Rötgesbütteler Senioren für betreutes Wohnen am Ortsrand

Rötgesbüttel.  Eine Arbeitsgruppe um Ratsfrau Christel Masson wertet für eine umfassende Studie Fragebögen der älteren Bevölkerung aus.

Wo geht es lang für die Rötgesbütteler Seniorenarbeit? Eine Arbeitsgruppe im Ratsfrau Christel Masson (zweite von rechts) hat eine Umfrage unter der älteren Einwohnerschaft ausgewertet.

Wo geht es lang für die Rötgesbütteler Seniorenarbeit? Eine Arbeitsgruppe im Ratsfrau Christel Masson (zweite von rechts) hat eine Umfrage unter der älteren Einwohnerschaft ausgewertet.

Foto: Privat

Was fehlt den Rötgesbütteler Senioren? Weil der Rat nicht am Bedarf vorbei planen wollte, ließ er eine Arbeitsgruppe um Professor Hermann Lühr den Bedarf der Einwohner über 65 ermitteln. 137 von 380 ausgegebenen Fragebögen kamen zur Auswertung zurück.

Nach Darstellung der federführenden Ratsfrau Christel Masson (WiR) lieferte die Befragung ein aussagekräftiges Ergebnis, das von den 65- bis 75-Jährigen dominiert wird. Überproportional viele Verheiratete und Alteingesessene haben geantwortet. „Die vielen olen Rötgesbüttle“, so Professor Lühr, „malen natürlich ein schönes Bild von ihrem Ort“. Neben den vorwiegend positiven Antworten zu Kontaktmöglichkeiten, Einkauf, medizinische Versorgung, Freizeit und Kultur gebe ein Grundrauschen von Kritik.

Viele Ältere hätten gern mehr Gemeinschaftsaktivitäten.

„Da sollte man genauer hinschauen“, empfiehlt die Arbeitsgruppe „Seniorenfreundliches Rötgesbüttel“: Fast 70 Personen sprachen sich für mehr Ruhebänke im Ort und in der Umgebung aus. Ein täglicher „Treff“ zum Reden, Spielen, Bewegen und Lernen wurde ebenso gewünscht wie gemeinsame Aktionen zur Dorfverschönerung. Als denkbare Projekte wurden Streuobstwiese, botanischer Garten, Bürgerbank und Bahnhofspark genannt.

Eine Herausforderung stellt für die Gemeinde der vielfach geäußerte Wunsch eines täglich geöffneten Cafés dar, in das auch mal der Besuch eingeladen werden kann. In Eigenregie können sich die Senioren eine Art Nachbarschaftshilfe“ vorstellen: Eine Fahrradwerkstatt, eine Reparaturwerkstatt für kleine Geräte und Schmuck oder Unterstützung von Grundschülern beim Lesen, Rechnen oder Sachkunde wurden hier genannt. Im Gegenzug wünschen sich die Befragten Unterstützung und Hilfe für den Handygebrauch oder bei der Einrichtung ihres Fernsehers.

Der Nahverkehr ist vielen zu weit weg.

Gemeinsame Aktivitäten wie geführte Fahrrad-Naturspazierfahrten oder eine Gruppe von „Dorfverschönerern“, die rostige Laternenmasten oder Telefonkästen säubern und bunt bemalen. Veranstaltungen für Senioren und generationsübergreifende Angebote stehen hoch im Kurs. Die Seniorinnen bevorzugen unterhaltende Filmvorführungen, während die Senioren eher auf unterhaltsame Fachvorträge setzen. Kreative Angebote sind bei beiden Geschlechtern sehr beliebt und liegen deutlich höher im Trend als die sportlichen Aktivitäten. Wichtig scheint es vor allem den Frauen zu sein, dass das Angebot am Tage und nicht in den Abendstunden angeboten wird, gerne würden sie auf einen Fahrdienst zurückgreifen. Der öffentliche Nahverkehr spielt für die Befragungsteilnehmer eine untergeordnete Rolle. Diejenigen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, beklagen die weite Entfernung zu den Haltestellen.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist nicht auf Unterstützungsleistungen angewiesen oder kann auf ein soziales Netzwerk wie Ehepartner, Familie, Nachbarn oder Freunde zurückgreifen. Allerdings gaben auch zehn Personen an, niemanden zu haben, der ihnen aus der Einsamkeit hilft oder mit einem persönlichen Rat zur Seite steht.

Rat passt Idee für betreutes Wohnen an – lieber am Ortsrand.

Für den Gemeinderat ergeben sich aus der Befragung echte Entscheidungshilfen. Wenig verwunderlich ist, dass die meisten Personen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben möchten. Wenn allerdings Veränderung notwendig wird, sprechen sich die Befragten mehrheitlich für die Wohnform des betreuten Wohnens oder des Servicewohnens aus. Als Standort wird nicht, wie bislang von den Ratsmitgliedern vermutet, die Ortsmitte bevorzugt, sondern eher eine ruhigere Ortsrandlage. Die Auswertung der Umfrage ist auf der Homepage der Gemeinde Rötgesbüttel veröffentlicht. Die Arbeitsgruppe „Seniorenfreundliches Rötgesbüttel“ verfolgt nun die Umsetzung der Umfrageergebnisse. In einem ersten Schritt gehen sie dem Wunsch nach mehr Ruhebänken nach und werden dem Rat entsprechend Vorschläge unterbreiten.

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