Güterzugunglück bei Gifhorn

Zugunfall bei Leiferde: Aufräumarbeiten schreiten voran

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Leiferde.  Bahn-Mitarbeiter haben den ersten Güterwagen geborgen. An der Unfallstelle bei Leiferde helfen 2 Notfallkrane. Reisende müssen sich weiter gedulden.

Die komplizierten Bergungsarbeiten nach dem schweren Güterzugunfall bei Leiferde im Landkreis Gifhorn schreiten voran. „Wir konnten bereits einen ersten Wagen von der Unfallstelle abtransportieren und einen weiteren aufrichten“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) am Sonntag. Rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von DB und Technischem Hilfswerk (THW) hätten mit der Bergung der verunglückten Fahrzeuge begonnen.

Bis voraussichtlich zum 16. Dezember bleiben die Einschränkungen im Bahnverkehr zwischen Hannover und Berlin aber weiterhin bestehen, wie die Sprecherin sagte.

Derzeit sind an der Unfallstelle laut Bahn unter anderem zwei große Notfallkrane im Einsatz: der „Phoenix“ mit einer Tragkraft von 160 Tonnen und der „Bulldog“ mit einer Tragkraft von 100 Tonnen. Somit sei sichergestellt, dass auch die etwa 70 Tonnen schwere Lok geborgen werden könne, sagte die Sprecherin. Auch zwei Hilfszüge mit weiteren Bergungsgerätschaften seien vor Ort.

Nach Entfernung aller Wagen und der Lokomotive könnten die Bahn-Fachleute „das gesamte Ausmaß der Schäden“ abschließend begutachten, hieß es. Danach beginne die Reparatur der Gleise und Oberleitungen.

Unfallstelle bei Leiferde: Feuerwehr beendet Gas-Einsatz nach über einer Woche

Am Samstagvormittag hatte die Feuerwehr die Unfallstelle für die weiteren Arbeiten der Bahn freigegeben – nach über einer Woche erschwerter Arbeit. Am Freitag schließlich hatten die Einsatzkräfte Entwarnung gegeben: Alles Gas aus den vier umgekippten und beschädigten Gaskesselwagen waren abgepumpt oder abgefackelt, alle Kessel mit Stickstoff befüllt. Kurz: die Gefahr gebannt.

Auf der Strecke waren in der Nähe von Leiferde (Kreis Gifhorn) am Donnerstag zwei Güterzüge zusammengestoßen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius besuchte die Unfallstelle am Donnerstag, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.

Großes Lob vom Innenminister an die Einsatzkräfte im Kreis Gifhorn

„Das ist eine Situation, die wir noch nicht so oft hatten. Die Situation, dass Propangas in solchen Mengen ausströmt und und befüllte Güterwaggons darum herum liegen – das ist eine hochexplosive Angelegenheit und da hat die Feuerwehr hier vor Ort, die Samtgemeindefeuerwehr mit Unterstützung der Werkfeuerwehr aus Dormagen, Marl und Ludwigshafen wirklich ganze Arbeit geleistet. Dadurch konnte Schlimmeres verhindert werden“, sprach Pistorius vor versammelter Mannschaft.

Gesamteinsatzleiter und Samtgemeindebrandmeister Sven Mayer informierte ihn im Stabsraum zuvor über die aktuelle Lage an der Einsatzstelle. Pistorius sprach außerdem sein Lob gegenüber den Einsatzkräften aus: „Als Minister bin ich ja auch für kleinere und größere Katastrophen zuständig. Und um der Feuerwehr zu danken und den Einsatzkräften, weil das wirklich richtig große Leistung ist, das kann man gar nicht laut genug sagen.“

Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte vor Ort lief auch laut Carsten Schaffhauser, Sprecher der Kreisfeuerwehr, „vorbildlich“. Nicht nur sei die Samtgemeindenfeuerwehr und die Unterstützung der Werkfeuerwehr unmittelbar zur Stelle gewesen, auch THW, DRK und die DB hätten tolle Arbeit geleistet: „Alles wurde sofort geliefert, seien es die Mineralgemische für die Wege zur Unfallstelle oder die Fackeln für die Verbrennung des Propangases. Die Versorgung der Einsatzkräfte vor Ort war auch von Anfang an sichergestellt.“

Güterzugunfall: Bundespolizei gibt Unfallursache bekannt

Als Ursache des Unglücks, bei dem ein Lokführer leicht verletzt wurde, nannte die Bundespolizei nach ersten Erkenntnissen kein technisches Versagen des auffahrenden Zuges oder der technischen Sicherungseinrichtung der Bahnstrecke. „Die Bahnunfallermittler stellten fest, dass der betroffene Streckenabschnitt durch eine Mitarbeiterin der DB AG fälschlicherweise freigeben wurde, obwohl dort noch ein Güterzug hielt.

Die Mitarbeiterin ließ den darauffolgenden Güterzug mit 25 Kesselwagen in diesem Abschnitt mit 40 Stundenkilometer fahren, der dann auf den stehenden Zug auffuhr. Gegen die Mitarbeiterin der DB AG wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt“, teilte Kevin Müller mit, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover.

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