Geflügelhalter fordern mehrstufiges Tierwohllabel und höhere Preise

Visbek.  Die niedersächsischen Geflügelhalter möchten den Mehraufwand für das Tierwohl vom Verbraucher erstattet bekommen und fordern ein mehrstufiges Logo.

Legehennen stehen im Stall in einem Betrieb. Niedersächsische Geflügelhalter fordern ein mehrstufiges Tierwohllabel - damit sich der Mehraufwand für bessere Haltung auch beim Verbraucher zeigt.

Legehennen stehen im Stall in einem Betrieb. Niedersächsische Geflügelhalter fordern ein mehrstufiges Tierwohllabel - damit sich der Mehraufwand für bessere Haltung auch beim Verbraucher zeigt.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Um den Mehraufwand für eine tiergerechtere Haltung zu finanzieren, fordern die niedersächsischen Geflügelhalter eine Pflicht-Tierwohlkennzeichnung und entsprechend höhere Fleischpreise. Die Tierhalter bräuchten eine verlässliche Erstattung ihrer Mehrkosten vom Verbraucher, forderte der Vorsitzende des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Friedrich-Otto Ripke, am Mittwoch bei der Mitgliederversammlung in Visbek bei Vechta.

„Staatliche Kennzeichnung darf nicht freiwillig sein“

Das Kennzeichnungssystem müsse kenntlich machen, ob die Tiere schlechter oder besser gehalten werden, als es die deutschen Gesetze vorschreiben.

Notwendig sei ein für alle verbindliches staatliches Tierwohllabel. „Die staatliche Kennzeichnung darf nicht freiwillig sein“, betonte Ripke. Das von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) auf den Weg gebrachte Modell sieht nur eine freiwillige Teilnahme vor.

Sonderleistungen sollten erkennbar sein

Die Verbraucher müssten an dem Label auch erkennen, inwiefern die Haltung über die deutschen Mindestanforderungen hinausgehen, etwa wenn die Tiere an die frische Luft kommen oder mehr Auslauf bekommen wie in der Biohaltung, sagte Ripke. Die Bundesregierung müsste für den Preisaufschlag Richtwerte festlegen.

Kennzeichnung auch bei Restaurants

Die Kennzeichnung muss nach seinen Vorstellungen auch außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels und für alle Tierarten gelten, denn der größere Teil des Fleisches wird nicht im Einzelhandel vermarktet, sondern über Großverbraucher, Restaurants und die Systemgastronomie. Ripke betonte, angesichts steigender Importe aus dem Ausland sei 2019 für die Nutztierhalter in Deutschland ein Schicksalsjahr.dpa/lni

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