Musikschultage in Braunschweig: Wunderbare Musik und Spielfreude

Braunschweig.  Das Eröffnungskonzert der 28. Musikschultage im Staatstheater Braunschweig hielt, was es versprach: Vielfalt, Qualität und Hingabe.

Beim Eröffnungskonzert der 28. Musikschultage im Staatstheater Braunschweig wussten die jungen Musiker zu überzeugen.

Beim Eröffnungskonzert der 28. Musikschultage im Staatstheater Braunschweig wussten die jungen Musiker zu überzeugen.

Foto: Rainer Sliepen

„Große Ouvertüre“, so war das Eröffnungskonzert der 28. Musikschultage im Staatstheater Braunschweig überschrieben. Ein Versprechen hinsichtlich Vielfalt, Qualität und Hingabe seiner jungen Interpreten. Das Braunschweiger Publikum war zur Stelle.

„Freuen Sie sich auf Extraklasse“

Ein volles Haus vom Parkett bis hinauf in den 3. Rang. „Ein Familienfest der Stadt“, so bezeichnete Bürgermeisterin Annegret Ihbe den musikalischen Auftakt in ihrer Begrüßungsansprache. Und Schulleiter Daniel Keding wies auf die Vielfalt des Angebots und die Bandbreite einer modernen Musikschule hin. „Freuen Sie sich auf Extraklasse“, so seine Botschaft für die 15 Konzerte in der Zeit vom 18. bis zum 24. November in attraktiven Veranstaltungsräumen unserer Stadt.

Es folgten fast zweieinhalb Stunden Musik, dargeboten von über 100 Mitwirkenden. Ein begeisternder Querschnitt durch das klassische Repertoire, mit vokalen Höhepunkten von Chor und Solisten und einem fetzigen Ausklang als Aftershowparty mit der Bigband. Mit „Danzon Nr. 2“ von Arturo Marquez gab das Jugend-Sinfonie-Orchester, unter der Leitung von Knut Hartmann, die Richtung vor. Ein bezaubernder Tanz, zärtlich und gefühlvoll, der sich in einem exotischen Taumel von Rhythmus, Leidenschaft und Explosivität erfüllt.

Louis Spohr Preis für herausragende Leistungen

Dann die Übergabe des Louis Spohr Jugendmusikförderpreises an die Klavierbegleiterin Melinda Jingyao Fu, die Gitarristin Helen Gorsuch und an Tabea Wink für herausragende Leistungen im Wettbewerb „Jugend musiziert“. Die hatte mit den „Variations Brillantes“ für Blockflöte von Ernest Krähmer gleich einen großen Auftritt. Eine schlichte Orchesterbegleitung und als Kontrast höchste Virtuosität und melodische Feinzeichnung. Ein großartiger Auftritt der jungen Künstlerin.

Das Publikum machte auch mit

In der Pause das Jugendkammerorchester mit Sopranarien von Charlotte Moß, Elisa Mathe, Merle Groß und Mari Gazda. Zwischen Brezeln, Sekt und Kaffee unverdientermaßen an den Rand der Aufmerksamkeit gedrückt. Da muss organisatorisch nachgearbeitet werden. In den „Voices of Nagasaki“ überzeugte dann das Querflötenensemble, Leitung Madoka Takayanagi, mit spontan eingeübter Assistenz des Publikums. Auch der von Mathias Klaus geleitete Pop Chor beeindruckte mit großer Musikalität, Ensemblesicherheit und solistischen Glanzlichtern von Maya Pavel und Zuzanna Choma – letztere auch als Komponistin. Ein mitreißender Cocktail aus Soul, Swing und Disco, aus Melancholie und vokalem Feuer.

Die Macht des Orchesters

Im Finale die große Verzauberung mit Musik von Michael Praetorius. Annette Berryman zog mit über 100 Mitwirkenden, verteilt auf Bühne und bis in den 3. Rang, alle Register. Machtvoll prächtiger Orchesterklang, farbig aufgefächert zwischen Blech, Holz und zarten Farben von Gitarren und Streichern und einer fantasievoll gestalteten Dynamik – das ist wie ein authentisches Zitat aus der fruchtbaren Musikgeschichte unserer Region. Danke für einen großartigen Abend, für wunderbare Musik und die sichtbare Spielfreude aller Mitwirkenden. Auf zu den nächsten Konzerten!

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