die Quarantänepflicht entsteht. Das wäre unsolidarisch", sagte der amtierende Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Selbstverständlich gebe es aber auch Ausnahmen, betonte Holetschek: "Wer sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann, darf dies mit einem ärztlichen Attest nachweisen. Zudem wird weiter gezahlt für Bürgerinnen und Bürger, für die noch keine öffentliche Impfempfehlung vorliegt oder bis zu acht Wochen vor der Absonderungsanordnung vorlag. Wer krank ist, erhält ebenfalls weiter Geld." Holetschek appelliert an alle Ungeimpften, sich impfen zu lassen: "Wer geimpft ist, muss als Kontaktperson nicht in Quarantäne – und hätte somit auch keinen Verdienstausfall."

Polen genehmigt Impfauffrischung für über 50-Jährige

14.11 Uhr: In Polen können über 50-Jährige sowie medizinische Pflegekräfte eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, gilt die Regelung auch für Menschen jeden Alters mit geschwächtem Immunsystem, deren Immunreaktion auf die zunächst verabreichten Impfungen nicht ausreichend sein könnte. Sie sollen 28 Tage nach der vollständigen Impfung die Auffrischung erhalten.

Über 50-Jährige und medizinisches Personal mit Patientenkontakt sollen die Auffrischung frühestens sechs Monate nach der zweiten Dosis bekommen. Ihnen soll das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer gespritzt werden, das Studien zufolge gut als Auffrischung wirken und sehr verträglich sein soll. Die Termine für die Auffrischungsimpfung sollen automatisch über das zentrale System vergeben werden, in dem die Geimpften registriert sind.

Großbritannien und Südkorea tauschen eine Million Corona-Impfdosen

14.03 Uhr: Mit einem Impfstofftausch wollen Südkorea und Großbritannien den Kampf gegen das Coronavirus in ihren Ländern ankurbeln. Wie die Regierung in London am Mittwoch mitteilte, schickt Großbritannien in den kommenden Wochen eine Million Dosen des Mittels von Biontech und Pfizer in das ostasiatische Land. Dies solle Seoul dabei helfen, das Ziel von 70 Prozent vollständig geimpfter Einwohner bis Ende Oktober zu erreichen, hieß es in der Mitteilung des britischen Gesundheitsministeriums.

Südkorea wiederum soll noch vor Jahresende dieselbe Menge zurücksenden. Diese Lieferung werde dann zum Erfolg des Auffrischungsprogramms in Großbritannien beitragen, hieß es. Die Vakzine würden derzeit nicht sofort benötigt, betonte die britische Regierung. Die Menge werde auch nicht mit den 100 Millionen Dosen verrechnet, die Großbritannien bis Juni 2022 der Impfstoffinitiative Covax versprochen hat. Anfang des Monats hatte die britische Regierung bereits einen ähnlichen Deal mit Australien beschlossen. Dabei werden sogar vier Millionen Impfstoffdosen hin- und hergeschickt.

Keine Lohnfortzahlungen für Ungeimpfte ab 1. November

13.31 Uhr: Bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne sollen die meisten Nicht-Geimpften spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern mehrheitlich in einem Beschluss am Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte "Business Insider" darüber berichtet. Lesen Sie dazu: Corona: Was Sie jetzt zu Lohnfortzahlungen wissen müssen

USA spenden zusätzlich halbe Milliarde Impfdosen

12.31 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wollen die USA weitere 500 Millionen Impfdosen für ärmere Länder zur Verfügung stellen. US-Präsident Joe Biden werde die Spende von einer halbe Milliarde Dosen des Corona-Vakzins von Biontech/Pfizer am Mittwoch bei einer Videokonferenz zur Corona-Pandemie am Rande der UN-Generaldebatte verkünden, teilten US-Regierungsvertreter vorab mit. Damit erhöhen die Vereinigten Staaten ihre Zusagen auf insgesamt 1,1 Milliarden Impfdosen.

63,4 Prozent der Deutschen vollständig geimpft

11.52 Uhr: 63,4 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun vollständig gegen Corona geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach wurden am Dienstag 222.988 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 56 Millionen Menschen (67,4 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 52,7 Millionen sind vollständig geimpft.

Corona-Warn-App bereit für Booster-Impfung

11.32 Uhr: Die Corona-Warn-App des Bundes ist in der neuen Version in der Lage, die Nutzer schnell über eventuell anstehende Auffrischungsimpfungen zu informieren. Die aktuelle Version 2.10 wird schrittweise in den kommenden Tagen bereitgestellt. Nutzer und Nutzerinnen eines iPhones können sich die aktuelle App-Version seit heute aus dem Store von Apple manuell herunterladen. Android-Anwender müssen unter Umständen etwas mehr Geduld aufbringen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen.

Mit der neuen Version erleichtert die App auch das Teilen von gespeicherten Impfzertifikaten. So kann die Anwendung nun eine Druckversion der Zertifikate erstellen. Damit können die Anwenderinnen und Anwender diese als PDF-Dokument speichern oder ausdrucken. Künftig wird unter jedem Impfzertifikat eine Textbox angezeigt, die über den aktuellen Stand des Impfstatus informiert. Sollten Auffrischungsimpfungen notwendig werden, informiert die App die Betroffenen in dieser Box.

Datenschutz beim Impfstatus lähmt Corona-Nachverfolgung

10.35 Uhr: Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, sieht den Datenschutz beim Corona-Impfstatus als Problem bei der Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter. Teichert sagte bei "SWR Aktuell", die Gesundheitsämter bekämen zwar die Meldung über ein positives Testergebnis – nicht aber die Information, ob die jeweilige Person gegen Covid19 geimpft sei.

Dies führe dazu, so Teichert, "dass der Aufwand im Gesundheitsamt relativ hoch ist, um erst mal zu ermitteln: Ist jemand geimpft oder nicht? Danach kann man ja dann entscheiden, ob überhaupt Quarantäne notwendig ist oder nicht, aber die Information am Anfang macht halt bei 10.000 Infektionen auch 10.000 Mal notwendig, dass man das ermittelt." Teichert schlug deshalb vor, den Impfstatus schon auf den Labor-Unterlagen zu vermerken. Sie schränkte aber ein: "Da berühren wir auch wieder das Thema Datenschutz – und das ist in Deutschland heilig."

Hospitalisierungsrate unterschätzt Patientenzahlen dramatisch

10.03 Uhr: Die Hospitalisierungsrate hat die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen als wichtigste Messgröße in der Corona-Pandemie abgelöst. Aber die zugrunde liegenden RKI-Daten sind viel zu niedrig und vermitteln ein falsches Bild, wie der NDR berichtet.

Der Fehler liegt im System: Wenn das RKI die Hospitalisierungszahlen erstmals veröffentlicht, ist bei Tausenden Fällen - teilweise bei über 40 Prozent der positiv Getesteten - gar nicht bekannt, ob sie im Krankenhaus liegen oder nicht. Die Angaben liegen schlicht nicht vor. Nach NDR Auswertungen der RKI-Rohdaten korrigiert die Infektionsschutzbehörde die jüngst gemeldete Zahl der Hospitalisierten in den Folgewochen wieder und wieder nach oben.

Weniger Krankenhausbehandlungen im Corona-Jahr 2020

9.32 Uhr: Aufgrund der Corona-Pandemie wurden 2020 deutlich weniger Patienten und Operationen in den deutschen Krankenhäusern gezählt. Insgesamt wurden 16,4 Millionen Patientinnen und Patienten in den allgemeinen Krankenhäusern stationär behandelt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 13 Prozent oder fast 2,5 Millionen Fälle weniger als 2019. Besonders stark war der Rückgang während der ersten Corona-Welle im April mit über einem Drittel (-35 Prozent). Die Zahl der Operationen sank im vergangenen Jahr um 9,7 Prozent auf 6,4 Millionen.

Die stationären Krankenhausbehandlungen nahm in fast allen Bereichen ab. "Besonders deutlich sanken die Zahlen in medizinischen Fachgebieten, in denen nicht dringend erforderliche Behandlungen ausgesetzt werden konnten, um Klinikkapazitäten freizuhalten", so die Statistiker. Mit oder wegen einer Corona-Infektion wurden 176.100 Menschen behandelt. Ein Drittel davon waren über 80-Jährige. Ein weiteres gutes Drittel (36 Prozent) war 60 bis 80 Jahre alt, so das Statistikamt.

Spahn verteidigt Pläne für Ende der Lohnfortzahlung bei Ungeimpften

8.57 Uhr: Im Vorfeld der Beratungen mit seinen Amtskollegen aus den Ländern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Pläne verteidigt, Ungeimpften in Corona-Quarantäne keinen Lohnersatz mehr zu zahlen. Das sei eine vom Bundestag beschlossene, gesetzliche Regelung, sagt der CDU-Politiker im gemeinsamen "Morgenmagazin" von ARD und ZDF. "Warum sollen andere dafür zahlen, dass jemand für sich entscheidet, sich nicht impfen zu lassen."

Lauterbach warnt vor Quarantäne-Regelung für Ungeimpfte

8.21 Uhr: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet im Fall von Verdienstausfällen für Ungeimpfte mit einer breiten Quarantäneverweigerung und sinkenden Testbereitschaft. Eine bundeseinheitliche Regelung sei grundsätzlich zwar "richtig und wichtig", sagte der SPD-Politiker der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Ich fände es allerdings falsch, wenn diejenigen, die in Quarantäne gehen müssen, ihren Verdienstausfall nicht erstattet bekommen", betonte er. Eine solche Regelung werde dazu führen, dass sich die betroffenen Menschen gar nicht erst in Quarantäne begeben, warnte Lauterbach. "Das wird insbesondere bei einkommensschwächeren Menschen der Fall sein."

Er bevorzuge daher die Lösung, dass bundesweit das Arbeitsentgelt auch in der Quarantänezeit weitergezahlt werde. Er rechne sogar damit, dass durch einen Verdienstausfall bei Quarantäne die Testbereitschaft abnehmen werde, sagte Lauterbach. "Es ist doch absolut lebensfern, dass sich Menschen auf eigene Kosten testen lassen, um dann im Fall eines positiven Ergebnisses auch noch ohne Verdienstersatz in Quarantäne zu gehen." Viel wahrscheinlicher sei es, dass die Menschen erst gar keinen Test machen, weil sie dann auch keine Quarantäne fürchten müssten.

Joe Biden lädt zu Corona-Gipfel

7.49 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat für den heutigen Mittwoch einen Online-Gipfel zur Corona-Krise einberufen und will den Kampf gegen die Pandemie mit weiteren Hilfszusagen vorantreiben. Zentrales Thema bei dem Treffen ist die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff auf der Welt. Ziel sei es, Staats- und Regierungschefs mit Vertretern internationaler Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und der Privatwirtschaft zusammenzubringen, um sich auf eine „gemeinsame Vision zur Bekämpfung“ von Corona zu einigen, hieß es vorab aus dem Weißen Haus. Anlass sei die parallel laufende UN-Generaldebatte in New York.

Auch Covid-19-Tests, Behandlungsmöglichkeiten und die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung stehen bei dem Gipfel auf der Agenda. „Er wird zu einer gemeinsamen Anstrengung aufrufen, die diese Pandemie viel schneller beenden kann, als wenn wir den Dingen ihren Lauf lassen“, sagte ein hoher Regierungsbeamter über Bidens Pläne. Es gehe darum, die Welt in die Pflicht zu nehmen, um die Pandemie so schnell wie möglich zu beenden.

Brasiliens Gesundheitsminister in New York positiv getestet

6.27 Uhr: Der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist in New York positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die brasilianische Regierung mitteilt, begleitet Queiroga Präsident Jair Bolsonaro zur Generalversammlung der Vereinten Nationen und werde sich dort nun in Quarantäne begeben. "Dem Minister geht es gut", heißt es in einer Erklärung. Die übrigen Mitglieder der Delegation seien negativ auf das Virus getestet worden.

Wenige Tage zuvor sorgte ein Bild von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro in New York für Aufsehen. Mutmaßlich wegen seiner fehlenden Corona-Impfung hatte er am Rande der UN-Generaldebatte eine Pizza auf dem Bürgersteig gegessen.

Spahn erwartet im Frühjahr Herdenimmunität und Ende der Pandemie

05.53 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet im kommenden Frühjahr mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit mit einem Ende der Pandemie. "Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin", sagte Spahn.

"Wer sich nicht impfen lässt, der wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erkranken", sagte der Minister und warnte davor, die Ansteckungsgefahren angesichts der aktuell sinkenden Infektionszahlen zu unterschätzen. Es sei noch zu früh, die Corona-Maßnahmen aufzuheben, betonte der Gesundheitsminister. "Wenn wir gar keine Schutzmaßnahmen mehr hätten, würden unsere Intensivstationen durch die noch zu große Zahl Ungeimpfter überlastet", sagte Spahn. Für einen "Freedom Day" wie in anderen Ländern sei in Deutschland die Impfquote noch nicht hoch genug. Gut 67 Prozent aller Einwohner in Deutschland haben bisher mindestens eine Impfung erhalten, über 63 Prozent sind vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft.

Polizei-Gewerkschaft warnt vor zunehmender "Radikalisierung von Corona-Gegnern"

1.00 Uhr: Nach der Bluttat von Idar-Oberstein hat die Polizeigewerkschaft GdP eindringlich vor einer Radikalisierung der Coronaleugner-Szene gewarnt. "Das ist der erste Fall einer Tötung in Verbindung mit Corona", sagte GdP-Vize Jörg Radek unserer Redaktion. "Wir nehmen seit letztem Jahr eine Radikalisierung von Corona-Gegnern wahr. Insbesondere im Zusammenhang von Demonstrationen im Querdenken-Milieu.” Diese schwere Straftat sei jedoch bislang ein Einzelfall.

Bei Demonstrationen gebe es immer mehr Angriffe auf Medienschaffende und Übergriffe gegen Polizistinnen und Polizisten - und jetzt diese Gewalttat. "Es ist wichtig, dass die Sicherheitsbehörden radikale Kräfte in den Blick nehmen. Sei es von links, rechts oder aus der Querdenker-Szene", sagte Radek.

Corona-News von Dienstag, 21. September: Studie: Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson wirksamer durch Zweitimpfung

  • Der Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson ist neuen Untersuchungen zufolge wirksamer gegen eine Corona-Infektion, wenn er zweimal verabreicht wird. Eine zweite Impfung, die rund zwei Monate nach der ersten verabreicht wurde, bot in einer weltweiten klinischen Studie einen 75-prozentigen Schutz, wie das Unternehmen am Dienstag erklärte. Der Antikörperwert stieg demnach auf das Vier- bis Sechsfache der nach der Einzeldosis beobachteten Werte.
  • Bei dem Treffen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern soll es am Mittwoch einem Bericht zufolge auch um eine Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte und Selbstständige in bestimmten Branchen gehen. Angesichts der Infektionslage und einer für Herbst und Winter prognostizierten vierten Welle solle die Testpflicht dort eingeführt werden, wo Beschäftigte mit "externen Personen in direkten Kontakt kommen", heißt es laut dem "Handelsblatt" in einem Beschlussentwurf für das Treffen.
  • Das Corona-Impfzertifikat von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist in den sozialen Medien aufgetaucht. Der QR-Code mit Angabe von Namen und Geburtsdatum Macrons sowie seinen Impfinformationen sei aufgrund eines Fehlverhaltens im Netz gelandet, hieß es am Dienstag aus dem Élyséepalast in Paris.
  • Trauer um den bekannten Schauspieler Wilfried Dziallas: Der Darsteller aus dem "Großstadtrevier" starb an Covid-19 - trotz Impfung. Lesen Sie dazu: "Großstadtrevier": Wilfried Dziallas stirbt an Covid-19
  • Ungeimpften Beschäftigten, die wegen Corona in Quarantäne müssen, droht Berichten zufolge ab dem 11. Oktober der Verlust der staatlichen Entschädigung für entgangenen Lohn. Ein Beschlussentwurf für die Beratungen der Gesundheitsminister sieht dem "Handelsblatt" zufolge vor, dass Menschen dann keine Entschädigung mehr gewährt werden soll, die als Kontaktpersonen oder Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet bei einer Quarantäne keinen vollständigen Impfschutz vorweisen können, obwohl für sie eine öffentliche Empfehlung vorliegt.
  • Wegen eines verkürzten Zitats in der Corona-Berichterstattung hat der Mediziner Klaus Stöhr einen Unterlassungsanspruch gegen das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erwirkt. Wie die Anwälte des Epidemiologen, Virologen und Impfstoffexperten am Dienstag mitteilten, verbot das Landgericht Frankfurt dem Verlag, Stöhrs angebliches Zitat "Weil die Weltbevölkerung durchseucht werde, seien Impfstoffe nicht notwendig" zu verwenden. (Az. 2-03 O 220/21)
  • Die beiden Biontech-Gründer, das Ärzte-Ehepaar Özlem Türeci (54) und Uğur Şahin (56), fühlen sich nach eigenen Worten glücklich und geehrt über die Auszeichnung mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis.
  • In sechs Wochen soll es in Deutschland einen "Freedom Day" geben, fordern die Kassenärzte und stoßen auf heftige Kritik. Lesen Sie dazu: "Freedom Day": Ist bald Schluss mit den Corona-Maßnahmen?
  • Österreichs Hauptstadt erhöht mit neuen Corona-Regeln den Druck auf Ungeimpfte. Zu Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen und in der Nachtgastronomie sind in Wien ab 1. Oktober nur mehr Geimpfte und von Covid-19 Genesene zugelassen, wie Bürgermeister Michael Ludwig am Dienstag bekanntgab. Laut dieser 2G-Regel reicht dann ein negatives Testergebnis nicht mehr für den Besuch aus.
  • Mit drastischen Worten hat UN-Generalsekretär António Guterres zum Auftakt der UN-Vollversammlung die internationale Gemeinschaft zu mehr gemeinsamem Engagement beim Kampf gegen die Corona-Pandemie und den Klimawandel aufgefordert. "Ich bin hier, um Alarm zu schlagen: Die Welt muss aufwachen", sagte Guterres am Dienstag zum Beginn der 76. Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.
  • Nach der tödlichen Attacke in Idar-Oberstein wegen eines Streits um die Maskenpflicht rücken Gegner der Corona-Regeln wieder in den Fokus. "Die Maßnahmen abzulehnen ist ein sehr starkes Identifikationsmerkmal unter Pandemie-Leugnern", sagte am Dienstag der Politikwissenschaftler Josef Holnburger vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), das unter anderem Radikalisierungstendenzen in sozialen Medien beobachtet.
  • Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hält nichts von Überlegungen zu einem sogenannten "Freedom Day" zur Beendigung der Corona-Beschränkungen auch in Deutschland. "Wer jetzt einen 'Freedom Day' fordert, der hat den Ernst der Lage nicht begriffen", sagte er am Dienstag. Ziel müsse es weiterhin sein, möglichst viele Menschen vor Infektionen und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen zu schützen. "So etwas wie einen "Tag der Freiheit" kann man für sich persönlich bereits jetzt erreichen: indem man sich impfen lässt", betonte der Minister. So würden auch Mitmenschen geschützt, die sich selbst nicht impfen lassen können.
  • Sachsen setzt in der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf das 2G-System. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren, soll für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5000 Personen, Hallenbäder und Saunen sowie Diskotheken und Clubs gelten. Die Regelung ist in der am Dienstag vom Kabinett beschlossenen neuen Corona-Schutzverordnung als Optionsmodell formuliert.
  • In Hamburg können Fußballstadien ab dem kommenden Wochenende unter 2G-Bedingungen wieder bis zum letzten Platz besetzt werden. Auch in den Hamburger Clubs dürfen Geimpfte und Genesene ab Samstag wieder ohne Maske und abstandslos tanzen, wie die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag sagte.
  • Bei den Corona-Impfungen in Deutschland haben jetzt in 15 der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Dienstag nur noch Sachsen mit 57,1 Prozent. Bundesweit haben inzwischen 55,9 Millionen Menschen oder 67,3 Prozent aller Einwohner mindestens eine Impfung bekommen. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,6 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.
  • Ob Coronavirus oder Prospekt: Bilder haben Macht. Wie gefährlich der Erreger empfunden wird, hängt auch von der Darstellung ab. Lesen Sie dazu: Warum ein "schönes" Coronavirus weniger ansteckend wirkt
  • Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben einer neuen Studie zufolge Selbstständige besonders hart getroffen. Mehr als ein Drittel von ihnen habe im Verlauf der Krise Einkommen eingebüßt, berichtete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag.
  • In Live-Sitzungen des "Corona-Ausschuss", einem selbst ernannten Gremium, verbreiten Querdenker skurrile Verschwörungstheorien. Zuletzt äußerte sich selbst ein ehemaliger Bundespolizist zur aktuellen Lage und sprach dabei von einem "Staatsstreich". Die Rede war von einem gewalttätigen Umsturz durch die Regierung vor, wobei die Polizei für diesen "Staatsstreich" missbraucht werde. Zuerst berichtete "Tagesschau".
  • Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat erschüttert auf den tödlichen Angriff reagiert, der durch einen Streit um die Maskenpflicht ausgelöst wurde. "Die Radikalisierung des Querdenkermilieus bereitet mir große Sorgen", schrieb Baerbock am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter. "Wir sind alle gefordert, uns gegen den zunehmenden Hass zu stellen."
  • Das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist nicht nur in Gesundheitsberufen erhöht. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, ist die Ansteckungsgefahr in den medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufen um 35 Prozent höher. Aber auch in Reinigungsberufen besteht eine um 18 Prozent erhöhte Infektionsgefahr, in Sicherheitsberufen liegt das Risiko knapp acht Prozent höher.
  • Die Ermittlungen nach dem tödlichen Angriff auf einen Tankstellen-Kassierer im Streit um die Maskenpflicht werden laut Staatsanwaltschaft noch einige Wochen dauern. "Wir müssen uns jetzt erstmal selbst ein klares Bild machen", sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. In dieser Zeit wolle die Behörde keine "Wasserstandsmeldungen" über den Ermittlungsstand abgeben. "Die Feinarbeit der Ermittlungen geht jetzt erst so richtig los."
  • Die Menschen hinter dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech werden mit dem den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2022 geehrt. Die drei Preisträger erhalten die Auszeichnung "für ihre Erforschung und Entwicklung von messenger-RNA zu präventiven und therapeutischen Zwecken", wie der Stiftungsrat am Dienstag in Frankfurt am Main bekanntgab. Das Preisgeld in Höhe von 120 000 Euro teilen sich die Biontech-Gründer, das Ärzte-Ehepaar Özlem Türeci (54) und Uğur Şahin (56), und die Biochemikerin Katalin Karikó (66), die sich 2013 dem Unternehmen anschloss.
  • Die Corona-Pandemie sorgt weiter für ein Minus bei den Fahrgastzahlen von Bussen und Bahnen. Im ersten Halbjahr 2021 wurden fast 3,5 Milliarden Fahrten registriert und damit 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im Eisenbahn-Fernverkehr lag das Minus bei 34 Prozent, im Fernbusverkehr sogar bei 92 Prozent.
  • Um gegen die Corona-Impfpflicht zu protestieren, ist eine Hilfslehrerin in den USA mit schwarz angemaltem Gesicht zur Arbeit erschienen. Wie die Zeitung "Newberg Graphic" im US-Bundesstaat Oregon am Montag berichtete, sagte Lauren Pefferle, sie stelle damit die afroamerikanische Bürgerrechtlerin Rosa Parks dar, um ihrer Kritik an der Corona-Impfpflicht an Schulen Ausdruck zu verleihen. Für das Schwärzen ihres Gesichts habe sie Jod benutzt.
  • Neuseeland will mit höheren Geld- und Haftstrafen gegen Personen vorgehen, die gegen Corona-Regeln verstoßen. "Unser Erfolg basiert auf der Tatsache, dass die Menschen im Großen und Ganzen konform waren", sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. "Es gab jedoch die eine oder andere Person, die die Regeln gebrochen und andere in Gefahr gebracht hat."
  • Der E-Bike-Boom in Deutschland hat in der Corona-Krise weiter Fahrt aufgenommen. Etwa 7,1 Millionen Elektrofahrräder standen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zu Jahresbeginn 2021 in den privaten Haushalten. Das waren 1,2 Millionen oder 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Wiesbadener Behörde mitteilte.
  • Der Sozialverband VdK hat die Pläne mehrerer Bundesländer, Ungeimpften in Corona-Quarantäne keinen Lohnersatz mehr zu zahlen, abgelehnt. "Der Verdienstausfall muss bei einer Quarantäne unabhängig vom Impfstatus gezahlt werden", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele.
  • Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestags, Erwin Rüddel (CDU), erwartet ein Ende der Corona-Beschränkungen ab dem kommenden Frühjahr. "Ich rechne mit vollständiger Normalität ab März 2022", sagte Rüddel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Bis dahin müssen die Ungeimpften abwägen, was ihnen wichtig ist", betonte er.
  • Ab November können Ausländer mit einer Corona-Impfung wieder in die USA einreisen. Das kündigte der Coronavirus-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients, an. Die Reisebranche und die Wirtschaft dürften damit aufatmen, aber auch viele Privatleute, die über Monate von Familienmitgliedern und Freunden getrennt waren. Der Ankündigung zufolge müssen Erwachsene nachweisen, dass sie vollständig geimpft sind, bevor sie ins Flugzeug nach Amerika einsteigen können.
  • Infolge der Corona-Pandemie sind mittlerweile mehr US-Bürger gestorben als durch die Spanische Grippe. Laut einer am Montag veröffentlichten Zählung der Johns-Hopkins-Universität starben in den USA mehr als 675.700 in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Spanische Grippe, die zwischen 1918 und 1919 wütete, kostete laut US-Gesundheitsbehörde CDC 675.000 Menschen in den USA das Leben.
  • Der Vorschlag eines "Freedom Days" am 30. Oktober, bei dem alle Corona-Beschränkungen fallen sollen, stößt weiter auf Kritik. "Ich finde es nicht kollegial, solche zusätzlichen Belastungen einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist", sagte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Impfquote ist viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben."
  • Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat sich gegen eine Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte ausgesprochen. Die Diskussion darüber halte er zum jetzigen Zeitpunkt "weder für sinnvoll noch für nötig“", sagte er dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Es solle weiter auf Information und einen leichten Zugang zu den Impfungen gesetzt werden.

Montag, 20. September: Nach Wirbel um #Nichtselbstverständlich: Pflegerin trifft Minister

  • Die durch die Aktion #Nichtselbstverständlich bekanntgewordene Krankenpflegerin Meike Ista spürt bisher wenig von den Anstrengungen der Bundesregierung in der Pflege.
  • Mutmaßlich wegen seiner fehlenden Corona-Impfung hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro am Rande der UN-Generaldebatte in New York eine Pizza auf dem Bürgersteig gegessen.
  • Nach dem ersten Praxiseinsatz von Corona-Spürhunden bei einem Konzert hat die Tierärztliche Hochschule Hannover ein positives Zwischenfazit gezogen. Die Spürhunde waren am Sonntag beim Konzert der Band Fury in the Slaughterhouse in Hannover im Einsatz. Zugelassen waren 500 Besucher, alle mussten vorher einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und eine Schweißprobe für die Hunde abgeben.
  • Im Streit um das Tragen einer Corona-Maske soll ein 49-Jähriger einen Tankstellen-Kassierer in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) erschossen haben. Der Mann habe sich geärgert, weil der Mitarbeiter ihm kein Bier verkaufen wollte, da er keinen Mund-Nasen-Schutz getragen habe, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Montag in Idar-Oberstein.Lesen Sie die ganze Geschichte hier: Tankstellen-Kassierer (20) weist auf Maske hin - Kopfschuss
  • Die Bundesregierung hat Forderungen nach einem festen Datum für ein Ende aller Corona-Auflagen vorerst eine Absage erteilt. Der Regierungssprecher verwies unter anderem auf noch "deutlich zu viele" Ungeimpfte und große regionale Unterschiede bei der Impfquote in den Bundesländern.
  • Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind nun 63,1 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.
  • Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat dem Vorschlag von Kassenärzteschef Andreas Gassen, alle Corona-Beschränkungen in Deutschland zeitnah aufzuheben, widersprochen.

Sonntag, 19. September: Tourismus-Beauftragter für Skurlaub trotz Corona

  • Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat sich offen für den Vorstoß des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz gezeigt, Skiurlaub mit Einschränkungen zu ermöglichen und Après-Ski-Lokale nur für Geimpfte zu öffnen. Bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens dürfe es keine Schließungen mehr geben, gleichzeitig müssten Gäste und Gastgeber geschützt werden. "In dem Fall bleibt zu prüfen, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend ist", so Bareiß. "Die Impfung bleibt das A und O."
  • Forschende aus Hiroshima haben ein Corona-Rätsel gelöst. Bislang war aus verschiedenen Studien bekannt, dass Raucherinnen und Raucher ein geringeres Risiko für eine Covid-19-Erkrankung haben. Die Wissenschaftler aus Japan fanden nun heraus, dass offenbar die Inhaltstoffe im Zigarettenrauch verantwortlich sind. Bevor Sie jetzt aber zum Glimmstengel greifen – die Stoffe sind hochgiftig.
  • Der US-amerikanische Immunologe Anthony Fauci sieht in der Experten-Entscheidung gegen allgemeine Corona-Auffrischungsimpfungen in den USA keinen Rückschlag für US-Präsident Joe Biden.
  • Komiker Chris Rock hat sich eigenen Worten zufolge mit dem Coronavirus angesteckt. "Hey Leute, ich habe gerade rausgefunden, dass ich Covid habe, vertraut mir, das wollt Ihr nicht. Lasst Euch impfen", schrieb der 56-Jährige am Sonntag auf Twitter. Im vergangenen Jahr hatte er noch zusammen mit dem New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo für das Tragen von Masken geworben.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mit Befremden auf Äußerungen des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz reagiert, der eine sichere Wintersaison versprochen und Après-Ski nur für Geimpfte in Aussicht gestellt hatte.
  • Die Corona-Pandemie hat weiter einen hohen Einfluss auf das Reiseverhalten der Deutschen. Lesen Sie auch: Umfrage: Jeder Dritte plant nächsten Urlaub in Deutschland

Corona-News von Samstag, 18. September: Spahn zieht positive Bilanz der Impfwoche

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine positive Bilanz der bundesweiten Impfwoche gezogen. Besorgt zeigte sich Spahn über die nach wie vor große Gruppe Ungeimpfter in der älteren Bevölkerung: "Von den 24 Millionen Menschen im Alter über 60 Jahren sind knapp vier Millionen noch ungeimpft, das ist fast jeder sechste in dieser Risikogruppe", warnte der Minister. "Würde sich mit der sehr ansteckenden Delta-Variante ein Großteil dieser Gruppe innerhalb weniger Wochen infizieren, dann würden unsere Intensivstationen sehr unter Stress kommen."
  • Anstelle der Wiesnwirte sind am Samstag bei strahlendem Sonnenschein Klimaschützer in Tracht auf der Theresienwiese eingezogen.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Forderung von Kassenärztechef Andreas Gassen nach einem "Freedom Day" zurückgewiesen. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" führte Lauterbach aus: "Bei einer Quote von 85 Prozent würde die Gefahr des exponentiellen Wachstums gebannt." Alles unterhalb der 85 Prozent wäre wegen der hoch ansteckenden Delta-Variante im Winter "riskant und nicht durchhaltbar".
  • Kassenärztechef Andreas Gassen hat die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert.

Corona-News von Freitag, 17. September: US-Präsident Biden veranstaltet virtuellen Corona-Gipfel

Corona-News von Donnerstag, 16. September: Salzburg wird in Österreich zum Höchstrisikogebiet

Corona-News von Mittwoch, 15. September: Papst kritisiert Impfverweigerer unter Kardinälen

  • Papst Franziskus hat sich erneut für Corona-Impfungen stark gemacht und Impfgegner unter den Kardinälen kritisiert
  • In Frankreich gilt nun eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, etwa im Pflegebereich, bei der Feuerwehr oder im Zivilschutz. Betroffen sind rund 2,7 Millionen Beschäftigte.
  • Christian Drosten sieht einige Länder auf der Schwelle vom Übergang der Corona-Pandemie in eine Corona-Endemie, unter anderem Großbritannien. Wegen der niedrigeren Impfquote werde Corona in Deutschland wohl erst später in die endemische Phase treten, schätzt der Virologe.
  • Das RKI hat die wichtige Hospitalisierungsrate offenbar bislang deutlich zu niedrig angegeben, haben verschiedene Medien recherchiert
  • Am New Yorker Broadway sind nach 18 Monaten Corona-Pause mehrere Musicals in das Theaterviertel zurückgekehrt
  • Die WHO hat mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen angemahnt und dabei auf Versorgungslücken in Afrika hingewiesen. Lesen Sie auch: Sterilisation in Afrika? Frank Thelen bittet um Entschuldigung
  • Die Witwe eines an Covid-19 Verstorbenen verklagt im Ischgl-Prozess die Bundesrepublik Österreich auf 100.000 Euro Schadenersatz
  • Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisiert das Vorhaben vieler Bundesländer, die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Quarantänefall zu beenden, als Versuch, eine "Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen"

Corona-News von Dienstag, 14. September: Verband: Maskenproduktion in Deutschland steht weitgehend still

  • Die deutschen Hersteller von Corona-Schutzmasken haben ihre Produktion fast vollständig eingestellt
  • Die Virologin Sandra Ciesek hat im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" Dänemark als Vorbild für Deutschland ausgelobt. Im Nachbarland sind seit kurzem so gut wie alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Die Lockerungen der dänischen Regierung sind dank einer außergewöhnlich hohen Impfquote von zirka 86 Prozent möglich
  • In Frankreich gilt ab Mittwoch eine Corona-Impfpflicht für alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen, Pflegediensten sowie für Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehr.
  • Nach rund 18 Monaten schaffen die Niederlande den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter ab dem 25. September ab
  • Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgerufene Impfaktionswoche ist nur schwach angelaufen. Wie das Robert Koch-Instituts (RKI) berichtet, wurden am Montag in ganz Deutschland nur 118.048 Dosen Impfstoff verabreicht
  • Die Zahl der bekanntgewordenen Corona-Infektionen unter den Besuchern der "2G"-Clubparty in Münster ist auf 72 gestiegen
  • Eine Booster-Impfung kann Leben schützen – doch offenbar braucht gar nicht jedes Leben Schutz durch eine Auffrischung der Corona-Impfung. Lesen Sie dazu: Studie: Booster-Impfung nur für bestimmte Gruppen sinnvoll

(fmg/dpa/afp/epd)

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