Mieter legt Feuer in Hannover: Motiv von Brandstifter unklar

Hannover  Bei einem Großbrand in HannoversStadtteil Ahlem sind am Samstag acht Menschen verletzt worden - zwei davon schwer. Dutzende sind ohne Wohnung.

In einem Gebäudekomplex mit vielen Wohneinheiten war es am Morgen zu einem Brand im Dachgeschoss gekommen.

In einem Gebäudekomplex mit vielen Wohneinheiten war es am Morgen zu einem Brand im Dachgeschoss gekommen.

Foto: dpa

Nach dem Brand eines Mehrfamilienhauses mit acht Verletzten in Hannover ist das Motiv des mutmaßlichen Brandstifters weiter unklar. Das teilte die Polizei am Montag mit. Bei dem Feuer in einem Wohnkomplex in Hannover-Ahlem wurden am Samstag 37 von 110 Wohnungen so stark beschädigt, dass sie vorerst unbewohnbar sind.

Dramatische Szenen in Hannover-Ahlem am Samstag: Durch dichten Qualm alarmiert, rufen mehrere Anwohner am Morgen die Feuerwehr. Als sie eintrifft, lodern aus einer Wohnung im dritten Stock bereits die Flammen in Richtung des Dachstuhls. Der 30-jährige Bewohner hat sie bereits verlassen und gibt nach Polizeiangaben noch vor Ort zu, das Feuer selbst gelegt zu haben.

Die Rettungskräfte lösen daraufhin Großalarm für den Gebäudekomplex aus. Rund 60 Bewohner werden überhastet in Sicherheit gebracht, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Insgesamt fünf Menschen werden mit schweren, drei weitere mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Die Feuerwehr hat zunächst Probleme, zum Brandherd in der Wohnung im rückseitigen Teil des Gebäudes zu gelangen. Zwischenfälle bei der von der Polizei unterstützten Räumungsaktion gibt es den Angaben zufolge nicht. Allerdings reagieren einige der Mieter verstört, als sie aus dem Bett geklingelt werden. Die Rettungskräfte müssen zudem immer wieder besorgte Anwohner beruhigen, die in ihre Wohnungen zurück wollen.

Sie sind mit einem Großaufgebot von 108 Mann und 43 Fahrzeugen vor Ort. Bei einem der Leichtverletzten handelt es sich um einen Feuerwehrmann, der einen Kreislaufkollaps erleidet.

Ein benachbarter Supermarkt sowie ein Café werden kurzerhand umfunktioniert zur Betreuungsstätte für die in Sicherheit gebrachten Anwohner und zum Teil auch für Verletzte. Die Polizei lobt das Verhalten der Besitzer - die auch Erfrischungen bereitstellen - anschließend ausdrücklich als "couragiert". Später kommen zwei Busse der Feuerwehr zum Einsatz, um die Anwohner aufzunehmen.

Nach einer vorläufigen Bilanz sind 37 der 110 Wohnungen nach dem Feuer unbewohnbar - der Sachschaden wird zunächst auf 750 000 Euro geschätzt. "Insgesamt 15 Mietern wurden von der Stadt erstmal Ausweichquartiere angeboten", sagt Feuerwehr-Sprecher Clemens Hoppe der Deutschen Presse-Agentur. Bei ihnen steht bereits fest, dass ihre neben dem Brandherd gelegenen Unterkünfte vorerst unbewohnbar sind. Mehrere weitere Bewohner kommen bei Freunden oder Verwandten unter. Am Nachmittag fließt der während der Brandbekämpfung abgestellte Strom fürs Haus wieder, so dass die übrigen Mieter in ihre unbeschädigten Wohnungen zurückkehren können.

Beim Eintreffen der Polizei gab ein 30 Jahre alter Bewohner an, das Feuer selbst gelegt zu haben. Der Mann ist zur Zeit in einem Krankenhaus und wird von einem Psychologen begutachtet. Danach soll entschieden werden, ob er dem Haftrichter vorgeführt werden kann. Näheres will die Polizei Hannover im Laufe des Tages bekannt geben. dpa

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