Profit statt Prävention

Das schlechte Beispiel aus Österreich zeigt, wie wichtig Konsequenz und Transparenz in der Corona-Krise sind.

Wie heißt es in Wolfgang Ambros’ Aprés-Ski-Hymne: „Weil Schifoan is des leiwandste, wos ma sich nur vorstelln kann.“ Mag sein, doch gar nicht leiwand oder – wie wir Piefkes sagen – toll verhielten sich die österreichischen Behörden in der Corona-Krise. Statt die Skigebiete vorsorglich zu räumen, wurde der Betrieb zu lange aufrecht erhalten. Die Seilbahnbetreiber aus Tirol wollten sogar, dass ihre Lifte bis zu diesem Wochenende laufen.

Als dann vor einer Woche doch alle Hotels schließen mussten, gab es weder für Hoteliers noch für die Gäste systematisch aufbereitete Informationen. Stattdessen trat in Wien der telegene Bundeskanzler Kurz vor die Kameras, erklärte die Skiorte Ischgl und St. Anton kurzerhand zum Sperrgebiet – und löste eine völlig überhastete Abreisewelle aus. Inzwischen haben infizierte Heimkehrer das Coronavirus großflächig verteilt – besonders in Deutschland, Skandinavien und Großbritannien. Der Skizirkus wurde zur Virus-Drehscheibe. Am vergangenen Donnerstag stellte die Innsbrucker Landesregierung dann ganz Tirol unter Quarantäne. Bis dato waren Einnahmen wichtiger als Gesundheit der Gäste, die Behörden verschlimmerten die Situation nur. Tirol – wo Profitgier auf Wurschtigkeit trifft.

Das schlechte Beispiel aus den Bergen zeigt, wie wichtig Konsequenz und Transparenz in der Corona-Krise sind. Politiker und Behörden hierzulande sollten sich nicht durch Lobbyisten beeinflussen lassen und auch im Föderalismus an einem Strang ziehen.

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