Unwetter: “Etliche 100.000 Liter Wasser“ in Helmstedt abgepumpt

Helmstedt.  In der Region Braunschweig gab es für die Nacht zu Mittwoch eine Unwetterwarnung. Vor allem Helmstedt und Wolfenbüttel waren betroffen.

Das Technische Hilfswerk unterstützte die Feuerwehren beim Einsatz im Helmstedter Klinikum am Dienstagabend. Das Unwetter hatte zu einem Wasserschaden im Klinikum geführt.

Das Technische Hilfswerk unterstützte die Feuerwehren beim Einsatz im Helmstedter Klinikum am Dienstagabend. Das Unwetter hatte zu einem Wasserschaden im Klinikum geführt.

Foto: Matthias Strauss / Helmstedter Nachrichten

Für die Nacht zu Mittwoch warnte der Deutsche Wetterdienst vor schweren Gewittern und Sturmböen. Besonders stark traf das Unwetter die Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel. In Helmstedt war sogar das Klinikum betroffen, wie die Feuerwehr am Dienstagabend mitteilte. Wegen eines Wasserschadens rückten hier die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk Schöningen aus. Auch eine mögliche Evakuierung des Krankenhauses wurde vorbereitet, diese war aber nicht notwendig. Unterstützt wurde die Feuerwehr Helmstedt hier durch die Einsatzkräfte aus Schöningen, Königslutter und der Kreisfeuerwehr.

50 Unwettereinsätze in Helmstedt

Insgesamt rückten die Feuerwehren Helmstedt, Emmerstedt und Barmke ab Mitternacht zu insgesamt knapp 50 Unwettereinsätzen im Landkreis Helmstedt aus. Ungefähr 22 betrafen die Stadt Helmstedt direkt, die Orte Barmke, Königslutter und Velpke waren ebenfalls betroffen. In dem Ortsteil Barmke wurden zwei Keller überflutet und mussten von der Feuerwehr mit Tauchpumpen trockengelegt werden. An der Klein Sisbecker Straße in Volkmarsdorf stand eine Garageneinfahrt etwa einen Meter tief unter Wasser. Gegen vier Uhr morgens waren die Einsätze beendet. Am frühen Morgen mussten die Feuerwehrleute noch zu einigen Folgeeinsätzen ausrücken. Unter anderem lag auf der K42, zwischen Papenrode in Richtung B244 Querenhorst ein Baum quer über die gesamte Straße. Ein zweiter hing in Schräglage und drohte zu fallen.

Gewitter über Schladen in Slow-Motion

Unser Leser Niko Langnickel hielt das Gewitter in der Nacht auf Mittwoch in einem Slow-Motion-Video fest. So spektakulär entlud sich das Gewitter über unserer Region. Video: Niko Langnickel.
Gewitter über Schladen in Slow-Motion
Niko Langnickel

37 Einsätze in Grasleben

In der Samtgemeinde Grasleben im Landkreis Helmstedt gab es in der Nacht zwischen 0.15 und 13.30 Uhr 37 Unwettereinsätze. Die Einsatzschwerpunkte lagen in den Ortschaften Grasleben und Mariental. Außerdem rückten die Wehrleute nach Querenhorst und Rottorf aus. Zwischen Papenrode und der B244 beschädigte das Unwetter einen Baum so stark, dass die Feuerwehr ihn abtragen musste. Bis zu 60 Einsatzkräfte mit 10 Fahrzeugen waren aus der Samtgemeinde Grasleben im Einsatz.

Einsätze dauern am Mittwoch an

Um 6 Uhr rückte die Feuerwehr Grasleben wegen Hochwasserschäden aus. Auf mehreren hundert Metern standen in den Straßenzügen Rosenhof und Tulpenhof in Grasleben Kellerräume unter Wasser. Im Bereich der Magdeburger Straße und Feldleben hatten die Feuerwehrkräfte aus Grasleben und Mariental am Morgen bereits mehrere Einsatzorte abgearbeitet. „Etliche 100.000 Liter Wasser wurden aus Kellern gepumpt sowie Straßen wieder befahrbar gemacht“, teilt die Feuerwehr am Mittwochnachmittag mit.

Gesperrte Straßen in Wolfenbüttel

Auch im Landkreis Wolfenbüttel sorgte vor allem der starke Regen für eine handvoll Einsätze, wie die Feuerwehr am Mittwoch mitteilte. Einige Keller waren vollgelaufen und auf manchen Straßen sammelten sich Wasser- und Schlammmassen. Hier wurden einige Straßen in der Nacht vorübergehend gesperrt und anschließend gereinigt.

PKW-Brand in Wolfenbüttel

Wegen des Hochwassers wurden außerdem einige Häuser mit Sandsäcken vor den Wassermassen geschützt. Während der Hochwassereinsätze kam es in Dettum auf Höhe des Alten Bahnhofs außerdem zu einem PKW-Brand. Über die Brandursache konnte die Feuerwehr am Mittwochmorgen keine Aussage treffen. Ein Blitzeinschlag war von den Einsatzkräften vor Ort allerdings nicht beobachtet worden.

Braunschweig, Peine und Wolfsburg verschont

Über Braunschweig und Peine zog das Unwetter dagegen ohne größere Schäden hinweg. Hier musste die Feuerwehr nicht ausrücken. Durch den starken Regenfall kam es zu Sichtbehinderungen auf der A2 zwischen Magdeburg und Braunschweig. Hier verringerte sich die Sichtweite zeitweise auf 30 Meter.

Auch Wolfsburg blieb von dem Unwetter weithin verschon - die Feuerwehr rückte hier ebenfalls nicht aus.

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