Gifhorns CDU-Bundestagsabgeordnete zieht Bilanz ihrer Sommertour

Gifhorn.  Die CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann registriert bei ihrer Sommertour durch den Wahlkreis eine angespannte Stimmung bei den Bauern.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann (rechts) sprach während ihrer Sommertour unter anderem mit Landwirten und besuchte Gifhorns größtem Arbeitgeber, die IAV. 

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann (rechts) sprach während ihrer Sommertour unter anderem mit Landwirten und besuchte Gifhorns größtem Arbeitgeber, die IAV. 

Foto: Privat

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann ist in ihrem Wahlkreis auf Sommertour unterwegs. Redakteur Dirk Kühn befragte die Politikerin aus Wilsche, was sie mit nach Berlin nimmt und wie sie die Lage bei den von ihr Besuchten Stationen einschätzt.

Pahlmann: Manchmal wirkt Krise wie ein Katalysator

Frau Pahlmann, Gifhorner Wirtschaftsbetriebe in Zeiten der Corona-Pandemie – welchen Eindruck haben Sie nach Ihren Besuchen bei der IAV, Butting und in anderen Betrieben?

Meinem Eindruck nach ist die Situation sehr unterschiedlich. Nehmen wir die IAV: Das Unternehmen arbeitet an zahlreichen Innovationen für den neuen Mobilitätsmarkt und ist mit Blick auf die Digitalisierung hervorragend aufgestellt. Es war dort kein Problem, innerhalb kürzester Zeit die Mitarbeiter mobil arbeiten zu lassen, und trotzdem müssen Teile der Belegschaft in Kurzarbeit. In vielen anderen Unternehmen ist der Umstieg auf mobiles Arbeiten nicht so leicht, beispielsweise bei Butting. Besonders Gastronomie und Einzelhandel haben sehr zu kämpfen. Auch viele familien- und inhabergeführte Unternehmen ringen um ihre Existenz – aus den unterschiedlichsten Gründen. Manchmal wirkt die Krise auch wie ein Katalysator, wenn in den letzten Jahren schon nicht alles rund lief. Häufig konnten schlichtweg keine Vorkehrungen für eine Krise dieses Ausmaßes getroffen werden. Umso glücklicher bin ich, dass ich viel Optimismus bei meinen Besuchen wahrnehmen konnte.

Ist es richtig, die Zahlung von Kurzarbeitergeld um ein weiteres Jahr zu verlängern?

Das Instrument der Kurzarbeit hat wieder gut funktioniert. Aber auch hier gilt: Auf sich verändernde Gegebenheiten werden wir reagieren müssen.

Zu Ihrem Besuch in der Lebenshilfe: Welche besonderen Probleme zeigten sich dort?

Die Probleme waren hauptsächlich organisatorisch. Homeoffice ist ja in den Werkstätten nicht möglich, aus Solidarität haben alle Bereiche, in denen es möglich gewesen wäre, verzichtet. Ich bin einfach froh über die Lebenshilfe in Gifhorn. Sie ist ein Ausdruck von Zusammenhalt und Teilhabe.

Angespannte Stimmung bei den Landwirten

Auch die Landwirtschaft spielte eine Rolle bei Ihren Besuchen. Wie stellt sich die Situation dar?

Um es ehrlich zu sagen: Die Stimmung ist sehr angespannt – und das nicht erst seit Corona. Neue Auflagen und Verordnungen hindern die Landwirte am Arbeiten, sie fühlen sich häufig zu Unrecht von Politik und Gesellschaft an den Pranger gestellt. Wenn mir gestandene Landwirte erzählen, dass sie ihren Kindern nicht mehr empfehlen würden, den Hof zu übernehmen, macht mich das sehr traurig. Umso mehr freut es mich, dass sich die junge Generation häufig den Herausforderungen stellt. Landwirte waren schon immer innovativ. Was sie dafür aber benötigen, ist der Rückhalt aus der Bevölkerung und der Politik. Dass dies gelingen kann, zeigt Corona deutlich. Die Kunden setzen vermehrt auf regionale Lebensmittel, die Wertschätzung für die Arbeit steigt.

Wo könnten Lösungen liegen, um die Probleme der Landwirte und des Artenschutzes gemeinsam zu bewältigen?

Die Landwirtschaft ist bereits ein Teil der Lösung. Es gibt innovative Ansätze. Das Bild des Landwirts als Bodenvergifter und Umweltsünder ist einfach nicht korrekt. Die Landwirte leben von einer intakten Umwelt. Was man ihnen zugestehen muss, ist die vernünftige und erträgliche Bewirtschaftung ihrer Äcker. Auch in diesem Bereich dürfen wir Ökologie und Ökonomie nicht immer gegeneinander ausspielen, sondern müssen sie innovativ zusammendenken. Hier gab es in der Vergangenheit Versäumnisse.

Der Wandel hat aber bereits vor Jahren eingesetzt. Das Land hat in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und den Umweltverbänden den Niedersächsischen Weg angeschoben. Das ist der richtige Ansatz. Dass der Nabu hier nun ausschert, ist für mich unverständlich. Schließlich saßen sie mit am Tisch und haben den Weg so mitgetragen.

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