Land erwägt Abriss des Gifhorner Behördenhauses

Gifhorn.  Nach dem Rückzug der Kreisverwaltung als Kaufinteressentin fehlen Pläne für eine Nachnutzung.

Was wird aus dem landeseigenen Behördenhaus im Schlossgarten. Der meiste Büroraum dämmert ungenutzt dahin. Auch das Katasteramt will weg.

Was wird aus dem landeseigenen Behördenhaus im Schlossgarten. Der meiste Büroraum dämmert ungenutzt dahin. Auch das Katasteramt will weg.

Foto: Christian Franz

Hat sich das Land Niedersachsen mit dem Gifhorner Behördenhaus verzockt? Jahrelang feilschte das Finanzministerium vergeblich mit der Kreisverwaltung um das 2700 Quadratmeter große Bürogebäude im Schlossgarten. Nachdem der Landkreis entnervt aufgab und sich mit der Sparkasse über die Übernahme der Hauptstelle an der Konrad-Adenauer-Straße für fünf Millionen Euro einigte, fehlt dem Land jeglicher Interessent für den sanierungsbedürftigen Altbau aus den 1960er Jahren.

Seit dem Umzug der ausgelagerten Polizeikommissariate zurück ins Revier Hindenburgstraße nutzt nur noch das Katasteramt knapp die Hälfte der Etagen. Doch längst sucht auch die Niederlassung des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung ein neues Domizil. „Unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Nutzer sondieren wir zunächst den Markt im Raum Gifhorn“, teilt die Sprecherin des Finanzministeriums Antje Tiede auf Nachfrage mit.

Der Landkreis Gifhorn ist fein raus.

Während der Verhandlungen mit dem Land hatte der Landkreis verschiedene Angebote unterbreitet, das Katasteramt ins gemachte Nest zu setzen: Etwa in kreiseigene Liegenschaften am Calberlaher Damm oder am Ribbesbütteler Weg, wo mittlerweile der Fachbereich Schule und Sport sein neues Domizil gefunden hat. Die weitere Entwicklung kann sich Landrat Andreas Ebel jedenfalls gelassen ansehen. „Aufgrund des Kaufs des Sparkassengebäudes sind die Verhandlungen zwischen Land und Landkreis beendet worden. Der Landkreis Gifhorn erwirbt das Behördenhaus nicht. Weitere Nutzungsformen sind dem Landkreis nicht bekannt“, teilte Ebel mit.

Laut Ministeriumssprecherin Tiede will das Land „das Gebäude unter Verlagerung des Katasteramts freiziehen und anschließend verkaufen“. Eine groß angelegte Sanierung durch das Land sei nicht vorgesehen. Tiede: „Derzeit laufen kleine Sanierungsarbeiten in den genutzten Einheiten, unter anderem Brandschutz und WC.“

Ideen für eine sinnvolle Nutzung fehlen.

Langfristig sei der der Verkauf der Liegenschaft angestrebt, so die Sprecherin: „Sollte dies nicht funktionieren, könnte am Ende auch ein Abriss stehen. Eine Umnutzung ist derzeit nicht geplant.“ In der Zwischenzeit zieht erst mal das Regionale Beratungs- und Unterstützungszentrum RZI für Schulen von seinem Ausweichquartier in der Braunschweiger Wilhelmstraße in den Schlossgarten 6, wie die Rundschau erfuhr.

Doch „am Ende könnte auch ein Abriss stehen“, räumte Ministeriumssprecherin Tiede ein. „Eine Umnutzung ist derzeit nicht geplant.“ Auch ein Teilrückbau, obwohl intern diskutiert, werde „wirtschaftlich nicht zum Tragen kommen“.

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