„Fridays for Future“ Gifhorn sieht sich auf einem guten Weg

Gifhorn.  Die Zusammenarbeit mit Politikern funktioniere gut, allerdings habe man noch ein langer Weg vor sich, so die Gifhorner Klimaschützer.

Marcel Linse (links) und Philip Knotz präsentieren die Bäume, die dank ihrer Spendensammlungen am Ufer des Schlosssees gepflanzt werden konnten.

Marcel Linse (links) und Philip Knotz präsentieren die Bäume, die dank ihrer Spendensammlungen am Ufer des Schlosssees gepflanzt werden konnten.

Foto: Maximilian Wiescher / BZV

„Wir sind auf dem richtigen Weg, der ist aber noch lang“, resümiert Philip Knotz. Der Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums ist einer der führenden Köpfe des Gifhorner „Fridays for Future“-Bündnisses. In den Aktivitäten der Gruppe, die mit der ersten Gifhorner Klima-Demonstration im März 2019 starteten, sieht er viele kleine Erfolge: „Man muss nur mal in die Zeitung schauen. Fast täglich sind Themen rund um Umwelt- und Klimaschutz dabei. Es ist ein Erfolg für uns, dass das Thema so viel Aufmerksamkeit bekommt.“

Auch die Critical Mass, die monatliche Fahrrad-Demonstration, werten die jungen Klimaaktivisten als Erfolg. Schätzungsweise gebe es 30 bis 40 Teilnehmer, die jedes Mal dabei seien, plus bis zu 30 weitere. „Anfangs haben wir die Critical Mass selbst organisiert, dann hat es sich verselbstständigt und mittlerweile haben die ‚Parents for Future‘ die Sache in die Hand genommen“, erzählt Philip Knotz. „Wir melden sie immer als Demonstration an, denn viele Radfahrer fühlen sich nur dann sicher, wenn die Polizei dabei ist.“

Klimaaktivist Philip Knotz: Der Stadtrat soll Gifhorn zur Fairtrade-Stadt erklären

Die regelmäßigen Gespräche mit Parteien, Fraktionen und mit Bürgermeister Matthias Nerlich seien genauso ein wichtiger Teil des Engagements, erklärt er: „Natürlich nur mit Parteien, die auch wirklich auf uns eingehen wollen. Bis ein Beschluss fällt, dauert es lange. Wozu es einen Beschluss geben soll: Gifhorn soll Fairtrade-Stadt werden. Die Initiative dazu startete Anfang des Jahres, unter anderem mit dem Weltladen.“ Schließlich sei fairer Handel wichtig, weil er Menschenrechte achte, Raubbau an der Natur verhindere und ein Gegenentwurf zu industrieller Landwirtschaft sei.

Philip Knotz’ Mitstreiter Marcel Linse, ein Absolvent der Johannes-Selenka-Schule Braunschweig, erklärt die nächsten Anliegen des Klimabündnisses: „Alle innenstadtnahen Straßen, Hindenburgstraße und andere, sollen Fahrradstraßen werden. Autos sind dann immer noch erlaubt, müssen aber auf Radfahrer Rücksicht nehmen. Im Idealfall fordern wir einen Fahrradring um die Innenstadt. Vor allem kann keiner argumentieren, dass das nicht möglich wäre.“ Die Zusammenarbeit mit Politikern klappe „besser als Anfang 2019. Fast alle sagen: Das, was wir machen, ist gut. Aber nur reden hilft nichts. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten. Die grüne Technik ist da, man muss sie nur mal nutzen.“

Am Freitag, 25. September, geht es um 12.05 Uhr wieder auf die Straße

Die bislang größte Veranstaltung des Gifhorner Klimabündnisses war die erste globale Klima-Demo im September 2019. „Ungefähr 1000 Teilnehmer, davon bestimmt die Hälfte Erwachsene, darüber haben wir uns sehr gefreut“, erinnert Philip Knotz sich. „Wir hoffen, dass es diesen Freitag nicht ganz so viele werden, sonst könnten wir die Corona-Auflagen nicht einhalten, aber 300 bis 400 Leute passen locker auf den Schillerplatz.“

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