Bürgermeisterin an der Ostsee: „Wir sperren keine Strände“

Scharbeutz.  Das sommerliche Wetter lockt viele Menschen an die Ostsee. Die Bürgermeisterin von Scharbeutz sieht dennoch keine Kapazitätsprobleme.

Strandkörbe mit Besuchern des Ostseebades Scharbeutz. Hier erreichten am Samstag einige Strandabschnitte ihre Corona-Kapazitätsgrenze.

Strandkörbe mit Besuchern des Ostseebades Scharbeutz. Hier erreichten am Samstag einige Strandabschnitte ihre Corona-Kapazitätsgrenze.

Foto: Markus Scholz / dpa

  • Das sommerliche Wetter lockt viele Menschen an die Ostsee
  • Die Bürgermeisterin von Scharbeutz sieht dennoch keine Kapazitätsprobleme
  • Urlauber, Einheimische und Tagesgäste hätten sich sehr gut an den Stränden der Region verteilt
  • Eine Strandampel gibt Informationen über acht verschiedene Strände

Bei bestem Sommerwetter hat es am Samstag und am Sonntag wieder zahlreiche Menschen an die Ostseestrände in Schleswig-Holstein gezogen. In den beliebtesten Orten, Scharbeutz und Haffkrug in der Lübecker Bucht, waren am Samstag laut Deutscher Presse-Agentur gegen Mittag einige Parkplätze und Strandabschnitte vorübergehend gesperrt worden, weil es nicht mehr genügend freie Plätze für die Gäste gab.

Bettina Schäfer, Bürgermeisterin von Scharbeutz, kritisierte auf Facebook Berichte, in denen von einer Sperrung die Rede war: „Wir sperren keine Parkplätze und auch nicht den Strand!“, schrieb sie in dem sozialen Netzwerk. Zur Deutschen Presse-Agentur sagte sie am Sonntag: „Wir sind gut besucht, aber weit entfernt von einem Massenansturm. An unseren Stränden ist noch Platz.“

Urlauber, Einheimische und Tagesgäste hätten sich sehr gut an den Stränden der Region verteilt. „Das Strandampel-System hat bislang sehr gut funktioniert. So konnten wir die Leute gut verteilen – auch auf Orte, die sonst nicht so stark frequentiert wurden.“

Dort ist Anfang Juli eine sogenannte virtuelle Ampel gegen überfüllte Strände in Betrieb genommen worden. So können sich Tagesgäste rechtzeitig über den Andrang an den Ostsee-Stränden zwischen Scharbeutz und Rettin informieren.

Strandampel soll für gleichmäßige Strand-Auslastung sorgen

Die Strandampel gibt Informationen über acht verschiedene Strände. Für drei von ihnen stand die Ampel am Samstag auf gelb. Das heißt, es wird langsam eng. Die Infos kommen zunächst von Strandkorbvermietern und den Angestellten, die die Kurtaxe kassieren. Mit der Strandampel sollen die Gäste an weniger ausgelastete Strandabschnitte geleitet werden. Den Stand der Strandampel kann man auf www.strandticker.de einsehen.

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Die Ostseebäder Scharbeutz, Haffkrug, Sierksdorf, Neustadt, Pelzerhaken und Rettin haben das Lenkungssystem entwickelt, damit die coronabedingten Abstandsregeln an den Stränden eingehalten werden können. Wegen des Ansturms von Tagestouristen hatte die Bürgermeisterin von Scharbeutz an zwei zurückliegenden Wochenenden den Zugang zum Ort sperren lassen.

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Bereits Ende Juni zum Start der Sommerferien in einigen Bundesländern hatte es viele Menschen an die deutsche Küste gezogen. Damals waren einige Ostseestrände an ihre Corona-Kapazitätsgrenzen gestoßen, während es an der Nordsee relativ unproblematisch blieb.

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Noch am Samstag Ärztepräsident Klaus Reinhardt Urlauber zu besonderer Vorsicht ermahnt. „Es gelten auch im Urlaub die Abstands- und Hygieneregeln“, sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Das ist wichtig, sehr wichtig.“

Völlig unverständlich sei es, wie sich einige Urlauber vor einer Woche auf Mallorca verhalten hätten. „Party in der Pandemie – das ist schlicht unverantwortlich“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer. Auf der Urlaubsinsel hatten Menschen unter Missachtung der Vorsorgemaßnahmen gefeiert.

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