Hochwasserschutz – Kommunen in der Region kooperieren

Lehre.  Der Wasserverband Weddel-Lehre koordiniert die neue Partnerschaft für Schunter und Wabe.

WWL-Geschäftsführer Ralf Johannes hieß die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung zum überregionalen Hochwasserschutz im Foyer der Börnekenhalle willkommen.

WWL-Geschäftsführer Ralf Johannes hieß die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung zum überregionalen Hochwasserschutz im Foyer der Börnekenhalle willkommen.

Foto: dirk fochler / regios24

Mit einer gebietsübergreifenden kommunalen Partnerschaft soll der Hochwasserschutz im Einzugsbereich von Schunter und Wabe auf eine neue Ebene gehoben werden. Die Auftaktveranstaltung zu dieser Hochwasserpartnerschaft fand am Montag in Lehre statt.

Koordiniert wird das Projekt vom Wasserverband Weddel-Lehre (WWL), der für das Erstellen eines gebietsübergreifenden Hochwasserschutzkonzeptes 144.000 Euro EU-Fördermittel erhalten hat.

Die Hochwasserpartnerschaft wird gebildet von den Kommunen Braunschweig, Cremlingen, Königslutter, Lehre, Nord-Elm, Sickte und Wolfsburg sowie vom Regionalverband Großraum Braunschweig. Als beratendes und planendes Ingenieurbüro ist die HGN Beratungsgesellschaft aus Braunschweig mit im Boot.

„Ziel ist ein höchster Nutzen für alle Anlieger an Schunter und Wabe durch eine Vielzahl von aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen“, erklärte WWL-Geschäftsführer Ralf Johannes zu Beginn der Veranstaltung in der Börnekenhalle. „Statt wie früher landwirtschaftliche Flächen werden nun gemäß geänderter gesetzlicher Vorschriften insbesondere Siedlungsgebiete geschützt, und erstmals in der Region wollen wir Hochwasserschutz mittels eines interkommunalen Verbundes über ein Gesamtkonzept betreiben“, so der Gewässerwirtschaftsexperte Professor Joseph Hölscher, der heute beratend tätig ist und früher Leiter der Betriebsstelle Hannover-Hildesheim des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz war.

Hölscher stellte unmissverständlich klar, dass der Klimawandel neue Hochwasserkonzepte einfordere und diese sich nicht wie bisher auf lokale Maßnahmen beschränken dürften. „Wir müssen großräumig und nachhaltig denken sowie transparent vorgehen. Für Hochwasserschutz brauchen wir Flächen, deswegen müssen wir alle Interessen und Nutzer unter einen Hut kriegen, nur dann erreichen wir das notwendige Maß an Nachhaltigkeit“, erläuterte Hölscher.

Wie der von Hölscher vorgestellte Ansatz in die Realität überführt werden soll, das erklärte Christian Siemon als Projektleiter. „Es wird fortlaufende Behördendialoge, Bürgerbeteiligungen und Expertenforen geben. Wir machen zunächst eine detaillierte Bestandsaufnahme, um insbesondere die Problemstellen zu identifizieren. Danach werden wir zielgerichtete Maßnahmen entwickeln“, berichtete Siemon, der mehrmals auf den gewünschten Informations- und Wissensaustausch mit den an den Flussläufen lebenden und arbeitenden Bürgern hinwies.

Die entwickelten Schutzmaßnahmen sollen über entsprechende Fördermaßnahmen finanziert werden. „Ausdrücklich haben die Partner zudem eine gegenseitige finanzielle Unterstützung zur Erbringung der jeweiligen Maßnahmen-Eigenanteile zugesagt“, teilte WWL-Geschäftsführer Johannes mit.

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