Totes Baby in Container – Polizei findet eine zweite Leiche

Duisburg/Kielce  In Polen wurde zwischen Altkleidern ein totes Baby aus Duisburg entdeckt. Jetzt gab es eine Festnahme – und einen zweiten Leichenfund.

Polizeispürhund „Amigo“ und ein Hundeführer der Duisburger Polizei suchen nach Spuren des toten Babys an einem Altkleidercontainer.

Polizeispürhund „Amigo“ und ein Hundeführer der Duisburger Polizei suchen nach Spuren des toten Babys an einem Altkleidercontainer.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Rund zwei Wochen nach dem Fund einer Babyleiche aus Duisburg hat die Polizei eine 35 Jahre alte Tatverdächtige festgenommen – und eine zweite Babyleiche gefunden. Das tote kleine Mädchen sei in Laken und Plastiktüten versteckt gewesen, teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei am Sonntag mit.

Die Frau gestand die Geburt dieses Kindes. Sie leugnete aber nach Angaben der Polizei, etwas mit dem toten Baby aus dem Altkleidercontainer zu tun zu haben. Der zuständige Richter erließ Haftbefehl wegen Totschlags.

In der Nacht auf Samstag habe die Kriminalpolizei nach ersten Hinweisen die Wohnung der Frau durchsucht und auch Beweismaterial wie blutige Bettlaken gefunden, hieß es in der Mitteilung.

Baby kam lebend zur Welt

In der polnischen Stadt Kielce hatten die Mitarbeiter eines Unternehmens vor einigen Tagen in einem Altkleidercontainer zwischen ausrangierten Hosen, Jacken und Kleidern einen toten Säugling entdeckt.

Das Baby, das die Polizei Mia getauft hatte, war nach bisherigen Erkenntnissen der polnischen Ermittler lebend zur Welt gekommen. Dies bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kielce, Daniel Prokopowicz, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Das Mädchen habe vorläufigen Untersuchungen zufolge nach der Geburt eigenständig geatmet, so Prokopowicz.

Suche nach DNA-Spuren und Fingerabdrücken

Der Container mit der aussortierten Kleidung kam aus Duisburg im Ruhrgebiet nach Polen. Am vorigen Freitag entdeckte die Polizei den Container, in den das kleine Mädchen gelegt worden war, nachdem ein Leichenspürhund angeschlagen hatte. Der Behälter, der im Westen der Stadt aufgestellt war, wurde sichergestellt und nach DNA-Spuren und Fingerabdrücken untersucht.

Polizeisprecherin Jacqueline Grahl hatte zuvor mitgeteilt, dass bereits erste Hinweise eingegangen seien. „Wir sind froh über jeden Anruf.“

Säugling wurde bereits obduziert

Weitere Erkenntnisse könnte der Obduktionsbericht aus Polen bringen. „Die Obduktion ist abgeschlossen, aber die Ergebnisse liegen uns noch nicht vor“, sagte Grahl.

Wie die polnische Polizei mitteilte, wurde die Leiche des Neugeborenen bereits am 17. November entdeckt. Das kleine Mädchen müsse zwischen dem 31. Oktober und dem 8. November in dem Container der Wirtschaftsbetriebe in Duisburg abgelegt worden sein. Die Polizisten gaben dem toten Säugling den Namen Mia. (dpa/W.B.)

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