Volksfest

Dubai: "Größtes und längstes" Oktoberfest der Welt geplant

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Menschen im Sommer in den Urlaub fahren können. Das hänge unter anderem davon ob, wie die Pandemie sich in Deutschlands Nachbarländern entwickle.

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Dubai.  Wüste statt Wiesn? 2021 soll das "größte Oktoberfest der Welt" in Dubai stattfinden. Die Wiesn-Wirte reagieren allerdings skeptisch.

Ein "Oktoberfest der Superlative" soll in diesem Jahr stattfinden - allerdings nicht in der bayerischen Metropole München, sondern im Wüstenemirat Dubai. Auf über 400.000 Quadratmetern soll das Oktoberfest in Dubai die diesjährige Weltausstellung "Expo" begleiten.

Im Gegensatz zum 16 oder 17 Tage dauernden Oktoberfest in München soll die Wüstenausgabe des Volksfests ganze sechs Monate dauern. Die Idee dazu hatte der Münchner Ex-Gastronom Dirk Ippen. Er lebt schon seit einigen Jahren in Dubai. Am Donnerstag hatte die "Bild"-Zeitung zuerst über die wahnwitzige Idee berichtet.

Oktoberfest Dubai soll "größtes Oktoberfest der Welt" werden

Auf ihrer Website geizen die Veranstalter nicht mit Superlativen: Das geplante Oktoberfest in Dubai sei "das größte und längste Oktoberfest der Welt". An der "längsten Bierbar der Welt" sollen deutsche und internationale Biere ausgeschenkt werden. Außerdem, schreibt die "Bild", soll der höchste Maibaum der Welt Besucherinnen und Besucher anziehen.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll das Oktoberfest in Dubai nach dem Vorbild des "echten" Oktoberfestes gestaltet werden - sogar eine Bavaria-Statue wollen die Veranstalter aufstellen.

Für die Wüstenausgabe des Oktoberfestes seien 32 Bierzelte geplant, außerdem sollen der Website der Veranstalter zufolge 620 Schaustellerinnen und Schausteller die trinkwilligen Touristinnen und Touristen anlocken. Auch für die damit einhergehenden Betrunkenen sei schon gesorgt: Ein Shuttle-Service soll jene, die zu tief in die Maß geschaut haben, zurück zu ihren Hotels bringen.

Oktoberfest in Dubai: Wiesnwirte sind dagegen

Die Pläne für ein Oktoberfest im Golfemirat Dubai stoßen bei den Brauereien auf gemischte Reaktionen. Laut Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) überlege die Unternehmensgruppe Inbev, zu der unter anderem Löwenbräu und Spaten gehört, ob und mit welchen Biermarken man teilnehmen solle. Nicht vertreten sei die Brauerei Paulaner.

Der ehemalige Sprecher der Wiesenwirte, Toni Roiderer, sagte der "Süddeutschen Zeitung" am Freitag: "Ich bin Wiesnwirt und kein Wüstenwirt". Noch deutlicher lehnt der Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) das Oktoberfest in der Wüste ab: "Ein Oktoberfest in Dubai, das ist doch wie eine Demonstration für Demokratie in Pjönjang", sagte Baumgärtner der "SZ".

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Musiker: Habe zuerst an Aprilscherz gedacht

In einer Mitteilung der Veranstalter werden laut BR außerdem Musik-Acts genannt, die am Oktoberfest in Dubai teilnehmen sollen. So sollen etwa der Schlagersänger Ikke Hüftgold und die Wiesn-Band Münchner Zwietracht auftreten.

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Der Gründer der Musikgruppe, Wolfgang Köbele, schien dem BR gegenüber allerdings überrascht von der Ankündigung. Er habe zwar eine Anfrage dazu bekommen, danach sei allerdings nichts Konkretes besprochen worden. Er habe zunächst an einen Aprilscherz gedacht.

Veranstalter rechnen mit vier Millionen Gästen im Monat

Trotzdem rechnen die Veranstalter laut dpa mit vier Millionen Gästen im Monat. Und zumindest die Rahmenbedingungen in Dubai scheinen zu stimmen, damit das geplante Oktoberfest zur Expo am 7. Oktober starten kann: In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind etwa die Hälfte aller Einwohnerinnen und Einwohner geimpft. Auch interessant: Was sie tun können, um einen Corona-Impftermin zu bekommen

Deshalb sollen Weltausstellung und Oktoberfest stattfinden, nachdem sie wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben wurde. 190 Länder werden an der Expo teilnehmen - der ersten im arabischen Raum. (te/dpa)

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