Niedersachsen: 6218 Corona-Infizierte – mehr als hundert Tote

Hannover.  108 Menschen aus Niedersachsen sind am Coronavirus verstorben: 30 davon in Wolfsburg, fünf in Braunschweig, vier in Peine und eine in Salzgitter.

Proben für Corona-Tests werden im Diagnosticum-Labor in Plauen für die weitere Untersuchung vorbereitet. Das Labor ist die zentrale Prüfstelle der in Neukirchen bei Chemnitz ansässigen Arztpraxis Diagnosticum.

Proben für Corona-Tests werden im Diagnosticum-Labor in Plauen für die weitere Untersuchung vorbereitet. Das Labor ist die zentrale Prüfstelle der in Neukirchen bei Chemnitz ansässigen Arztpraxis Diagnosticum.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Die Zahl der Infizierten in Niedersachsen ist auf 6218 bestätigte Fälle angestiegen (Stand: 6. April, 13 Uhr). Das sind 209 Fälle mehr als noch am Vortag. Es gibt laut Gesundheitsministerium landesweit 108 Tote, die mit dem Coronavirus infiziert waren – davon allein 30 in Wolfsburg. 29 davon wohnten in einem Pflegeheim für demenzkranke Senioren. Im Kreis Goslar wurden am 3. April außerdem drei Todesfälle gemeldet.

1980 Corona-Patienten in Niedersachsen gelten laut unseren Informationen wieder als gesund (Stand: 6. April).

Niedersachsens Krankenhäuser schafften Platz für die Behandlung von Covid-19-Patienten, indem andere Patienten, deren Gesundheitszustand sich schon verbessert hat, die aber noch pflegebedürftig sind, ab sofort in die Reha-Kliniken im Land entlassen werden können.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht nach der Corona-Krise Veränderungen im gesellschaftlichen Leben auf die Menschen zukommen. Schutzmasken gehörten dann in Deutschland viel stärker zum öffentlichen Bild, sagte der 61-Jährige dem „Tagesspiegel“. „Vielleicht nähern wir uns hier den asiatischen Verhältnissen an. Insgesamt scheinen manche asiatischen Gesellschaften besser vorbereitet gewesen zu sein auf diese Pandemie – auch aufgrund von vorangegangenen Erfahrungen – als das in den europäischen oder amerikanischen Gesellschaften der Fall gewesen ist.“ Der „gute alte Handschlag“ werde dagegen wohl in den Hintergrund treten.

In der Frage der geltenden Ausgangsbeschränkungen werde das Osterfest ein echter Stresstest. Weil warnte vor verfrühten Exit-Debatten, die Frage stehe erst nach Ostern an. „Eine Lockerung wird erst dann möglich sein, wenn wir tatsächlich erkennen können, dass der bisherige Kurs Früchte getragen hat“, betonte er. „Erst wenn wir spürbar niedrigere Infektionsraten und den Eindruck haben, dass unser Gesundheitswesen gewappnet ist für das, was da kommen wird, können wir Erleichterungen in Erwägung ziehen.“

Für alle Bürgerfragen zur Corona-Pandemie hat die Landesregierung am Donnerstag, 26. März, eine zentrale Hotline geschaltet. Unter (0511) 120 6000 gebe es allgemeine Informationen zum Coronavirus und seinen Folgen, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Bei Detailfragen werde der Kontakt zu entsprechenden Ansprechpartnern vermittelt.

Bereits seit Februar gibt es Telefonauskünfte des Landes zu Gesundheit unter (0511) 4505 555, Land- und Ernährungswirtschaft unter (0511) 120 2000 sowie Wirtschaft und Arbeit unter (0511) 120 5757.

Die Kultusminister der Länder haben am Mittwoch beschlossen, dass die Abschlussprüfungen in den Schulen stattfinden sollen.

So viele Corona-Todesfälle gibt es in Niedersachsen und der Region

In Niedersachsen sind 110 Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden (Stand: 6. April, 16.50 Uhr). 30 davon in Wolfsburg, fünf in Braunschweig, vier in Peine und einer in Salzgitter.

Am Dienstag (24. März) meldete das niedersächsische Gesundheitsministerium, dass eine über 80 Jahre alte Frau im Klinikum Wolfsburg verstorben sei. Am Montag war bereits der Tod einer 70 Jahre alten Frau aus Wolfsburg bekannt geworden. Am Freitag (27. März) erhöhte sich die Zahl der Sterbefälle in Wolfsburg um acht neue Opfer auf insgesamt 10. In der Folge stieg die Zahl der Corona-Toten in Wolfsburg – auch aufgrund eines betroffenen Pflegeheims – auf mittlerweile 28 an.

Am Freitag, 27. März, bestätigte die Stadt Salzgitter den Tod einer etwa 80-jährigen Frau.

Am Dienstag, 31. März, wurde schließlich auch der Tod eines 77-Jährigen in einem Braunschweiger Krankenhaus bekannt. In Braunschweig ist die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus Verstorbenen mittlerweile auf fünf Fälle angewachsen.

Auch der Landkreis Peine muss erste Corona-Sterbefälle vermelden: Am Donnerstag, 2. April, wurde ein Todesfall in Folge einer Corona-Infektion aus dem Kreis Peine gemeldet, im Laufe des Tages dann auch noch ein zweiter Todesfall. Am 06. April teilte der Landkreis mit, dass zwei weitere Personen mit Infizierung verstorben sind.

Schwerpunkte sind die Region Hannover und der Landkreis Hildesheim. Der erste bekannte Fall aus Niedersachsen stammt von Anfang März – genauer aus Uetze.

Das sind die Infektionszahlen für Niedersachsen

Am Sonntag, 5. April, berichtete das niedersächsische Gesundheitsministerium von 6218 bestätigten Corona-Fällen. Betroffen sind nahezu alle Städte und Landkreise in Niedersachsen. Zweistellige Krankheitsfälle gibt es laut Gesundheitsministerium (Stand: Montag, 6. April) in den Kreisen Ammerland (109), Aurich (67) Celle (107), Cloppenburg (50), Cuxhaven (64), Diepholz (204), Emsland (191), Friesland (21), Gifhorn (94), Goslar (87), Göttingen (277), Grafschaft Bentheim (127), Hameln-Pyrmont (88), Harburg (275), Heidekreis (44) Helmstedt (81), Hildesheim (194), Holzminden (79), Leer (58), Lüchow-Dannenberg (12), Lüneburg (120), Nienburg (Weser) (51), Northeim (52), LK Oldenburg (152), Osterholz (60), Peine (110), Rotenburg (Wümme) (66), Schaumburg (80), Stade (153), Uelzen (29), Vechta (231), Verden (100), Wesermarsch (47), Wittmund (16), Wolfenbüttel (62) sowie in Braunschweig (227), Salzgitter (72), Wolfsburg (222), der Region Hannover (1147), in Oldenburg (130), in Delmenhorst (26), Emden (10), Osnabrück (297) und in Wilhelmshaven (10).

Das Coronavirus in der Region um Braunschweig und Wolfsburg

In unserer Region sind bislang 40 Menschen an dem Coronavirus gestorben (Stand: 6. April).

Hier erfahren Sie detailliert, wie sich die Coronavirus-Infektionen in der Region entwickeln – und was es zu beachten gilt:

Corona in Braunschweig- Alle Fakten auf einen Blick

Corona in Gifhorn- Alle Fakten auf einen Blick

Corona in Salzgitter und Umland – Was Sie jetzt wissen müssen

Corona im Landkreis Helmstedt- Alle Fakten auf einen Blick

Corona in Wolfsburg- Die Fakten auf einen Blick

Corona in Peine- Alle Fakten auf einen Blick

Corona im Landkreis Wolfenbüttel- Die Fakten auf einen Blick

Corona in Osterode- Ein Überblick über die Situation vor Ort

Wer wird auf das Coronavirus getestet?

Das Robert-Koch-Institut nennt folgende Kriterien:

1. Akute grippeähnliche Symptome und Kontakt zu einer infizierten Person.

2. Hinweise auf eine virale Lungenentzündung.

3. Akute grippeähnliche Symptome bei Patienten aus einer Risikogruppe (zum Beispiel Alter über 60, Asthmatiker, Diabetiker…) oder bei Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen und Krankenhäusern.

4. Bei akuten grippeähnlichen Symptomen ohne Risikofaktoren soll nur bei ausreichender Kapazität getestet werden.

Ministerpräsident Weil: Die Lage ist ernst

Am Sonntag (22. März) kündigten Bund und Länder ein Kontaktverbot an. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält das von Bund und Ländern beschlossene Kontaktverbot zur Eindämmung der Corona-Krise für unerlässlich. „Ich bin mir bewusst, dass diese weiteren Verschärfungen die Freiheit der Menschen in Niedersachsen stark einschränken“, sagte er am Sonntag nach den Beratungen mit seinen Länderkollegen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

„Sie sind aber notwendig, die Lage ist sehr ernst. Wir müssen alle miteinander alles dafür tun, dass möglichst wenige Menschen infolge des Coronavirus sterben.“Es gehe angesichts der rasanten Ausbreitung des Covid-19-Erregers in Deutschland um eine dringend nötige Reduktion der Infektionsfälle: „Wir müssen alles in unserer Macht stehende dafür tun, dass unser Gesundheitssystem allen Betroffenen wirksam helfen kann“, sagte Weil.

Bundesweit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Schließen müssen zudem alle Restaurants sowie Dienstleistungsbetriebe mit enger körperlicher Nähe wie Friseure, Massagepraxen oder Kosmetikstudios. Die verschärften Regeln sollen für mindestens zwei Wochen gelten.

Kontaktverbot- Das sind die neuen Regeln – und die Strafen

Nun wollen Bund und Länder wollen die Beschränkungen mindestens bis zum Ende der Osterferien verlängern. Die Bürger „bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren“, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Mittwoch (1. April) vorliegenden Beschlussvorlage für die Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Am 1. April wurde bekannt, dass ab Samstag, 4. April, Baumärkte wieder für Privatpersonen geöffnet werden.

Am Freitag, 20. März, kündigte Ministerpräsident Weil eine Schließung der Gastronomie ab Samstag an: Coronavirus- Niedersachsen macht die Gastronomie dicht

„Wir können es nicht hinnehmen, dass weiter Corona-Partys gefeiert werden und Menschen dicht an dicht in Straßencafés sitzen.“ Die Polizei in Niedersachsen wird laut dem Ministerpräsidenten dafür sorgen, dass Sicherheitsabstände in Gaststätten eingehalten werden. „Wer das Virus auf die leichte Schulter nimmt und die gut begründeten Vorgaben nicht umsetzt, muss damit rechnen, dass seine Gastronomie vorübergehend geschlossen wird.“

Die Zusammenarbeit von Bundesregierung und Ländern in der Corona-Krise funktioniert Weils Ansicht nach gut. „Der Föderalismus ist dieser historisch einmaligen Bedrohung durchaus gewachsen.“

Pistorius: Kontrollen werden unvermindert fortgesetzt

Im Kampf gegen die Corona-Krise sollen Polizeipräsenz und Kontrollen in Niedersachsen „unvermindert fortgesetzt“ werden. Das teilte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Sonntagabend (29. März) mit.

„Das letzte Wochenende hat gezeigt, dass die breite Präsenz und die Kontrollen der Polizei wichtig und erforderlich sind, damit sich die Menschen an die aktuell geltenden Regeln halten“, so der Innenminister. Wie am 2. April bekannt wurde, bereitet die niedersächsische Landesregierung darüber hinaus einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen das Kontaktverbot vor.

Pistorius- Corona-Kontrollen werden „unvermindert fortgesetzt“

Althusmann: Niemand muss Lebensmittel-Engpässe befürchten

Ob Nudeln oder Klopapier: Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat die Bürger dazu aufgerufen, trotz der Corona-Krise keine Hamsterkäufe zu tätigen. „Ich kann die Sorge vieler Menschen verstehen, ich bitte sie allerdings dringlich, mit Augenmaß einzukaufen. Das Bevorraten mit Lebensmitteln ist nicht notwendig. Selbst wenn die Regale mal leer sind, werden sie wieder aufgefüllt werden“, sagte der Minister der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag, 18. März). Und: „Es hat auch etwas mit der Solidarität untereinander zu tun, sich jetzt nicht mit 100 Rollen Toilettenpapier und kiloweise Nudeln einzudecken.“

VW schließt Werke wegen der Corona-Krise

VW wird nach Angaben des Betriebsrats ab Freitag die Produktion in seinen Werken wegen des Corona-Ausbruchs stoppen. Das teilten die Arbeitnehmervertreter am Dienstagmorgen (17. März) mit.

VW-Vorstandschef Herbert Diess sagte, dass ein Herunterfahren der Werke erforderlich sei, um das Ausbreiten des Coronavirus einzudämmen. Es gehe nun vorrangig darum, die VW-Mitarbeiter und ihre Mitarbeiter zu schützen.

Volkswagen hat die wegen des Coronavirus bereits geltende Produktionsruhe in den deutschen Werken am Dienstag (31. März) bis zum 19. April verlängert. Ursprünglich war mit dem Betriebsrat ein Stillstand der Automobilproduktion bis zum 9. April vereinbart worden.

Niedersachsen schnürt Milliardenpaket gegen Corona-Folgen

Dass so schnell eine Ausnahme vom Neuverschuldungsverbot in der Landesverfassung nötig sein würde, das hätten sich wohl weder Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) noch Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) träumen lassen. Am Dienstag (17. März) verkündeten beide Regierungsmitglieder Seite an Seite, dass Niedersachsen 4,4 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Corona-Folgen bereitstellen will. Dabei geht es im Wesentlichen darum, die weitreichenden Folgen für die Wirtschaft des Landes zu mildern - und Geld für notwendige Ausrüstung im Gesundheitssystem zur Verfügung zu stellen.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) kündigte am Dienstag (31. März) an, das Land Niedersachsen wolle seine Soforthilfe für unter der Corona-Krise leidende Unternehmen um rund 200 Millionen Euro aufstocken. Das Geld solle die Liquidität kleiner Unternehmen mit 11 bis 49 Beschäftigten sichern.

Weil die Förderbank NBank zudem von Dienstagabend (31. März) an auch Hilfsmittel des Bundes bereitstellt, wurde die bisherige Richtlinie für die Soforthilfe durch zwei neue ersetzt. Diese sehen gestaffelte Finanzspritzen vor.

Touristen müssen Braunschweiger Hotels bis zum 25. März verlassen

Zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus hat das Land Niedersachsen weitere Vorgaben erlassen. Diese setzt die Stadt Braunschweig laut Mitteilung (18. März) mit einer Allgemeinverfügung um. Betreibern von Hotels und vergleichbaren Einrichtungen ist es ab sofort untersagt, Personen zu touristischen Zwecken zu beherbergen. Werkstätten für behinderte Menschen und vergleichbare Einrichtungen müssen ihren Betrieb grundsätzlich einstellen. Im dringenden öffentlichen Interesse dürfen Verkaufsstellen für den täglichen und gesundheitlichen Versorgungsbedarf im Stadtgebiet auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet werden. Dies sind die folgenden Verkaufsstellen: der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkäufer, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte, der Großhandel.

Die ersten Corona-Fälle in Niedersachsen

Die erste Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Niedersachsen war am 1. März 2020 bekanntgeworden. Ein 68 Jahre alter Mann aus Eltze in der Gemeinde Uetze (Region Hannover) hatte sich offensichtlich während einer Busreise nach Südtirol angesteckt. Behördenangaben zufolge bestätigte sich auch eine Infektion bei einer Kontaktperson des 68-Jährigen, die aber keine Symptome aufweise.

In Stade hatte sich ein Lehrer eines Gymnasiums mit dem Coronavirus infiziert (5. März). Ein Unterrichtsausfall am Vincent-Lübeck-Gymnasium hielt das Gesundheitsamt des Landkreises allerdings zu dieser Zeit noch nicht für nötig. Der Mann hatte demnach grippeähnliche Symptome aufgewiesen.

In der Grafschaft Bentheim kam am 4. März ein 30-Jähriger aus Schüttorf in häusliche Quarantäne, teilte der Landkreis Grafschaft Bentheim mit. Die häusliche Isolation betreffe auch die in dem Haushalt lebenden Familienangehörigen. Der Mann arbeitet laut Behörden in einem grenzüberschreitenden Gewerbegebiet und habe sich nach bisherigen Erkenntnissen bei einem Infizierten im niederländischen Coevorden angesteckt, sagte ein Landkreissprecher.

In Ostfriesland war laut Gesundheitsministerium eine 32-Jährige aus Westoverledingen im Landkreis Leer infiziert (4. März). Sie wurde isoliert in einem Krankenhaus untergebracht, ihr Zustand galt zunächst als stabil. Der Lebensgefährte der Frau kam in häusliche Quarantäne.

Im Landkreis Rotenburg/Wümme erkrankten zwei Urlaubsrückkehrer aus Südtirol (4. März).

Weitere Informationen im Internet: www.niedersachsen.de/Coronavirus.

Corona: Abitur-Notfallpläne in Niedersachsen – früher Osterferien

Niedersachsen hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus alle Schulen geschlossen. Die Schulsperrung gilt ab Montag, 16. März. Nach zwei Wochen außerplanmäßiger Schließung würden am 30. März nahtlos zwei Wochen Osterferien beginnen.

Neben den Schulen wurden auch die Kindertagesstätten in Niedersachsen wegen der Coronakrise geschlossen. Das sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Freitag, 13. März, in Hannover.

Corona- Wegen Kinderbetreuung krankschreiben lassen, ist verboten

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) kämpft noch ums Abitur und weitere Abschlüsse für Schüler in Niedersachsen. „Ich möchte, dass alle Schüler die Chance haben, ihre Prüfungen abzulegen“, versicherte der Minister am Freitag (27. März). Abitur und weitere Prüfungen in der Sekundarstufe I sollen laut Tonne durch einen neuen „Fahrplan“ trotz der Corona-Krise gerettet werden. Doch ob das geht, entscheidet sich erst nach Ostern.

Coronavirus- Schule geschlossen – das müssen Eltern wissen

Auch in den Osterferien (30. März – 14. April) wird die Notbetreuung in niedersächsischen Kindertageseinrichtungen und Schulen vorgehalten, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Freitag (20. März) mitgeteilt hat. Diese Notbetreuung sichert ab, das aufgrund der Corona-Krise besonders benötigten Berufsgruppen trotz geschlossener Einrichtungen die Wahrnehmung unverzichtbarer zentraler beruflicher Aufgaben ermöglicht wird. Weitere Informationen finden Sie hier.

Coronavirus-Testzentren und mobile Teams im Einsatz ­– „Drive-In“ in Braunschweig

Im Kampf gegen die Coronavirus-Ausbreitung haben inzwischen in zahlreichen Landkreisen spezielle Testzentren ihre Arbeit aufgenommen. Dort, wo es noch keine solche Zentren gibt, seien mobile Testteams unterwegs, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit. Sie nehmen in begründeten Corona-Verdachtsfällen Abstriche von Patienten. Testzentren gibt es unter anderem in Braunschweig, Wilhelmshaven, Oldenburg, Vechta, Hannover, Aurich und Lüneburg, aber auch in Peine. Außerdem wurde ein Verteilzentrum für Schutzkleidung für Ärzte und medizinisches Fachpersonal eingerichtet. Wolfenbüttels Landrätin Christiana Steinbrügge gab am Donnerstag, 12. März, bekannt, dass der Landkreis Wolfenbüttel ein eigenes Corona-Testzentrum vorhält.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir mit Hilfe der Testzentren und der mobilen Teams das Infektionsrisiko für das medizinische Personal in der niedersächsischen Arztpraxen vermindern und die weitere Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen“, sagte KVN-Vorstandschef Mark Barjenbruch. Abstriche werden nach KVN-Angaben nur auf ärztliche Anforderung vorgenommen. Patienten müssten also von einem Arzt angemeldet werden – sie sollten keinesfalls selbstständig in die Corona-Testzentren kommen, um sich überprüfen zu lassen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat zudem in Braunschweig einen „Drive-In“ eingerichtet (Stand 3. April). Dort können im Fünf-Minuten-Takt Abstriche gemacht werden, wie KV-Bezirksgeschäftsführer Stefan Hofmann mitteilt. Außerdem kann das Labor aufgrund schnellerer Testverfahren in kürzerer Zeit mehr Abstriche analysieren als bisher. Das heißt: Wer grippeähnliche Symptome hat, ruft nach wie vor seinen Hausarzt an. Dieser prüft, ob nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein Test infrage kommt und informiert dann die KV. Die wiederum vereinbart mit dem Patienten kurzfristig einen Drive-In-Termin in Braunschweig.

Wegen Corona: Besuchsverbot in Krankenhäusern

Die landesweite Regelung sieht wegen des Coronavirus ein Besuchsverbot in allen Krankenhäusern und Altenheimen vor. Allerdings sind Väter von Neugeborenen, Angehörige auf Palliativstationen sowie Eltern von kleinen Patienten davon ausgenommen. Das Besuchsverbot wird ebenfalls für Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen gelten, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt. Also beispielsweise für Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken sowie stationäre Betreuungseinrichtungen.

Das Klinikum Wolfsburg erlaubte seit dem 29. März keine Besuche mehr (auch nicht die bisherigen Ausnahmen). Es wurden auch keine neuen Patienten aufgenommen. Sie wurden auf umliegende Krankenhäuser verteilt. Diese Regelung hob das Klinikum Wolfsburg am 31. März wieder auf.

Rückkehrer aus Risikogebieten dürfen auf Anweisung des Sozialministeriums landesweit keine Krankenhäuser betreten.

Außerdem rief das Land Niedersachsen am 30. März einen Aufnahmestopp für Pflegeheime aus. Ausschlaggebend dafür war auch der Tod mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Pflegebedürftiger in Wolfsburg.

Braunschweig verfügt Besuchsverbote für Kliniken und Pflegeheime

Auch Niedersachsen verschiebt alle planbaren Operationen

Entsprechend einer Vereinbarung von Bund und Ländern werden auch in Niedersachsen alle planbaren Operationen verschoben, um die Krankenhäuser für Patienten mit dem Coronavirus freizuhalten. Das teilte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Freitag, 13. März, in Hannover mit. Die Regelung greift ab Montag (16. März). „Es wird sehr auf die nächsten Wochen ankommen“, meinte Reimann. Um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu bremsen, seien auch drastische Maßnahmen nötig.

Der Beschluss zum Aufschub planbarer Operationen, Eingriffe und Krankenhausaufnahmen für die Fälle, wo dies medizinisch vertretbar ist, soll für unbestimmte Zeit gelten, heißt es in einem Beschluss von Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder vom Donnerstagabend (12. März). Der Beschluss legt fest, dass die entstehenden wirtschaftlichen Folgen für die Krankenhäuser seitens der gesetzlichen Krankenkassen ausgeglichen werden.

Coronavirus: Weil kündigt Krisenstab im Innenministerium an

Im Kampf gegen eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Niedersachsen wird die bisher tätige Koordinierungsgruppe in einen Krisenstab umgewandelt. „Wir werden einen Krisenstab unter der Leitung des Sozialministeriums und mit Unterstützung des Innenministeriums bilden“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil dem Politikjournal „Rundblick“ am Mittwoch, 11. März. „Wenn die Zahlen steigen – und das werden sie – brauchen wir eine stabsmäßige Organisation, um effektiv handeln zu können“, erklärte der SPD-Politiker.

Die Koordinierungsgruppe ist ressortübergreifend, in ihr sitzen auch Experten aus dem Gesundheitswesen. Sie bewertet die Lage täglich neu.

Quarantäne für Kontaktpersonen

Für Menschen, die mit Corona-Patienten Kontakt hatten, gilt: Kontaktpersonen von Patienten oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten mit entsprechenden Symptomen sollten isoliert und so schnell wie möglich auf das Virus getestet werden, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann. Im Falle einer Ansteckung würden die entsprechenden Kontaktpersonen ermittelt.

„Diese werden dann ebenfalls unter Quarantäne gestellt und bei auftretenden Symptomen getestet“, erklärte Reimann.

In allen Bundesländern gibt es inzwischen nachgewiesene Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Vor allem in Nordrhein-Westfalen gibt es viele registrierte Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2 genannten Erreger.

Weitere Informationen gibt es im nationalen Newsblog.

Nicht jeder Infizierte wird auch krank

Doch nicht jeder Infizierte erkrankt. Die Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Die Isolation der Betroffenen und die Suche nach Kontaktpersonen erfolgt, damit sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Ziel ist, möglichst viel Kapazität im Gesundheitssystem zu erhalten.

Für die allermeisten Kinder ist das neue Virus nach Angaben des niedersächsischen Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte keine große Gefahr. „Es betrifft in seinem komplizierten Verlauf vor allem ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Dies sollten sich die Eltern immer wieder bewusst machen“, sagte Verbandssprecherin Tanja Brunnert aus Göttingen.

Für Schulen, bei denen die beabsichtigte Verschiebung einer Klassenfahrt beim Reiseveranstalter nicht möglich ist, prüft das Kultusministerium die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung. „Für Sonderfälle prüfen wir die Möglichkeit zu helfen, wo eine Verschiebung nicht möglich ist“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Die Frage sei, um wie viele Reisen es am Ende geht und welche Summen möglicherweise ersetzt werden müssten. „Ich halte es in der jetzigen Situation für sinnvoll, Planungen für Fahrten aufzuschieben.“

Niedersachsen beschließt Nachtragshaushalt wegen Coronakrise

Wegen Corona setzt das Land das Neuverschuldungsverbot („Schuldenbremse“) außer Kraft. Das ist für Notlagen vorgesehen. „Wir werden mit aller Macht für unsere Wirtschaft kämpfen“, sagte Landesfinanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am 25. März. Bei der NBank, die Hilfsprogramme abwickeln soll, fielen aber laut Berichten erst einmal die Server aus.

Zu neuen 1,4 Milliarden Euro kommt ein erhöhter Bürgschaftsrahmen von 3 Milliarden Euro.

Wirtschaftlich angespannte Lage durch Coronavirus-Ausbreitung

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) versuchte, die auch wirtschaftlich angespannte Lage wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuen Coronavirus zu beruhigen. „Wir stehen in einer schwierigen Situation, und die bleibt uns auch noch eine Weile erhalten“, sagte er am Dienstag (10. März) am Rande einer Betriebsräte-Konferenz des Tui-Konzerns in Hannover.

Im Rückblick auf die Weltwirtschaftskrise 2008/2009 meinte er: „Aber wir wissen: Wenn wir vernünftig, mit kühlem Kopf, aber auch entschlossen agieren, dann kriegen wir das gemeinsam auch in Deutschland gut hin.“ Der niedersächsische Regierungschef sagte, die von der Koalition in Berlin auf den Weg gebrachten Hilfen seien ein erster Baustein. Er finde es „gut, dass mit der Flexibilisierung der Kurzarbeit eine ganz wichtige Voraussetzung“ geschaffen worden sei, „dass Unternehmen sich nicht Hals über Kopf von ihren Mitarbeitern trennen müssen“.

Weil sprach sich dafür aus, auch die angedachten Liquiditätshilfen umzusetzen: „Wenn viele Menschen zu Hause bleiben und ihr Geld nicht in Geschäften lassen, fehlt es dort in den Kassen. Das sorgt dafür, dass man eine solche Durststrecke überwinden muss.“ Daher sei es „richtig, wenn man dann auch zu entsprechenden Maßnahmen gelangt.“

„Wir müssen gemeinsam mögliche Insolvenzen verhindern und den Unternehmen, die durch erwartbare oder bereits existierende Einschränkungen in Schwierigkeiten geraten, schnell und unbürokratisch helfen“, sagte auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Althusmann nannte neben „einem besseren Zugang zur Kurzarbeit“, der bereits angekündigt wurde, auch „kurzfristige Kredite oder Sonderabschreibungen“ als denkbare Maßnahmen. „Die Länder könnten zudem bei Steuervorauszahlungen womöglich ebenso kurzfristige Entlastung schaffen“, schlug er vor. „Die rasche Ausbreitung des Coronavirus ist für unsere Wirtschaft von Tag zu Tag spürbarer. Es steht zu befürchten, dass bedeutsame Lieferketten unterbrochen werden und selbst nach Nutzung von Lagerbeständen manche Bänder stillstehen.“

Laut VW sanken zudem die weltweiten Auslieferungen während des Februars wegen der Corona-Krise im Vorjahresvergleich um 24,6 Prozent. Im wichtigsten Einzelmarkt China stürzten sie um 74,0 Prozent.

Niedersachsen hat derweil das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen für den Transport von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln bis zum 30. Mai aufgehoben. Wegen der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus kaufen die Menschen laut Althusmann mehr haltbare Lebensmittel als gewöhnlich: „Damit die Regale jederzeit voll sind, müssen die Lieferketten entsprechend angepasst werden.“ dpa/red

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