Syrische Kunst: Es geht um tiefe Gefühle

Helmstedt.   Der Bürgerkriegs-Flüchtling Abdullah Arisheh zeigt ab 2. März seine Gemälde im Foyer der Helmstedter Kreisverwaltung.

Der Bürgerkriegs-Flüchtling Abdullah Arisheh (links) zeigt seine Werke. Unterstützt wird er von Sylvia Kaspczyk von der KVHS und Christian Ulrich, Kreisverwaltung. 

Der Bürgerkriegs-Flüchtling Abdullah Arisheh (links) zeigt seine Werke. Unterstützt wird er von Sylvia Kaspczyk von der KVHS und Christian Ulrich, Kreisverwaltung. 

Foto: Jürgen Paxmann

Talente lassen sich nicht unterdrücken. Als der Syrer Abdullah Arisheh vor zwei Jahren nach Deutschland kam, hatte er keine Ahnung, ob und wie er seine Karriere als freiberuflicher Kunstmaler fortsetzen könne. Helmstedt war bereits der Wohnort seiner zuvor vor dem Bürgerkrieg geflüchteten Familie, seiner Frau, seiner Töchter und Söhne.

Nun wagt der Künstler einen Neuanfang – mit neuen Bildern in einem für ihn fremden Kulturkreis. Auch wenn Abdullah Arisheh nur gebrochen Deutsch spricht: Was er ausdrücken möchte, setzt er mit Pinsel, Spachtel und Farbe auf Leinwand umso expressiver um. Es sind tiefe Gefühle wie Angst, Wut, Trauer, Hoffnung und Sehnsucht. Entstanden sie im Keller seiner neuen Unterkunft. Was auffällt: Gegenüber seinen wenigen, aus Syrien mitgebrachten Werken wirken die Helmstedter Bilder freundlicher, heller und friedvoller. Arisheh scheint zumindest angekommen zu sein; er schmiedet neue Pläne: Kalligraphische Werke mit arabischen Zeichen und deutschen Texten.

Bis es soweit ist, wird er weiterhin eifrig die Integrations- und Sprachkurse der Kreisvolkshochschule besuchen. Dort bemalt er vor jeder Stunde die Tafel mit floralen Motiven, zum Erstaunen der Kursteilnehmer und -leiter.

Sylvia Kaspczyk, Studienleiterin der Kreisvolkshochschule, war es, die den Kontakt zum Landkreis geknüpft hat, um ihr eine Ausstellung im Kreishaus vorzuschlagen. Die Kulturabteilung hat zugestimmt. Die Werke von Abdullah Arisheh werden dort fünf Wochen gezeigt. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonnabend, 2. März, um 15 Uhr.

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