Wenn Frau über die Regendusche meckert, weiß Mario Barth warum

Braunschweig.  Mario Barths Alltagsanekdoten locken rund 5000 Menschen in die Braunschweiger Volkswagen-Halle - und sie feiern den Comedian.

Mario Barth während der Show in der Volkswagen Halle in Braunschweig.

Mario Barth während der Show in der Volkswagen Halle in Braunschweig.

Foto: Philipp Ziebart / BestPixels.de

Als Mario Barth die Bühne betritt, hallt tosender Applaus durch die Braunschweiger Volkswagen-Halle. Wieder hat es der Comedian geschafft, die Plätze fast vollständig zu füllen. In hellblauem T-Shirt und Jeans schlendert er auf die mit Berlin-Motiven dekorierte Bühne. Ein paar kurze Anekdoten zum zurückliegenden Silvesterfest, zu seiner Bahnanreise nach Braunschweig – und schon ist er bei seinem Thema: den kleinen Missverständnissen im Alltag zwischen Männern und Frauen.

„Männer sind faul, sagen die Frauen“ heißt sein sechstes Programm. Was alle gemeinsam haben: das gleiche Grundthema. Was alle auszeichnet: Sie haben diesen scheinbar unwiderstehlichen Identifikationseffekt. Das Publikum erkennt sich in den lustigen Geschichtchen wieder, erinnert sich an ähnliche Situationen mit Partner, Familie, Freunden.

Mehr als 15 Jahre fährt der 46-Jährige diese Schiene nun schon. Sie hat ihn nicht nur zu zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geführt, sondern auch zu einem Weltrekord, als der Comedian 2008 70.000 Menschen zur größten Live-Comedy-Show ins Berliner Olympiastadion lockte und sich damit sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde sicherte.

In seinem neuen Programm ist er wieder ruckzuck bei der Partnerin. Eine Frau sage ihrem Mann nicht immer nur einfach ins Gesicht, wie faul er ist – nein, sie warte, bis andere dabei sind. Aber was heißt schon faul, wenn Mann sich doch immerhin bemüht. Den schweren Kronleuchter an der Decke anzubringen versucht, zum Beispiel, während Frau nur unten im Türrahmen lehnt und die falsche Position bemeckert. Und wenn er dann beim Bohren die Wasserleitung trifft, ist das Geschrei groß – obwohl sich die Frau eine Regendusche doch immer so sehnlichst gewünscht hat.

Wohl keiner kann diese Geschichten so gut erzählen wie Mario Barth mit seinem Temperament, seiner ausladenden Gestik und Mimik und diesem schelmischen Lachen. Wenn der Berliner zum x-ten Mal gefragt wird, wie lange er dieses Männer-Frauen-Ding denn noch weiterdrehen wolle, sagt er meist: Er habe auch schon öfter gedacht, dass die Thematik nichts mehr hergebe. Und dann habe er doch immer wieder Neues erlebt, das ihn zu neuen Gags angestoßen habe. Und, so Barth, schließlich solle doch jeder das machen, was er am besten kann.

Außer Frage steht, dass der Comedian sein Metier beherrscht – ob man ihn nun mag oder nicht. Zu einem Liebling des Feuilletons wird er dennoch nie werden. Zu platt sind manche Pointen, und vor den kleinen Abstechern ins Vulgäre hat der gelernte Kommunikationselektroniker ohnehin nie zurückgescheut. Und dann sind da natürlich auch die ständig wiederkehrenden Geschlechter-Klischees. Die Frau redet viel, kauft viel ein, trägt schwere Handtaschen, kann kein Auto fahren. Der Vorwurf der Frauenfeindlichkeit begleitet Barth seit Jahren. Doch der Comedian hat sich um Political Correctness nie viel geschert. Sein einziges Ziel: die Leute zum Lachen bringen.

Und das tut er auch an diesem Freitagabend in Braunschweig, an dem er nicht nur die Partnerin zitiert. Auch seine Mutter kriegt ihr Fett weg, obgleich Barth vorher seinen Respekt betont: Was Mutter will, müsse man machen. Eine Mutter sei die wichtigste Person überhaupt. Danach darf gelacht werden. Über die fast 80-Jährige, die am Telefon schreit, weil sie vom Sohn weggedrückt wurde. Die anschließend betont: Ich habe dich damals unter Schmerzen geboren und dich auch nicht einfach weggedrückt. Über ihre Verzweiflung über das kaputte Handy, weil 40.000 Fotos einen Totalausfall verursachten.

Die Zuschauer sind begeistert, lachen, klatschen. Männer und Frauen – ein Dauerbrenner. Für den 9. Februar 2020 hat Barth nun eine Zusatzshow in Braunschweig ins Programm genommen.

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