Ex-Calberlaher schneidet in Hollywood deutschen Kinofilm

Calberlah.   Seit fast 25 Jahren lebt der Ex-Calberlaher Sven Pape mit seiner Familie in Hollywood und arbeitet dort als Cutter und Regisseur.

Sven Pape schneidet den Film „Effigie – Das Gift und die Stadt“.  

Sven Pape schneidet den Film „Effigie – Das Gift und die Stadt“.  

Foto: Privprivat Pape/

Seit fast 25 Jahren lebt der Ex-Calberlaher Sven Pape mit seiner Familie in Hollywood ganz in der Nähe der großen Filmstudios und arbeitet dort als Cutter und Regisseur.

So hat der 47-Jährige schon für James Cameron die 3D-Unterwasser-Doku „Die Geister der Titanic“ in Szene gesetzt und war mit eigenen Filmen bei Festivals vertreten („L.A. Twister“ und „Hollywood Kills“).

Geschichte über Massenmörderin Gesche Gottfried

Nun holt ihn die deutsche Heimat wieder ein: Für den Regisseur Udo Flohr aus Berlin schneidet er zum ersten mal einen deutschen Kinofilm, und zwar „Effigie – Das Gift und die Stadt“. Jeder kann ihm dabei per Internet über die Schulter schauen.

Pape betreibt seit ein paar Jahren einen eigenen Youtube-Kanal: „This Guy Edits“. Dort zeigt er, wie er als Filmeditor arbeitet, gibt anderen Tipps zum Filmschnitt.

Exklusive Videos mit zusätzlichem Bonusmaterial zeigt er auf Patreon.com, eine Art Cowdfounding-Plattform. Das Prinzip, sich selbst und den Bildschirm zu filmen, während er kommentiert, was er dabei am Computer macht, hatte der Wahl-Amerikaner vergangenes Jahr bei seinem Besuch im Vollbütteler Kinomuseum schon vorgestellt. Mittlerweile hat Pape auf Youtube mehr als 100 Videos veröffentlicht und dafür mehr als 200.000 Abonnenten gewonnen. Auf Patreon sind es 250 zahlende Unterstützer.

Einer seiner Zuschauer ist Udo Flohr, der Regisseur des neuen Auftrags. „Udo hat tatsächlich mich über den Youtube-Kanal kontaktiert“, sagt Pape auf Nachfrage unserer Zeitung. Flohr sei davon fasziniert gewesen, sagte er kürzlich in einem Interview des Online-Magazins Filmpuls.info, und habe schon mal sehen können, wie Pape „tickt“. Der sagt von sich selbst, wohl schon einen „eher amerikanischen Stil“ entwickelt zu haben.

Die Internet-Videos sind für den Ex-Calberlaher nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle und eine Chance, wie in diesem Fall, neue Kontakte für Aufträge zu knüpfen, sondern sie sind gleichzeitig ein frühes Marketinginstrument für die Filme selbst – also ein Gewinn für Auftraggeber und -nehmer.

Historischer Film spielt im 19. Jahrhundert

„Flohr fliegt regelmäßig in die Staaten und dann treffen wir uns, um den Verlauf des Schnitts zu besprechen“, so Pape.

Im Mai soll der Schnitt für „Effigie“ fertig sein. Der Dreh fand im Herbst vergangenen Jahres in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen statt, noch dieses Jahr soll der Streifen in die Kinos kommen.

„Ziel ist eine Premiere in einem größeren Festival zu haben und dann in die Deutschen Kinos zu kommen. Es ist auch geplant, den Film international zu verkaufen“, sagt Pape. Daher sei der Film auch teilweise schon in Englisch gedreht.

Der Film spielt Anfang des 19. Jahrhunderts in Bremen und handelt von der wahren Geschichte der Serienmörderin Gesche Gottfried. 15 Menschen hat sie ermordet, darunter ihre drei Kinder, ihre Eltern, ihren Zwillingsbruder, Ehemänner, Freunde und Nachbarn. Im historischen Krimi spielen unter anderem die Schauspieler Elisa Thiemann („Usedom-Krimi“), Christoph Gottschalch („Beutolomäus“ auf Kika), Suzan Anbeh („Elementarteilchen“), Roland Jankowsky („Die Wilden Hühner“, „Wilsberg“), Tim Ehlert („Soko“) und Uwe Bohm („Tatort“).

Und wer weiß? Vielleicht schafft es „Effigie“ ja auch auf die nächste Berlinale. Dann würde Pape auch extra dafür nach Deutschland reisen, sagt er: „Dann würde ich sicherlich zur Premiere kommen.“

Papes Youtube-Kanal „This Guy Edits“: https://www.youtube.com/user/svenpape

Eine 20 Minuten lange erste Episode von Pape zu seiner Arbeit am neuen Film ist unter https://www.patreon.com/posts/23581750 kostenlos verfügbar. weitere sollen im Abstand weniger Tage folgen, dann gegen eine Monatsgebühr von fünf US-Dollar.

Trailer zum Film „Effigie – Das Gift und die Stadt“: https://vimeo.com/314724354

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