Stadt Hornburg sollte Hausbesitzern dankbar sein, die Verantwortung übernehmen

Zum Bericht „Erbitterter Streit um die Fenster“ vom 31. März:

Sicherlich wären nach außen zu öffnende Fenster im Sinne des Denkmalschutzes in diesem Falle stilgerechter – dennoch scheint mir hier kein schwerwiegender „Bruch“ mit den Kriterien der Denkmalpflege gegeben zu sein.

Die Stadt Hornburg sollte dankbar dafür sein, dass es überhaupt Eigentümer gibt, die unter zum Teil extremen Auflagen die Verantwortung für denkmalgeschützte Objekte übernehmen.

Dies ist gegenüber nicht geschützter Bausubstanz in der Regel mit einem deutlich höheren Erhaltungsaufwand verbunden. Aus meiner Sicht sollte die Stadt Hornburg hier einen Schritt zurücktreten.

Als Lösung dieses Konfliktes schlage ich vor, dass Herr Müller unter Beibehaltung der nach innen zu öffnenden Fenster seines schönen Hauses als Ausgleich für die nicht ganz eingehaltenen Vorgaben des Amtes für Denkmalpflege einen Betrag X an die Stadt Hornburg „spendet“.

Übrigens: Für die Umgehung/Missachtung von Auflagen des Denkmalschutzes gibt es in Braunschweig ganz andere Beispiele.

Volkmar von Bülow, Mascherode

Gesetz wird ignoriert

Zum selben Thema:

Die Forderung der Denkmalpflege, in dem 1526 gebauten Fachwerkhaus direkt am schmalen Fußweg nach außen aufdrehende Fenster einbauen zu müssen, ignoriert das im Jahr 1949 verfasste Grundgesetz unseres Landes.

Artikel 2 Abs. 2 Grundgesetz: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Mit dem Einbauen von nach innen zu öffnenden Fenstern verhindert der verantwortungsbewusst handelnde Hauseigentümer vermeidbare Unfälle auf dem schmalen Fußweg an der Hausfassade.

Diese bautechnisch logische Maßnahme gewährt Vorübergehenden und spielenden Kindern das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit. Die zuständige Behörde reagiert auf diese unfallverhütende Vorsorge, dem Hauseigentümer Zwangsgelder anzudrohen?

Naheliegende Problemlösung:

Denkbar ist im Fensterstreit ein Kompromiss, der im unfallgefährdenden Erdgeschoss nach innen zu öffnende und im Obergeschoss nach außen zu öffnende Fenster vorsieht. Diese Regelung würde die Forderungen des Grundgesetzes und der Denkmalpflege berücksichtigen.

Sollte eine Einigung wegen fehlender Einsicht der streitenden Parteien nicht zustande kommen, müsste das Bundesverfassungsgericht eine verbindliche Entscheidung treffen. Die Maxime „Denkmalpflege–Vorrang vor Gesetz“ bedarf einer grundsätzlichen Klärung.

Wolfgang Prause,

Wolfenbüttel

Sagen und Märchen

Zum selben Thema:

Weil es eine Überlieferung ist, gehen die Fenster nach außen auf.

Sagen und Märchen sind das.

Im Hornburger Rathaus sind zwei neue Fenster, die nach innen drehen.

Im Damm wurde ein ganzes Haus mit neuen Drehkipp-innendrehenden Fenstern ausgestattet.

Das historische Stadttor hat 2003 Fenster, die nach innen drehen, bekommen. Wer zahlt hier Zwangsgelder?

Es gibt keine Vorschrift (Hornburger Gestaltungssatzung) oder ein Gesetz, das besagt, dass Fenster nach außen aufgehen müssen. Hier und speziell in Hornburg hat sich der Denkmalschutz verselbstständigt und ist willkürlich.

In diesem Fall wird eine andere Hornburger Überlieferung vollzogen, die Hexenjagd.

Ich kann nur hoffen, dass es einen Kommunalpolitiker gibt, der mit Augenmaß und Sachverstand durchgreift.

Es kann nicht sein, dass fast 30 Immobilien leerstehen, weil Käufer sich nicht mit dem Denkmalschutz auseinandersetzen wollen.

Ich würde Herrn Müller raten, andere bedrängte Denkmalbesitzer ins Boot zu holen und notfalls bis vor ein europäisches Gericht zu ziehen, um endlich seine Bürgerrechte zu erhalten.

Vor dem Gesetz sind alle gleich. Auch in Hornburg.

Michael Neurath, Hornburg

Vergeudete Zeit

Zum Bericht „Wohl und Wehen auf dem Heiligen Stuhl“ vom 31.März:

Die Päpstin – was für ein spannender Roman von Donna W. Cross. Auch die Verfilmung von Sönke Wortmann ist sehr gut gelungen.

Das Musical von Dennis Martin in Fulda und Hameln ist einfach ein Event. Aber die Vorstellung „Die Päpstin“ im Lessingtheater war sehr gewöhnungsbedürftig.

Das Bühnenbild waren mehrere Kisten, die hin- und hergeschoben wurden. Alles spielte sich in und mit diesen Kisten ab.

Die Zuschauer, die den Inhalt des Romans nicht kannten, konnten die Handlung auf der Bühne kaum verstehen.

Einige Personen sind deshalb in der Pause gegangen.

Der Applaus am Schluss war sehr verhalten.

Ich hatte mich auf diesen Abend gefreut und war von der Vorstellung sehr enttäuscht.

Fazit für mich: schade um die vergeudete Zeit und das Eintrittsgeld.

Brigitte Tobias, Dettum

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