Grüne wollen Gifhorns Grund- und Trinkwasser schützen

Gifhorn.  Sie wollen die Erdöl- und Erdgasförderung in Gifhorn und den anderen Regionen bis 2030 beenden.

Eine Fördersonde zur Förderung von Erdöl.

Eine Fördersonde zur Förderung von Erdöl.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa (Symbolfoto)

Die Grünen wollen den Ausstieg aus der Erdgas- und Erdölförderung einleiten. Ein dementsprechender Antrag der Gifhorner Landtagsabgeordneten Imke Byl und der Bundestagsabgeordneten und energiepolitischen Sprecherin Dr. Julia Verlinden wurde am Wochenende mit großer Mehrheit auf dem Landesparteitag der niedersächsischen Grünen in Osnabrück beschlossen. Verlinden erklärt in einer Mitteilung: „Wir Grüne wollen eine enkeltaugliche und effiziente Energieversorgung mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien – ohne Atom und ohne fossile Brennstoffe. Auch für die Nutzung und Förderung von Erdöl und Erdgas brauchen wir einen klaren Ausstiegs- und Umstiegspfad. Dies ist dringend notwendig, um den Pariser Klimaschutzzielen gerecht zu werden. Auch für den Schutz von Mensch und Umwelt ist ein Ausstieg notwendig, das sehen wir deutlich in den Förderregionen wie dem Landkreis Gifhorn.“

Allein in den vergangenen Jahren sei es im Landkreis Gifhorn als dem Hotspot der niedersächsischen Erdölförderung immer wieder zu größeren und kleineren Leckagen gekommen, heißt es in der Mitteilung. Auch über eine mögliche Gesundheitsgefährdung und eine erhöhte Krebsrate der Anwohner wird debattiert. „Wir freuen uns sehr, dass uns der Parteitag so viel Rückenwind für die Arbeit vor Ort und in den Parlamenten gibt. Ganz klar müssen wir jetzt die Weichen stellen, um vorausschauend Politik zu machen. Daher fordern wir Grüne, dass es ab jetzt keine neuen Aufsuchungs- und Fördergenehmigungen mehr geben darf. Insgesamt wollen wir die Erdöl- und Erdgasförderung in Gifhorn und den anderen Regionen bis 2030 beenden, um endlich dem Vorrang von Mensch und Umwelt Rechnung zu tragen. Die niedersächsischen Lagerstätten neigen sich bald dem Ende zu, nur noch mit immer mehr Aufwand und Methoden wie Fracking kann der letzte Rest gefördert werden. Dem stellen wir uns klar entgegen“, erläutert Imke Byl. Damit dem Wegfall von fossilen Brennstoffen rechtzeitig begegnet werden könne, solle die Einsparung von Energie im Wärmesektor besser unterstützt werden und ein Erneuerbare-Wärme-Gesetz verabschiedet werden, um durch Heizungsmodernisierungen den Anteil Erneuerbarer Wärme in Niedersachsen möglichst schnell zu steigern. red

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