Gegen Gaffer: Johanniter drucken QR-Codes an Rettungswagen

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Smartphone-Verbot für Füßgänger? Japanische Stadt plant Gesetz

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Mit dem Smartphone vor dem Gesicht keinen Blick mehr für den Straßenverkehr - dieses riskante Verhalten will eine Stadt in Japan jetzt verbieten. Ende Juni soll eine Entscheidung fallen.

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Berlin  Immer häufiger behindern Schaulustige Rettungseinsätze. Die Johanniter wollen Fotos von Unfällen mit einer kreativen Lösung verhindern.

Mit einer kreativen Lösung will der Rettungsdienst der Johanniter in Zukunft Gaffer von Unfallorten fernhalten. Vor allem soll verhindert werden, dass ungewollte Zuschauer mit ihren Handys Aufnahmen vom Geschehen machen.

„Gaffen tötet“ - diese Botschaft soll künftig auf den Smartphones von Schaulustigen erscheinen, wenn sie Unfall-Einsätze der Johanniter fotografieren wollen. Möglich wird das durch einen technischen Trick: QR-Codes an den Rettungsfahrzeugen oder an der Ausrüstung der Retter lösen auf den Smartphones von fotografierenden „Gaffern“ den Warnhinweis aus.

QR-Codes an Rettungswagen – Pilotprojekt testet Einsatz

Die Idee einer Werbeagentur, die den Schaulustigen ihre Tat unmittelbar bewusst machen soll, wird in den nächsten Monaten von den Johannitern in einem Pilotprojekt getestet, wie die Johanniter-Unfall-Hilfe am Freitag mitteilte.

Gaffen und das Behindern von Rettungseinsätzen stellt Sanitäter oder auch Polizei und Pannenhelfer oft vor logistische und emotionale Probleme. Seit Jahren nimmt das Phänomen deutlich zu, die Sensationsbefriedigung steht für die Täter über Verständnis und Mitgefühl.

Immer wieder käme es vor, dass die Arbeit der Rettungskräfte durch Schaulustige behindert würde, heißt es auch von den Johannitern. Verschärft würde das Problem demnach durch die Verbreitung von Smartphones und durch die sozialen Medien. „Das muss sich ändern, denn oft entscheiden schon wenige Minuten über Leben oder Tod“, sagte Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe. Lesen Sie dazu: Gaffer-Video: Ein Video zeigt, wie gefährlich Gaffen ist

Gaffer an Unfallorten: Harte Strafen drohen

Acht Rettungswagen und ein Intensivtransportwagen sollen den Angaben zufolge im Rahmen des Test-Projektes mit den auffälligen QR-Codes ausgestattet werden. David Kreuziger vom Landesvorstand der Johanniter in Berlin/Brandenburg hofft auf Nachahmer: „Gaffer sind ein Riesenproblem in allen Rettungsdiensten, daher sind wir sicher, dass diese Aktion eine hohe Aufmerksamkeit bekommen und Nachahmer in der gesamten Branche finden wird.“

Fotos von Unfall-Toten oder Verletzten bei Verkehrsunfällen können in Deutschland hart bestraft werden. Das Gesetz droht mit Geldbußen oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren. Wer bei Unfällen oder Notsituation keine Hilfe leistet, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft. Als Ausnahme gilt nur, wenn man sich durch die Hilfe selbst in Gefahr begeben würde.

(fmg/dpa)

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