Neuer Verein will Theaterkultur fördern – auch im Park

Braunschweig.   Der Verein Lindenblüten plant eigene Stücke im „Piccolo Teatro“ im Lindenhof, will aber auch andere Kulturprojekte fördern.

Die Gründungsmitglieder des Vereins Lindenblüten um (vorne von rechts) den Vorsitzenden Robert Glogowski, Geschäftsführerin Antje Maul und Wolfram Pfäffle, der junge Theaterprojekte leiten wird, sowie die stellvertretende Vorsitzende Aline Wandt (zweite Reihe Mitte). 

Die Gründungsmitglieder des Vereins Lindenblüten um (vorne von rechts) den Vorsitzenden Robert Glogowski, Geschäftsführerin Antje Maul und Wolfram Pfäffle, der junge Theaterprojekte leiten wird, sowie die stellvertretende Vorsitzende Aline Wandt (zweite Reihe Mitte). 

Foto: Florian Arnold

Sie finden, dass die Braunschweiger Kultur- und Theaterszene gar nicht vielfältig genug sein kann. Und sie wollen insbesondere Theaterprojekte mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen fördern und auch selbst veranstalten. Nicht irgendwie, sondern organisiert. Darum hat eine Gruppe von Braunschweigern um Robert Glogowski und Antje Maul am Wochenende einen neuen Verein gegründet, die Lindenblüten.

Beide haben sich lange im Förderverein Komödienfreunde der Komödie am Altstadtmarkt engagiert, dessen Vorsitz Antje Maul innehatte. Der allerdings hat sich im Februar aufgelöst, im allseitigen Einvernehmen, wie Maul und Komödienchef Florian Battermann betonen.

„Es hat sich gezeigt, dass ein gemeinnütziger Verein eine GmbH wie die Komödie am Altstadtmarkt aus rechtlichen Gründen nicht direkt fördern darf. Bei einem Umsatz von rund einer Million Euro, den wir mittlerweile erzielen, würden kleine Investitionshilfen durch einen Verein etwa für Bühnentechnik auch nicht wirklich ins Gewicht fallen. Der Verein hat die Komödie also vor allem ideell unterstützt, durch Kontakte zu Sponsoren und gemeinschaftliche Aktionen wie Theaterfahrten beispielsweise“, erläutert Battermann.

Solche Aktivitäten sollen auch fortgeführt werden und der Verbund der Komödienfans erhalten bleiben – nur nicht mehr als Verein, sondern als lockere Interessengemeinschaft. „Weil dabei auch Formalien und Mitgliedsbeiträge wegfallen, ist die Zahl der Mitglieder sogar bereits von gut 100 auf etwa 150 gestiegen“, sagt Battermann.

Zu einem wichtigen Anliegen der Komödienfreunde hatten sich in den vergangenen Jahren eigene Jugendtheaterprojekte entwickelt, die der Schauspieler Wolfram Pfäffle geleitet hatte. Die sollen nun unter dem neuen Dach des neuen Vereins Lindenblüten fortgeführt werden.

Pfäffle, der auch zu den Gründungsmitgliedern gehört, plant unter anderem Komödien des US-Autors Neil Simon mit Akteuren zwischen 15 und 25 auf die Beine zu stellen, von der Inszenierung über die Kostüme bis zum Bühnenbild. „Wir wollen damit nicht zuletzt junge Leute ansprechen, die sich in der Schule in Theater AGs engagiert haben und nun weitermachen wollen“, sagt Robert Glogowski. Ein weiteres Projekt des Vereins sollen eigene Weihnachtsmärchen sein.

Die Aufführungen sollen im aparten „Piccolo Teatro“ des Lindenhofs an der Humboldtstraße stattfinden, das die Lindenblüten als Veranstaltungsort weiter etablieren wollen. Die neue Eigentümerin Eleonore Eiswirt zählt zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, wie auch Kurt Schrader, CDU-Ratsherr und Mitglied im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft, oder die Unternehmerin Aline Wandt, die den stellvertretenden Vorsitz übernimmt.

Über die jungen Theaterprojekte und den Lindenhof hinaus sei es allerdings Ziel der Lindenblüten, die Kulturszene der Stadt insgesamt zu bereichern, betont Antje Maul. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu anderen Initiativen, sondern suchen die Zusammenarbeit.“

Ein weiteres Projekt des Vereins ist ein Sommermärchen, „Sindbad“, das im August in einem Zelt im Prinzenpark aufgeführt werden soll. Das Zelt könnten auch andere Veranstalter nutzen, sagt Antje Maul.

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