Nach Tragödie in Velpker Schweiz: Es lauern versteckte Gefahren

Velpke.  Im Körner-Steinbruch bei Velpke ertrank am Sonntag ein 21-Jähriger Wolfsburger. Angler warnen vor Gefahren, die nicht offensichtlich sind.

In den Gewässern der Velpker Schweiz, hier der Kiessee zwischen Velpke und Grafhorst, können ungeahnte Gefahren lauern.

In den Gewässern der Velpker Schweiz, hier der Kiessee zwischen Velpke und Grafhorst, können ungeahnte Gefahren lauern.

Foto: Erik Beyen

Nach dem tragischen Badeunfall im ehemaligen Körner-Steinbruch bei Velpke am Sonntagnachmittag stellt nun der Landkreis Helmstedt auf Anfrage klar: Der Bereich gilt als Landschaftsschutzgebiet. Dort gilt demnach die Landschaftsschutzgebiet-Verordnung (LSG VO). Und die verbiete das Baden dort allgemein, es sei denn: Eigentümer oder Behörden weisen explizit Badestellen aus.

Grundsätzliches Badeverbot gilt für alle Gewässer der Velpker Schweiz

Das grundsätzliche Badeverbot gelte für alle Gewässer der Velpker Schweiz, also auch für das Krebsloch, das Kuhloch und den beliebten Kiessee zwischen Velpke und Grafhorst. „Aus naturschutzrechtlicher Sicht ist das Baden gemäß § 3 Nr. 2 LSG-VO Velpker Schweiz an nicht dafür behördlich zugelassenen Plätzen verboten“, schreibt Andreas Jünemann, Pressesprecher des Landkreises. „Nach hiesigen Informationen sind Badestellen nicht vorgesehen.“ Dabei sei wichtig, dass naturschutzrechtliche Badeverbote nicht dem Schutz des badenden Menschen dienen, sondern allein dem Schutz der Natur.

Haftungsrechtliche Erfordernisse entspringen dem Eigentumsrecht

Eine Erlaubnis könnte unter anderem eine Gemeinde erteilen, stehe dann aber auch in der Haftung. Andreas Jünemann betont „Haftungsrechtliche Erfordernisse entspringen vielmehr dem Eigentumsrecht.“ Im Falle des ehemaligen Körner-Steinbruchs scheint demnach klar: Für den Bereich im Eigentum der GP Günter Papenburg AG mit Sitz in Hannover gilt ein klares Betretungsverbot. Schilder warnen davor. Für den Bereich der Landesforsten greift die LSG VO. „Das Betretungsrecht einer Landschaft ist ein grundsätzliches Recht“, erklärte Andreas Jünemann am Telefon und weiter: „Das bedeute aber nicht, dass man dort machen kann, was man will.“ Im Klartext: Besucher des Gebietes müssen sich an die Regeln der LSG VO halten, die in diesem Fall das Baden verbietet.

Angel- und Gewässerschutzverein wünscht sich Initiative von der Samtgemeinde

Der Kiessee in der Velpker Schweiz ist vom Angel- und Gewässerschutzverein Vorsfelde und Umgebung gepachtet. Dessen Vorsitzender Thorsten Fricke aus Danndorf warnt unterdessen: „Im Kiessee lauern unterschätzte Gefahren, jede Menge Schlingpflanzen und alte Stahlseile aus Abbauzeiten“, erklärte er, und: „Abgesehen davon gilt Badeverbot.“ Die Samtgemeinde Velpke hält sich aus allem raus: „Die Samtgemeinde Velpke will kein Badeverbot aussprechen und kann dies auch gar nicht, da sie nicht Eigentümer der Kiesseen ist“, schreibt Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Fricke. „Sie könnte entsprechende Schilder aufstellen“, kontert Thorsten Fricke.

Wer wissen will, wo es Badegewässer in Niedersachsen gibt, dem schlägt Andreas Jünemann diese Internetseite vor: www.badegewaesser.niedersachsen.de. Der Landkreis Helmstedt hat übrigens keine Badegewässer.

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