„GeNiAl“ und Diakoniestation wollen in Isenbüttel groß bauen

Isenbüttel.  Das Mehrgenerationen-Wohnprojekt und der Tagespflegebetreiber hoffen nun auf den Bebauungsplanbeschluss der Gemeinde.

Tagespflegehund Onno soll mit in den Isenbütteler Allerkamp ziehen. Die Pläne für die Bebauung im Gebiet "Allerkamp II" verkündeten Heiko Mennenga (von links), Elisabeth Krull, Volker Wagner, Andrea Grigoleit, Tanja Caesar und Angelika Dzikowski.

Tagespflegehund Onno soll mit in den Isenbütteler Allerkamp ziehen. Die Pläne für die Bebauung im Gebiet "Allerkamp II" verkündeten Heiko Mennenga (von links), Elisabeth Krull, Volker Wagner, Andrea Grigoleit, Tanja Caesar und Angelika Dzikowski.

Foto: Reiner Silberstein

Am Allerkamp in Isenbüttel nehmen zwei weitere Großprojekte Gestalt an: Der Bauausschuss der Gemeinde will sich am Mittwoch, 30. September, mit dem Bebauungsplan für das Mehrgenerationen-Projekt „GeNiAl“ beschäftigen. Neu dabei sind die Pläne der Diakoniestation Harz-Heide für ein „Ambulantes Haus“.

Fünf Gebäude mit insgesamt 16 Wohneinheiten von 70 bis 100 Quadratmetern Größe sieht die Planungs-GbR der „Gelebten Nachbarschaft im Allerkamp" derzeit vor, sagt Geschäftsführerin Elisabeth Krull – drei davon mit Fahrstuhl für die älteren Bewohner, zwei ohne für junge Familien. „Kernpunkt wird aber das zentrale Gemeinschaftshaus.“ Das könne erst Realität werden, wenn die Politik den Bebauungsplan beschließt und umsetzt. Dann könnten die Architektenplanungen vielleicht schon nächstes Jahr beginnen.

Junge Familien als gesellschafter gesucht

Sieben „GeNiAl“-Gesellschafter gebe es bereits, 16 sollen es werden – so viele, wie es Wohnungen gibt. Einige Interessenten gebe es schon. Krull: „Wir suchen noch junge Familien. Wer jetzt mitmacht, kann seine eigene Wohnung noch mitplanen, sich einbringen.“ Denn längst sei noch nicht alles entschieden, zum Beispiel Größen, Fassaden und ein möglichst nachhaltiges Heizungssystem. Dafür aber, dass es ein autofreies, etwa 7000 Quadratmeter großes Gelände werden soll. „Wir haben uns Projekte in Hannover angeschaut, das gibt mehr Wohnqualität“, sagt Krull. Für Fahrzeuge soll es Stellplätze mit E-Ladestationen am Eingang des Geländes geben – für Wohnmobile ebenfalls.

Die Diakoniestation plant auf ihrem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück eine Anlage, die ähnlich gestrickt ist wie in Gamsen: mit der 20 Plätze umfassenden Tagespflege, die aus der Mitte Isenbüttels an den Allerkamp zieht, einem ambulanten Dienst und einem Service-Wohnen mit sieben bis zehn Einheiten. „Dazu wird es vermutlich eine oder zwei Senioren-WGs geben“, sagt Investor Heiko Mennenga. Auch hier sind Stellplätze mit Ladestationen geplant. Volker Wagner, der Geschäftsführer der Diakoniestation Harz-Heide: „Wir wollen die komplette Fahrzeugflotte auf Elektromobilität umstellen.“

Anlage der Diakoniestation könnte bis zu 4 Millionen Euro kosten

Mennenga rechnet mit einer Bauzeit von einem Jahr. Wenn man berücksichtigt, dass der Landkreis derzeit schon etwa ein Jahr für eine Baugenehmigung braucht, könne wohl in etwa drei Jahren der Einzug stattfinden. „Der Landkreis ist die große Unbekannte.“ Bei Zeitverzögerungen seien auch die Kosten kaum planbar, aber so viel ist bekannt: „Wir sind schnell bei 4 Millionen Euro.“ „Wir haben uns das gut überlegt“, so Wagner, „das ist der Zukunftstrend.“

Eine etwa 3000 Quadratmeter große Fläche im Areal des Bebauungsplans „Allerkamp II“ behält die Gemeinde noch in ihrer Obhut. „Wir haben vielleicht noch einen Physiotherapeuten, der sich dort ansiedeln möchte“, sagt Bürgermeisterin Tanja Caesar. Seit vier Jahren arbeitet sie am Gesamtprojekt Mehrgenerationenwohnen – nun steht mit der Sitzung des Bauausschusses ein echter Meilenstein bevor. Abstriche habe man aber schon machen müssen: Wegen des Lärmschutzes in Richtung Bahnlinie sei die potenzielle Fläche im Gegensatz zu ersten Entwürfen um die Hälfte geschrumpft.

Tempolimit vor den Pflegeeinrichtungen ist noch fraglich

Ob die im alten Allerkamp bestehende Tempo-30-Zone dann auch bis zum Jugendplatz reichen darf, sei laut Caesar allerdings noch mehr als fraglich. „Allein um das Ortsschild zu versetzen, braucht es mehrere Zufahrten zu den einzelnen Grundstücken, eine Gesamtzufahrt allein reicht nicht. Wir können froh sein, wenn wir erst einmal Tempo 50 bekommen.“ Das hieße: Vor der normalen Wohnbebauung müssen Autofahrer abbremsen, vor Pflegeheim und Tagespflege dürften sie aufs Gaspedal drücken.

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