Am Wähler vorbei

Olaf Lies will die Akzeptanz für Windparks steigern. Seine Strategie dürfte nicht aufgehen.

Es gibt ein legendäres Video im Internet. Dort regt sich „Ronny“, der Chef einer Achterbahn-Baufirma, darüber auf, dass der Kranplatz nicht verdichtet wurde und man so den Kran nicht ordentlich abstützen könne. „Kranplätze müssen verdichtet sein!“, wurde zu einem bekannten Ausruf. An anderer Stelle stellt er eine rhetorische Frage: „Haben die Leute keine Lust hier oder wat?“

Diese Frage drängt sich auch auf, wenn Niedersachsens Umweltminister den Ausbau von Windparks voranbringen will, indem er Abstandsregelungen und den Naturschutz aushebelt. So soll das Vorkommen einzelner bedrohter Tiere kein Grund mehr zur Verhinderung eines Windparks sein. Weiter will Lies die pauschalen Abstandsregelungen zu Wohngebieten einstampfen – der Lärmschutz müsse reichen. Zunächst ist das sympathisch: Die krampfhaften Umweltschützer, die jeden einzelnen Feldhamster retten wollen, sind schon nervig – von den Infraschallbewegten mal ganz abgesehen. Hypochondern und Naturfreaks mal ordentlich die Grenze zeigen – das klingt erstmal gut.

In besagtem Video ist Ronny irgendwann so sauer, dass er den Kran abbauen lässt. „Zusammenpacken! Ende!“ brüllt er. So nun auch Lies: Nach Jahren der Förderung und Versuchen, die Leute „mitzunehmen“ und es proaktiv zu versuchen, ist der Windausbau nahezu zum Erliegen gekommen. Jetzt halt „Zusammenpacken! Ende!“. Und eine neue Strategie. Es wird spannend, ob sie verfängt – und ob sie der geknechteten SPD gut tut.

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