Metallica-Tour abgesagt: James Hetfield in Sucht-Behandlung

Los Angeles.  Metallica-Frontmann James Hetfield muss einen Entzug machen: Deshalb haben die Metal-Superstars ihre Tour durch Australien abgesagt.

Metallica-Sänger James Hetfield macht einen Entzug, die Band musste ihre Tour verschieben.

Metallica-Sänger James Hetfield macht einen Entzug, die Band musste ihre Tour verschieben.

Foto: CATHAL MCNAUGHTON / Reuters

Die meisten Fans reagieren im Internet mit Verständnis – und wünschen ihrem Musikhelden alles Gute und die nötige Kraft für eine schwere Zeit: Metallica-Frontmann James Hetfield musste sich offenbar eingestehen, dass die Sucht ihn wieder im Griff hat. Seine Bandkollegen erklärten gestern online, er habe sich wieder in Behandlung gegeben.

„Ich hoffe das Beste für ihn“, schreibt ein Fan – er sei eine „lebende Legende und ehrlich eine der letzten echten Rockstars der Welt“, schreibt einer. „Hetfield ist der Grund, dass ich Gitarrespielen angefangen habe“, erklärt ein anderer: „Aber wir sind alle nur Menschen und haben alle unsere eigenen Probleme.“

Hetfields Problem ist eine Krankheit, die nie ganz besiegt ist – und eine kleine Fehlentscheidung kann das ganze Elend sofort wieder zurückholen: Vor knapp drei Jahren sprach James Hetfield in einem Podcast noch darüber, wie er 2002 seine Sucht überwand – nun musste die Band ihre Tour absagen.

Metallica-Frontmann Hetfield macht Entzug – Tour abgesagt

Derzeit ist unklar, um was für eine Art von Entzug sich handelt, ob es um Alkohol oder auch um Drogen geht. Beides – genau wie Zigaretten – hatte er eigentlich seit 2002 gemieden. Oder: meiden wollen.

In dem Podcast „The Joe Rogan Experience“ hatte Hetfield erklärt, was ihn zu seinem ersten Entzug vor 17 Jahren gebracht hatte: „Angst war eine große Motivation für mich.“ Er hatte, erklärte der Metallica-Sänger, Sorge, seine Familie zu verlieren. „Meine Frau hatte mich rausgeworfen, ich lebte irgendwo allein. Ich wollte das nicht.“

Metallica-Tour vorerst verschoben: Band erklärt es bei Twitter

Jetzt hat die Abhängigkeit ihn offenbar wieder eingeholt, überschattet sein Leben wohl so sehr, dass er nicht einfach weitermachen kann wie bisher: Die Metal-Band cancelte die Tourtermine für Australien und Neuseeland wegen der Suchterkrankung des Frontmann vorerst.

Die Musiker der Band teilten auf Twitter mit, Hetfield müsse sich in Behandlung begeben. Deshalb könne die ab Mitte Oktober geplante Tour durch Australien und Neuseeland vorerst nicht stattfinden. Man sei „devastated“, am Boden zerstört.

Metallica: Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Tujillo informieren Fans

„Wie die meisten von euch wahrscheinlich wissen, kämpft unser Bruder James seit vielen Jahren immer wieder mit Suchtproblemen. Jetzt musste er sich leider wieder in Behandlung begeben, um an seiner Genesung zu arbeiten“, teilten die drei anderen Bandmitglieder Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter mit.

„Es tut uns wirklich leid, unseren Fans und Freunden mitteilen zu müssen, dass wir unsere bevorstehende Tournee durch Australien und Neuseeland verschieben müssen“, hieß es weiter.

Metallica-Sänger James Hetfield kämpft mit Alkoholsucht

Der 56-jährige Hetfield kämpft seit Jahrzehnten mit Alkoholsucht, was auch in der Doku „Metallica: Some Kind of Monster“ thematisiert wurde. 2001 hatte Hetfield demnach zum ersten Mal eine monatelange Behandlung in einer Entzugsklinik gemacht.

In Interviews hatte Hetfield über seine Sucht und die Auswirkungen auf sein Umfeld gesprochen. Er engagiert sich für die Organisation „Road Recovery“, die jungen Menschen mit Suchtkrankheiten hilft – und sagte in einem Gespräch mit der Gruppe, dass Musikmachen täglich sein Leben rette.

Seine Musik hilft auch anderen – sie bedauern online, dass er seine Dämonen nicht vollständig besiegen konnte.

Metallica waren zuletzt in Deutschland auf Tour

Laut Homepage waren vom 17. Oktober bis 2. November sechs Auftritte in Australien und zwei in Neuseeland geplant. Die Metal-Ikonen hatten zuletzt Ende August Auftritte in Deutschland, unter anderem in Mannheim und München, wo sie begeistert gefeiert wurden. In Köln hatte Metallica „Viva Colonia“ gecovert – und musste dafür zahlen, was die Band aber vermutlich relativ leicht verschmerzt.

Die Bandmitglieder schrieben weiter, Metallica habe die Absicht, nach Australien und Neuseeland zu kommen, „sobald es die Gesundheit und der Zeitplan erlauben“. Die Kaufpreise für bereits gekaufte Tickets würden erstattet. Alle vier Musiker sind mittlerweile deutlich über 50 Jahre alt. Alleine das nach der Band benannte fünfte Album verkaufte sich rund 30 Millionen Mal.

Der Erfolg – und das Suchtproblem Hetfields – hält die Musiker nicht davon ab, auch andere Wege zu beschreiten: Metallica hat ein eigenes Bier auf den Markt gebracht.

Alkoholismus ist eine weit verbreitete Abhängigkeit, Drogenexperten sind sich einig, dass Alkohol teurer werden muss. (moi/dpa)

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