VSR-Labormobil bietet Brunnenwasser-Analysen in Gifhorn an

Gifhorn.  Das mobile Labor des Gewässerschutzvereins machte am Dienstag Station in Gifhorn. Viele Gartenbesitzer nutzten das Angebot ausgiebig.

Arno Helbig gab dem Physiker Harald Gülzow zwei Wasserproben zur Analyse: Eine aus seinem Garten in Gifhorn und eine aus seinem Naturgrundstück in Wagenhoff.

Arno Helbig gab dem Physiker Harald Gülzow zwei Wasserproben zur Analyse: Eine aus seinem Garten in Gifhorn und eine aus seinem Naturgrundstück in Wagenhoff.

Foto: Maximilian Wiescher / BZV

Der Physiker Harald Gülzow uns der Ingenieur Peter Brückner nahmen am Dienstagmorgen Wasserproben von Gartenbesitzern aus dem Landkreis Gifhorn zur Analyse an. Ihr Labormobil ist ein Service, den sie an vielen Stellen in Deutschland anbieten. Den ganzen Vormittag über gaben Besucher am Stand Proben von Wasser aus ihren Gartenbrunnen ab.

Arno Helbig stellte gleich zwei Halbliterflaschen auf Harald Gülzows Tisch. „Die eine stammt aus meinem Garten hier in Gifhorn, die andere von meinem Naturgrundstück in Wagenhoff“, erklärte er. „Mit dem Wasser gieße ich den Garten und in Wagenhoff fülle ich damit auch einen Teich. Da habe ich mal einen seltsamen Geruch bemerkt.“ Harald Gülzow klebte Etiketten auf Arno Helbigs Flaschen und sagte zu: „Ich zwei Wochen haben Sie das Ergebnis.“

Gießwasser, Brauchwasser oder sogar Trinkwasser: Eine Analyse gibt Auskunft

„Im Garten in Gifhorn war das Wasser aus dem Brunnen mal leicht bräunlich gefärbt“, erklärte Helbig weiter. „Und als wir damit früher unser Gemüsebeet gegossen haben, hat der Salat anschließend nach Eisen geschmeckt. Deshalb lasse ich das Wasser jetzt mal testen.“ Am Labormobil konnten Gartenbesitzer testen lassen, ob ihr Brunnenwasser als Gießwasser, Brauchwasser oder sogar als Trinkwasser geeignet ist. Dabei werden unter anderem der pH-Wert, der Eisen- und Nitratgehalt, die Leitfähigkeit und der Bakteriengehalt untersucht.

„Wir wollen die Leute zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Wasser anleiten“, erklärte Harald Gülzow. „Gartenbesitzer sollen nicht nur Wasser entnehmen, sondern auch versickern lassen. Regenwasser gehört nicht in die Kanalisation, sondern auf Flächen, wo es versickern kann. Regenwasser aus Gifhorn landet in der Kläranlage, dann in der Aller und später in der Nordsee. Da brauchen wir es nicht. Wir brauchen es hier.“

Entsiegelung verbessert Wasserhaushalt und Klima

Entsprechend informierte der Verein an seinem Stand auch über das Thema Flächenentsiegelung: Wenn Regenwasser direkt in Flüssen statt in der Erde landet, steige die Hochwassergefahr und das Grundwasser werde nicht nachgefüllt. Für Gartenbesitzer gebe es viele Möglichkeiten, Flächen zu entsiegeln, zum Beispiel mit Kies- oder Rindenmulch-Wegen statt gepflasterten Wegen oder mit Rasengittersteinen statt Asphalt in der Hofeinfahrt.

VSR-Gewässerschutz e. V. hieß früher „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“ und ist seit seiner Gründung 1980 ein gemeinnütziger Schutzverein mit Sitz in Geldern am Niederrhein.

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