„Gaulands Aussagen sind perfide“

Alexander Gauland beim AfD-Bundesparteitag in Braunschweig.

Alexander Gauland beim AfD-Bundesparteitag in Braunschweig.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Zum Bundesparteitag der AfD in Braunschweig:

Die „Abschiedsrede“ Gaulands als AfD- Parteichef triefte nur so vor vermeintlich guten Absichten zum „Wohle“ des deutschen Volkes. Besonders Gaulands Ausspruch, seine Partei solle weiter der „Anwalt des Volkes“ sein, ist mehr als perfide. Hier maßt er sich und seiner Partei eine Rolle an, die überhaupt nicht nachvollziehbar ist – auch nicht der Realität entspricht und vom ganz großen Teil dieses Volkes auch nicht gewollt ist. Es ist eine rhetorische Scheinheiligkeit, um die fragwürdigen politischen Ziele der AfD zu verharmlosen und den Bürger für dumm zu verkaufen. Gauland hört in dieser Position so auf, wie er angefangen hat: Relativieren und Verharmlosen.

Jochen Eckolt, Braunschweig

Viel Lärm um nichts beim AfD-Parteitag

Ebenfalls dazu:

Das war also der AfD-Parteitag. Zusammengefasst könnte man sagen: viel Lärm um nichts. Wird wegen dieser ganzen Demonstrationen und Kundgebungen auch nur ein einziges Parteimitglied aus der Partei austreten? Mit Sicherheit nicht. Wird wegen der Demos und Kundgebungen auch nur ein einziger AfD-Wähler bei der nächsten Wahl sein Kreuz bei einer anderen Partei machen? Mit Sicherheit nicht. Wenn man die AfD bekämpfen will, muss man sich zuerst damit beschäftigen, warum eigentlich so viele Menschen solch eine Partei wählen. Wenn man aber so überheblich wie gewisse Leute in der CDU (und wahrscheinlich auch in anderen Parteien) sagt, selbstverständlich könne man die vielen AfD-Wähler ausgrenzen, dann treibt man sie erst recht zur AfD. Denn solche Aussagen bestätigen die Leute nur noch in ihrer Meinung, dass die anderen Parteien ihre Interessen nicht (mehr) vertreten.

Meike Sonnenberg, Braunschweig

Die AfD verunglimpft Braunschweig

Zum selben Thema:

Nun wissen wir ja, was die AfD von uns Braunschweigerinnen und Braunschweigern hält: Wir grölen, saufen und spucken und sind asoziale Gestalten.

Matthias Hahn, Braunschweig

Es gibt Alternativen zur Alternative

Auch zu diesem Thema:

Der Parteitag der demokratisch legitimierten Partei, die sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt (steht dort nicht etwas von Gleichheit der Menschen?) ist mittlerweile beendet.

Warum hat keiner der Delegierten die Möglichkeit genutzt, schlagkräftige Argumente für die Partei aus deren Programm einer großen Menge der Bevölkerung in der Öffentlichkeit zu präsentieren? Zum Glück gibt es Alternativen zur Alternative, wenngleich sich eine davon mittlerweile der AfD annähert (siehe Thüringen).

Deren Führung betont zwar immer wieder, dass dies nicht der Fall ist. Aber Prinzipientreue schreibt man bekanntlich mit P – und nicht mit C oder D.

Peter Karstens, Erkerode

Die Bürgerlichkeit wird zur Farce werden

Ebenfalls dazu:

Warum entschied sich die AfD dafür, ihren Parteitag in Braunschweig stattfinden zu lassen? Es kommt der starke Verdacht auf, dass die Nazi-Vergangenheit dieser Stadt eine entscheidende Rolle bei der Auswahl spielte.

Braunschweig und Umgebung waren schon vor Hitlers Machtergreifung eine Hochburg der Nazis. Dazu passt die immer stärker werdende Spaltung der Partei in einen gutbürgerlichen Block und dem nach extrem rechts abdriftenden „Flügel“, der von dem Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke repräsentiert wird.

Durch das Ergebnis der Thüringer Landtagswahl Ende Oktober dieses Jahres wurde der „Flügel“ in der Partei weiter gestärkt. Es ist nur ein Frage der Zeit, bis sich das verdächtig neonazistische Gedankengut in der AfD breitmacht und die brave Bürgerlichkeit zu einer Farce verkommt.

Klaus Reisdorf,
St. Paulet de Caisson

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