20 junge Leute aus aller Welt lernen Gifhorn kennen

Gifhorn.  Beim internationalen Jugendcamp der Lions spielt sich viel in den örtlichen Gastfamilien ab. Eine junge Gastgeberin erzählt von der tollen Zeit.

20 Jugendlichen aus aller Welt erlebten beim Lions-Jugendcamp drei aufregende Wochen und einen Schnellkurs in deutscher Landeskunde.

20 Jugendlichen aus aller Welt erlebten beim Lions-Jugendcamp drei aufregende Wochen und einen Schnellkurs in deutscher Landeskunde.

Foto: Privat

Internationale Kontakte aus erster Hand bleiben eine außergewöhnliche Erfahrung selbst in einer globalisierten und vernetzten Welt. Diese Erfahrung machten die 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die die Lions-Clubs der Zone Gifhorn-Wolfsburg zum Sommercamp zu Gast hatten. Zwei Wochen verbrachten die jungen Frauen und Männer aus Indien, Mexiko, Ungarn, Taiwan, Dänemark, Argentinien, Spanien, Portugal, Slowenien und der Türkei in der Wolfsburger Jugendherberge. Die erste Woche erlebten sie in Gastfamilien. Die Italienerin Mariam (17) beispielsweise lebte in der Familie der Gifhorner Abiturientin Fenja Kleine-Brockmann.

Das war auch für Fenja, die zum ersten Mal eine Gastschwester hatte, eine tolle Erfahrung. „Wir haben viel gemacht, ich habe ihr Gifhorn und den Schlosssee gezeigt“, erzählt Fenja. Mariam lernte den deutschen Alltag und das hiesige Essen kennen. Die jungen Frauen checkten, was sie für Musik hören, alles auf Englisch übrigens. Fenja nahm Mariam mit ins Otto-Hahn-Gymnasium, wo die Abiturienten ihre letzten Schultage genossen. Da gab es sogar ein Volleyballspiel der Absolventen gegen eine Lehrermannschaft. Und Mariam feierte Fenjas Abiball in der Braunschweiger Stadthalle mit.

Gäste und Gastfamilien hielten per Whats-App-Gruppe Kontakt. Schnell war mal eine Grillparty im Garten einer Gastfamilie verabredet. 15 der 20 internationalen Gäste erkundeten auf eigene Faust Hamburg, Fenja war dabei.

Eine Konfrontation mit den dunklen Seiten der deutschen Geschichte ersparte sich Mariam nicht. Fenja fragte sie, ob sie in den Zoo möchte, zum Grenzdenkmal Hötensleben oder in die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Bergen-Belsen – Mariam entschied sich für das schwerste Thema.

Die Erinnerung an die innerdeutsche Grenze und die deutsche Teilung vermittelte später noch eine Exkursion mit der ganzen Gruppe, die auch Harz und Brocken besuchte, das Otter-Zentrum sowie Berlin.

Es blieb aber nicht bei deutscher Landeskunde aus Gifhorner Perspektive. Im Camp stellten alle Teilnehmer ihre Heimatländer vor. Fenja war an drei Nationen-Abenden dabei, bekam beispielsweise einen roten Punkt zwischen die Augenbrauen von der indischen Gastschülerin. Der Bindi ist das Zeichen verheirateter Frauen und symbolisiert Schutz für sie und ihren Mann.

Mariam und zwei italienische Landsleute stellten ihre historische Städte vor und hatten mit einiger Selbstironie zum italienischen Akzent ihres englischen Vortrags die Lacher auf ihrer Seite. Ein Nationenabend war auch ein schöner Rahmen für die Geburtstagsfeier eines Teilnehmers.

Beim Farewellabend für alle Gastfamilien wurde deutlich, wie gut es allen Besuchern gefallen hat. Es gab eine Diashow mit allen Aktivitäten, eine portugiesische Teilnehmerin formulierte namens der Camp-Teilnehmer, wie die Erlebnisse ihre Erwartungen noch übertroffen hatten. Für Überraschung sorgte der taiwanesische Gast mit einem Video über die Camp-Wochen. Er hatte es unauffällig aus der Hüfte mit dem Handy gedreht und einige lustige Szenen eingefangen.

Fenjas Bilanz aus Sicht der Gifhorner Gastgeberin fällt angesichts so glücklicher Gäste rundum zufrieden aus: „Es war eine tolle Erfahrung. Wir hatten zum ersten Mal eine Austauschschülerin und es lief gut. Mariam hat sogar ein paar Brocken Deutsch gelernt.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder