„Warum nicht gleich eine neue Hauptstadt?“

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine neue Nationalhymne ausgesprochen (Symbolbild).

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine neue Nationalhymne ausgesprochen (Symbolbild).

Foto: JOERG SARBACH / picture alliance / dpa

Zu „Forderung nach neuer Nationalhymne“ vom 10 Mai:

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow wirbt für eine neue Nationalhymne. Er begründet sein Werben unter anderem damit, er singe zwar die dritte Strophe des Deutschlandliedes mit, könne aber die Bilder der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden. Warum nicht gleich eine neue Hauptstadt fordern? Schließlich war Berlin schon Nazi-Hauptstadt. Später Honeckers Quartier. Der Zweite Weltkrieg mit all seinen Untaten hatte seinen Ursprung in Berlin. Was ist mit dem Reichstagsgebäude, was ist mit dem Brandenburger Tor?

Beides waren Wahrzeichen der Nazis. Nicht zu vergessen die heutige Fanmeile. Wo einst Nazis mit Springerstiefeln an den Füßen und Fackeln in den Händen aufmarschierten und ihre Parolen grölten, hüpfen und johlen heute junge Menschen in Turnschuhen und Bierdosen schwenkend. Wenn man dieses Gebaren beobachtet, hat man doch glatt die Bilder der Zeit von 1933 bis 1945 vor Augen.

Wolfgang Klokowski, Salzgitter

Ebenfalls dazu:

Der Text der dritte Strophe passt harmonisch eins zu eins zur Musik der alten DDR-Hymne, deren Text ja nicht gesungen werden durfte. Man hätte 1990 darüber nachdenken sollen, um im Osten mehr Identität zu stiften. Leider wurde alles aus der DDR mit der Abrissbirne weggefegt – auch gute Errungenschaften. Der Gedanke von Polikliniken zum Beispiel erlebte ja dann auch im Westen Zuspruch. Für alle, die mit der Teilung aufwuchsen, blieben auch nach der Wende die anderen „die von drüben“. Das ist bis heute nicht aus den Köpfen heraus.

Schlimmer ist, dass selbst die Jahrgänge ab 1990 mit der Teilung im Kopf aufwachsen und das Denken über „die da drüben“ auch bei den Spätgeborenen eine Renaissance erlebt.

Lars Vickendey, Braunschweig

Zum Leserbrief „,Artensterben nicht allein wegen Glyphosat’“ vom 10. Mai:

Der Autor trifft den Kern für das Artensterben. Unsere Umwelt geht durch Auflagen und Verordnungen und durch die Intoleranz und den Egoismus der Menschen langsam, aber sicher vor die Hunde. Rettung ist nicht in Sicht.

Jürgen Basler, Braunschweig

Zu „Papst: Meldepflicht für Missbrauch“ vom 10. Mai:

Der Papst hat also eine Meldepflicht für Fälle sexuellen Missbrauchs erlassen. Sie greift ab Juni. Warum nicht ab sofort? So bleiben noch 20 Tage. Der Papst sollte es wie Trump machen, der verhängt beziehungsweise erhöht ja auch von heute auf morgen Strafzölle.

Wolfgang Jäckel, Braunschweig

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