DRK muss Pläne für Helmstedter Kita-Neubau wohl ändern

Helmstedt.  Der geplante Neubau einer Kindertagesstätte mitten in Helmstedt teuer werden. Grund sind Auflagen der Denkmalpflege.

Dieses nunmehr eingerüstete Haus bereitet dem DRK Probleme. Es besteht Denkmalschutz

Dieses nunmehr eingerüstete Haus bereitet dem DRK Probleme. Es besteht Denkmalschutz

Foto: Jürgen Paxmann

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat bei einem seiner Kita-Neubauprojekte Probleme mit dem Denkmalschutz. Es geht um die Investition an der Streplingerode in der Helmstedter Innenstadt. Der DRK-Kreisverband will auf dem Areal Gebäude- und Freiflächen für zwei Kindergarten- und eine Krippengruppe schaffen. Ein mindestens 300 Jahre altes, scheinbar abbruchreifes Haus steht dem Vorhaben im Weg. Sollte es dafür keine Ausnahme geben, drohen dem DRK-Kreisverband Mehrkosten in Höhe von einer halben Million Euro.

Die Sanierung des Fachwerkgebäudes hatte der Wohlfahrtsverband anfangs nicht auf dem Schirm – jedenfalls nicht in diesem Ausmaß. Auch dem Rat, der bereits im Dezember 2017 eine Baugenehmigung erteilt hatte, war nicht bewusst, das hinter der Putzfassade ein historisch wertvolles Häuschen steckt.

Allerdings sei es laut vom DRK beauftragten Gutachter so baufällig, dass nun Sicherungsmaßnahmen erfolgt sind, damit das Gebäude nicht einstürzt. Allein das hat die Kosten um 75.000 Euro nach oben getrieben. Womöglich blieb die Stabilität nur durch das benachbarte Gebäude gewahrt. Dieses Haus aber hat das DRK vor zwei Wochen abreißen lassen. Beide Fachwerkbauten hatte das DRK im Rahmen einer Zwangsversteigerung erworben.

Der neue DRK-Kreisverbandsvorsitzende Mark-Henry Spindler bemerkte in seiner gewohnt freundlichen Art nun im Helmstedter Sozialausschuss, dass die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gegeben sei, sollte das DRK das noch stehende Haus in Gänze erhalten müssen. „Dann hätten wir die teuerste Bobbycar-Garage der Welt!“, sagte er zu den verdutzten Ausschussmitgliedern. Denn das Altgebäude eigne sich wegen seiner geringen Deckenhöhe allenfalls zum Lagern von Spielzeug.

Ein Raunen ging durch das Gremium: CDU-Ratsherr Christian Romba zeigte sich geschockt, ent- und getäuscht. „Hätten wir das vor zwei Jahren gewusst, hätten wir doch dem damals parallel geplanten Ausbau der Ludgeri-Kindertagesstätte Vorrang gegeben“, meinte er. Nun verzögere sich das DRK-Projekt aufgrund der Hürden im eigenen Haus. Gemeint ist die Helmstedter Bauverwaltung.

Schnell einigten sich die Ausschussmitglieder auf den von ihm vorgebrachten Antrag, die Verwaltung rasch prüfen zu lassen, ob durch die Aufhebung des Denkmalschutzes das Projekt schneller und günstiger realisiert werden könne. Ausschussvorsitzende Margrit Niemann (SPD) sicherte dem DRK Unterstützung zu und zog eine Parallele zum Mehrgenerationenhaus am Triftweg: Auch dort seien durch kluge Lösungen Denkmalschutz, Investorwünsche und Kostendruck auf einen Nenner gebracht worden.

Spindler könne sich an der Stelle eine Fassade wie in Filmstudios vorstellen. Vorn das Schein-Gerippe, hinten Neubau, gern auch unter Verwendung der drei jahrhundertealten Sparren, auf die die Denkmalpflege besonders großen Wert legt.

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