Razzia im Rockermilieu – Mutmaßlicher Waffenhändler in U-Haft

Helmstedt.  Ein 54-Jähriger aus dem Helmstedter Rockermilieu wurde von Spezialkräften in Sachsen-Anhalt festgenommen. Bei den Waffen soll es um Pistolen gehen.

Beim Betreten eines Hofes in Schönebeck wurden die Einsatzkräfte unvermittelt durch einen Hund angegriffen.

Beim Betreten eines Hofes in Schönebeck wurden die Einsatzkräfte unvermittelt durch einen Hund angegriffen.

Foto: Christian Charisius / dpa-tmn

Ein 54 Jahre alter und einschlägig vorbestrafter Beschuldigter aus dem Raum Helmstedt steht im Zentrum von Ermittlungen wegen illegalen Waffenhandels, die die Staatsanwaltschaft Braunschweig gemeinsam mit der Zentralen Kriminalinspektion Braunschweig aufgenommen hat.

Gegen den Mann, der laut Staatsanwaltschaft früher führendes Mitglied eines inzwischen aufgelösten Helmstedter Motorradclubs war und daher dem Rockermilieu zuzuordnen sei, ist am Samstag Haftbefehl wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen illegalen Handeltreibens mit Waffen in fünf Fällen erlassen worden. Es habe Fluchtgefahr bestanden, so die Staatsanwaltschaft.

Festnahme in Sachsen-Anhalt

Bei den Waffen soll es um Pistolen gehen. Nach umfangreichen Ermittlungen ist es am vergangenen Freitag zu einem Zugriff durch Spezialkräfte der Polizei in Schönebeck in Sachsen-Anhalt gekommen. „Bei dem Objekt hat es sich um das Clubheim eines örtlichen Motorradclubs gehandelt“, erklärte Pressesprecher Hans Christian Wolters auf Anfrage. Im Fahrzeug des 54-Jährigen seien fünf scharfe Schusswaffen tschechischen Fabrikats sichergestellt worden, so Wolters weiter.

Darüber hinaus sei ebenfalls am vergangenen Freitag die Wohnung eines 61-jährigen Mannes in Königslutter durchsucht worden, der bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Pistole von dem 54-jährigen gekauft haben soll. „Tatsächlich wurde bei der Durchsuchung auch eine scharfe Pistole sichergestellt, die baugleich zu den Waffen ist, die bei dem 54-jährigen sichergestellt werden konnten“, berichtete Wolters. Der 61-Jährige hat sich geständig gezeigt. Vor diesem Hintergrund sei von der Staatsanwaltschaft kein Haftbefehl gegen ihn beantragt worden.

Ein Hunde wurde erschossen

Schließlich wurden am Montagmorgen als Folgemaßnahme jeweils zwei weitere Objekte in Magdeburg und Schönebeck von Spezialkräften der Polizei durchsucht, weil auch dort laut Wolters Beweismittel, insbesondere Schusswaffen, vermutet worden sind. „Im Zuge des Einsatzes musste bei einem Durchsuchungsobjekt in Schönebeck ein Hund erschossen werden, um die Durchsuchungsmaßnahmen umsetzen zu können“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Bei diesen Einsätzen seien keine weiteren Personen festgenommen und keine Schusswaffen aufgefunden worden. Die Ermittlungen dauern an.

Bei illegalem Waffenhandel drohen den Beschuldigten laut Staatsanwaltschaft Braunschweig Freiheitsstrafen, die von einem Jahr bis zu zehn Jahren reichen. Ob der festgenommene 54-Jährige aktuell einem Motorradclub oder einer ähnlichen Gruppierung angehört, vermochte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht zu sagen.

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