50 Prozent Betreuung – Kita in Barmke auf einem guten Weg

Barmke.  Von 44 Kindern dürfen 22 wieder die Kita Barmke besuchen. Sie teilen sich auf in Vorschulkinder und Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen.

Spielen in Zeiten von Corona. Auch in der Kita Butterblume gilt: Hygieneregeln beachten, möglichst Abstand zueinander wahren.

Spielen in Zeiten von Corona. Auch in der Kita Butterblume gilt: Hygieneregeln beachten, möglichst Abstand zueinander wahren.

Foto: Britta Niewerth / Kita Barmke

Die Situation in den Kindertagesstätten lässt sich nicht mit einem zusammenfassenden Text beschreiben. Jede Einrichtung setzt die Vorgaben des Landes auf ihre Weise um, je nach Raumkapazität, Betreuungsbedarf und aktueller Personalstärke. Einheitlich sind die Vorschriften zur Notbetreuung, zu Hygienestandards und Abstandswahrung. Wir haben uns in der Kita Butterblume in Barmke umgehört.

Inzwischen sind dort alle zwölf Vorschulkinder wieder regelmäßig Gast, und zwar an allen Tagen in einem Zeitkorridor zwischen 7 und 16 Uhr. „Als das die Eltern Anfang dieser Woche hörten, gab es Freudentränen“, berichtet Kita-Leiterin Britta Niewerth von den Telefonaten, die sie und ihre vier Kolleginnen vor Pfingsten geführt haben. Rechnet man die zehn Mädchen und Jungen hinzu, für die bereits seit dem 16. März ein Notbetrieb ermöglicht wurde, erfüllt der Kindergarten nunmehr eine Betreuungsquote von 50 Prozent. Damit liegt Barmke weit über dem Landesdurchschnitt, der laut Kultusministerium nur 23 Prozent beträgt.

Für 22 Kinder allerdings heißt es weiter warten auf den Neustart. Der könnte in Barmke möglicherweise erst am 10. August sein, nach einer dreiwöchigen Schließzeit in den Sommerferien. Vorausgesetzt, die Lage bleibt stabil und weitere Lockerungen folgen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne sagte vergangene Woche in Hannover sogar: „Ich strebe an, dass wir Mitte Juni die Eltern bei der Betreuung weiter entlasten und allen Kindern ein Angebot zum – wenn auch vom zeitlichen Umfang eingeschränkten – Besuch einer Kita machen können.“ Der Regelbetrieb allerdings soll erst mit „Phase 4“ (frühestens ab 1. August) wieder aufgenommen werden.

Die Barmker Erzieherinnen hielten dennoch Kontakt zu den unbetreuten Kindern, per Hausbesuch (mit Abstand wohlgemerkt), per Videobotschaften, per online übermittelten Aufgaben. „Uns war es ganz wichtig, dass wir nicht die Bindung zu den Kindern verlieren“, sagt Britta Niewerth. „Wir haben ihnen auf hochgeladenen Videos Lieder vorgesungen, für sie Theater gespielt oder Experimente vorgeführt.“ Eine zentrale Rolle übernahm dabei der Elternbeirat, wo die Kommunikationszentrale für die Eltern der Kita-Kinder liegt, damit der Datenschutz gewahrt bleibt.

Was ebenso gut funktioniert, sind klassische Medien. Auf analoge Weise hielt die Kita Süpplingen den Kontakt zur Außenwelt: per Zettelwirtschaft am Zaun, mit von Kindern bemalten Steinen am Eingang, mit Bastelgeschenken und Malereien an das örtliche Seniorenheim, das sich wiederum mit einem ausgedruckten Schreiben ganz herzlich dafür bedankte. „Wir vermissen Euch“, lautete die Hauptbotschaft, die sich Erzieherinnen, Eltern und Kindern beinahe gleichzeitig schrieben.

Dass die Süpplinger Kinder in der Notbetreuung anfangs ruhig, fast bedächtig waren, bestätigt Niewerth in Barmke. „Wir haben über Corona gesprochen, vor allem darüber, was nun alles beachtet werden muss, wie das regelmäßige Händewaschen etwa.“ Bei den Vorschulkindern, die nun am zweiten Tag wieder in der Kita sind, sei es so gewesen, dass sie sich zunächst einmal unterhalten haben. „Wie geht es Dir?“, war das erste, was alle voneinander wissen wollten. Die Frage, was gespielt werden kann, stand tatsächlich hinten an.

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