Es lebe die Solidarität

„Wer jetzt die ignoriert, die helfen wollen, darf sich später nicht beschweren.“

Das Angebot kommt mitten aus der Gesellschaft. „Helfen! Wie kann ich helfen?“, fragen Leser in diesen historischen Tagen.

Dass man das noch erleben darf, ist der erste Gedanke, den man hat. Zwar ist das ehrenamtliche Engagement in Deutschland durchaus ausgeprägt, aber zuletzt dominierten in der gesellschaftlichen Debatte dann doch immer wieder andere Töne die Musik. Von Hass und Hetze war immer wieder die Rede – und neuerdings von einer klopapierfixierten Gesellschaft, wo der Einzelne sich immer wieder über die Interessen der Gemeinschaft stellt.

All das ist nicht weg und doch – ein zweiter Gedanke folgt: Wenn es Menschen gibt, die, weil sie das Ausmaß der Corona-Krise erahnen, diejenigen unterstützen wollen, die besonders gefordert sind, muss man das würdigen. Doch noch sehen Land und Kommunen keinen Bedarf, Freiwilligenhilfe zentral zu erfassen. Böser Wille ist sicher nicht der Grund. Es ist schlicht die Wucht der sich aktuell auftürmenden Aufgaben, die Behörden an ihre Grenzen bringen. Und dennoch gilt es, für den Fall eines fortwährenden Krisen-Zustands Strukturen vorzuhalten, in denen freiwilliges Engagement eine Rolle spielen muss.

Trotz der Aufforderung nach Isolation bleibt die Solidarität der Gesellschaft das wichtigste, um diese Krise zu meistern. Sie ist aber ebenso endlich wie die Kapazitäten auf Krankenhausstationen und in Pflegeeinrichtungen. Wer jetzt die ignoriert, die helfen wollen, darf sich später nicht beschweren.

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