Klimawandel

Weltklimabericht: Auch Zwei-Grad-Ziel könnte verfehlt werden

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Satellitenbilder zeigen Zerstörung auf Euböa

Satellitenbilder zeigen Zerstörung auf Euböa

Die jüngsten Waldbrände haben große Schäden auf der griechischen Insel Euböa angerichtet. Vorher-Nacher-Bilder aus dem Weltraum vom 1. und 11. August zeigen das Ausmaß der Zerstörung.

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Berlin.  Bei weiter steigenden Treibhausgas-Emissionen ist die Welt nur noch drei Jahre davon entfernt, das Zwei-Grad-Klimaziel zu verspielen.

Die globale Erwärmung noch vor Überschreiten der 1,5-Grad-Schwelle zu stoppen - dieses Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens wird wohl in den kommenden Jahren nicht erfüllt werden können. Doch selbst für eine Beschränkung auf zwei Grad bleibt offenbar nur noch verschwindend wenig Zeit, berichtet der WDR unter Berufung auf das vertrauliche Papier, das von Aktivisten der Gruppe "Scientist Rebellion" im Umlauf gebracht worden sei.

Ob die Warnung auch im finalen Klimabericht so auftauchen werde, sei noch unklar. Es sei zu befürchten, dass der Berichtsteil in der späteren Schlussfassung durch die Politik verwässert werde, so die Aktivisten. Die Schlussfassung des Berichts soll im März des kommenden Jahres erscheinen.

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Zwei-Grad-Ziel: Der Welt bleiben drei Jahre

Die Aktivisten setzen sich für ein energisches Handeln im Kampf gegen den Klimawandel ein. Wolle man eine Erwärmung von mehr als zwei Grad stoppen, müsste der globale Ausstoß von Kohlendioxid vor 2025 seinen Höhepunkt erreichen, also spätestens in drei Jahren, heißt es in dem Bericht des WDR.

Aus dem nun veröffentlichten Entwurf geht demnach hervor, dass die Energiewende den Zielen des Pariser Klimaabkommens weltweit deutlich hinterherhinkt. Falls das 1,5-Grad-Ziel gehalten werden soll, dürften Kohle- und Erdgaskraftwerke demnach nur noch neun respektive zwölf Jahre lang betrieben werden.

Die Rechnung hat einen Haken

Für das Zwei-Grad-Ziel verlängern sich die Restlaufzeiten auf 16 beziehungsweise 17 Jahre. Diese Rechnung hat allerdings einen Haken: Sie berücksichtigt keine neuen Anlagen, wie sie etwa in China und der Türkei noch immer gebaut und projektiert werden.

An anderer Stelle des Berichtsentwurfs heißt es, alle heutigen und geplanten fossilen Kraftwerke werden noch fast 850 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Luft emittieren. Das sei mehr als doppelt so viel CO2 wie für das Erreichen des 1,5-Grad-Zieles noch erlaubt wäre. Selbst das verbleibende Budget für das Zwei-Grad-Ziel - laut Weltklimarat 870 Milliarden Tonnen - sei damit fast ausgeschöpft. (fmg)

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