Helmstedter Gärtnerei wegen Krise im Panik-Modus

Helmstedt.  Das Corona-Virus bedeutet für viele Unternehmer eine existenzielle Krise: Nun hat es auch die Gärtnerei Schliephake in Helmstedt erwischt.

Nach der Schließung der Gärtnerei Schliephake mussten 1500 Primeln vernichtet werden. 

Nach der Schließung der Gärtnerei Schliephake mussten 1500 Primeln vernichtet werden. 

Foto: Privat

Nachdem die Gartenmärkte trotz der Krise anfänglich noch geöffnet hatten, müssen diese nun auch zumachen.

Am Dienstagnachmittag wurde die Helmstedter Gärtnerei von der Polizei im Auftrag des Ordnungsamtes geschlossen. Obwohl das Unternehmen wirtschaftlich gut dagestanden habe, bedroht die Corona-Krise nun Schliephakes Lebenswerk: „Wenn wir die Geschäfte in Helmstedt und Grasleben nicht mehr öffnen können und keine sofortige Hilfe bekommen, müssen wir uns am Monatsende von unseren zehn Mitarbeitern trennen“, betont Frank Schliephake und fügt hinzu: „Die gesamte Branche inklusive uns wird ruiniert. Es geht in den nächsten Monaten um Alles oder Nichts.“

Dabei stört Schliephake insbesondere die Unverhältnismäßigkeit der momentanen Regelung: „Supermärkte dürfen weiterhin Pflanzen verkaufen, wir nicht. Das ist ein Verstoß gegen das Grundgesetz, das ist auch der Regierung bekannt.“ Schliephake wandte sich mit einem Brandbrief an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, in dem er die wirtschaftlichen Folgen für sein Unternehmen darstellte und sofortige wirtschaftliche Hilfe einforderte, unter anderem 600.000 Euro Soforthilfe. Eine Antwort des Ministerpräsidenten stehe noch aus.

„Es sind bereits jetzt 150.000 Euro Schaden, der entstanden ist. Wir benötigen nun den Ausgleich dafür. Sollten wir unser Geschäft nicht öffnen können, benötigen wir weitere 350.000 Euro, damit wir die Pflanzen vernichten können“, berichtet Schliephake den Helmstedter Nachrichten. Auch mit Landrat Gerhard Radeck habe er Kontakt gehabt.

Es gehe nicht um Einzelschicksale, sondern um eine ganze Branche, verdeutlicht Frank Schliephake. „Wir stellen eine Form der Grundversorgung dar, zum Beispiel mit den Gemüsepflanzen, die auch eine Lebensgrundlage sind“, betont Schliephake.

Für ihn stehe die Gesundheit der Bevölkerung an erster Stelle, dennoch müsse man auch weitere Faktoren im Auge haben: „Es muss jetzt etwas passieren und den Politikern müssen die Augen geöffnet werden. In 35 Jahren haben wir uns einen gewissen Wohlstand erarbeitet, alle Mitarbeiter werden über Tarif bezahlt und besitzen teils einen Dienstwagen. Jetzt verlieren wir unser Lebenswerk. Ich habe seit drei Tagen nicht mehr geschlafen, liege nachts wach. Wir sind im Panik-Modus.“

Das BZV-Medienhaus hat eine Plattform geschaffen, auf der Menschen Tipps, Orientierung und Nachbarschaftshilfe finden können – und auf der sich der lokale Einzelhandel mit seinen Corona-Angeboten präsentieren und vernetzen kann. Zu finden ist „Gemeinsam stark“ unter www.helmstedter-nachrichten.de/gemeinsamstark/

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