Stellwerk für Rötgesbütteler Parallelgleis steht

Rötgesbüttel.  Mit dem sogenannten ESTW ist jetzt die Technik für die Weichen- und Signalsteuerung vorhanden. Die Bauarbeiten sind weiter im Zeitplan.

Die Deutsche Bahn baut das elektronische Stellwerk am Bahnhof Rötgesbüttel auf.

Die Deutsche Bahn baut das elektronische Stellwerk am Bahnhof Rötgesbüttel auf.

Foto: Reiner Silberstein

Es ist laut Projektleiterin Anita Ochsenfarth der letzte große Meilenstein vor Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs in Rötgesbüttel für den Stundentakt der Regionalbahnen Braunschweig-Gifhorn-Wittingen – und den hat die Deutsche Bahn am Dienstagmorgen gesetzt: das elektronische Stellwerk. Kurz auch: ESTW.

In aller Herrgottsfrühe hatten die Bauarbeiter begonnen, das fertige Fundament in die ausgehobene Grube zu setzen. Um kurz nach 8 Uhr morgens hievte der Kranwagen dann auch das Stellwerkshäuschen am Haken durch die Luft an seinen endgültigen Standort. Und das sieht anders aus, als man es sich klassischerweise vorstellt: ein Kubus-Container ganz aus Stahlbeton gegossen, drei mal fünf mal drei Meter groß, eine Tür, ein paar Luftschlitze – mehr nicht.

„Da ist nur ein Rechner drin“, sagte DB-Arbeitsgebietsleiter Marcel Werner. Das Stellwerk, das für die Weichensteuerung des neuen Parallelgleises und für die Signale zuständig sein wird, werde von Wenden/Bechtsbüttel aus ferngesteuert, so Ochsenfarth. „Dort sitzen die Bediener.“ Am Dienstagmorgen wurden auch schon Teile der Gleissensoren installiert. „Die Kabel werden dann aus dem Keller in das Gebäude hochgeführt und darin nur noch angeschlossen.“ Der Stellwerkscontainer war vom Zulieferer in Mönchengladbach innen bereits komplett mit aller nötigen Technik bestückt worden. „Wir müssen jetzt nur noch eine Abhängigkeit vom Bahnübergang herstellen“, sagte Werner.

Montage des elektronischen Stellwerks am Bahnhof Rötgesbüttel
Montage des elektronischen Stellwerks am Bahnhof Rötgesbüttel

Die wichtigste Erkenntnis zum Zehn-Millionen-Euro-Projekt war für Gisela Noske, der Pressesprecherin des Regionalverbands Großraum Braunschweig, diese: „Wir sind im Zeitplan! Am 13. Dezember geht es los mit dem Stundentakt.“ Denn der erfordere, dass in Rötgesbüttel gegenläufige Züge aneinander vorbeifahren können – dafür wurde für die Länge des Bahnhofs ein Parallelgleis angelegt. Für Fertigstellung, Technikprüfung, Abnahme und Probefahrt sei noch genügend Zeit, so Noske.

Lediglich für die Gemeinde schließen sich noch ein paar Arbeiten an, wie Bürgermeister Hermann Schölkmann erklärte: „Wir bauen noch insgesamt rund 30 zusätzliche Parkplätze.“ Der Großteil soll östlich an der Bahnhofstraße angelegt werden, ein kleiner Teil westlich der Straße neben dem Ärztehaus. Den teilweise schon gebauten Fußweg zum neuen Bahnsteig wolle die Gemeinde im Süden noch fortführen. Dort soll es dann wieder eine Überquerungsmöglichkeit geben, die Richtung Maaßeler Wald führt. Am Ende des Bahnsteigs soll es zudem noch Stellplätze für Fahrräder geben: „Radfahrer können ganz nah heranfahren.“

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