Bonhoeffer-Realschule gibt Jugendlichen Schwimm-Nachhilfe

Gifhorn.   MTV-Trainer und der Gifhorner Kinderfonds unterstützen einen Kursus für Neuntklässler.

So könnten die zehn Bonhoeffer-Realschüler bald durchs Schwimmbecken pflügen. (Symbolfoto) .

So könnten die zehn Bonhoeffer-Realschüler bald durchs Schwimmbecken pflügen. (Symbolfoto) .

Foto: MH 90 Photo / Stock.adobe.com

MTV Gifhorn, Bonhoeffer-Realschule und der städtische Kinderfonds Kleine Kinder immer satt helfen zehn Schülern, ihre Wasserscheu zu verlieren.

MTV-Übungsleiter sollen die Neuntklässler bis zu den Sommerferien mit einer Extra-Stunde pro Woche fit machen für das Schwimmabzeichen in Silber. Die wichtigste Disziplin dabei: 400 Meter schwimmen in höchstens zwölf Minuten. Eine Selbstverständlichkeit für Jugendliche? Keineswegs, wissen Sport-Fachleiter Andreas Hackel und Schwimmsportkoordinatorin Claudia Neumann: „Viele unserer Schüler würden nicht einmal das Seepferdchen bestehen. Das sehen wir bei den Abnahmen zum Sportabzeichen. Dabei sind das keine unsportlichen Mädchen und Jungen.“

Doch entweder haben sie als Kinder nie Schwimmen gelernt oder erste Kenntnisse mangels Interesse oder Gelegenheit schnell wieder verlernt. „Doch wenigstens in Notsituationen sollten sie sich sicher über Wasser halten können“, wünscht sich Holger Ploog vom Kinderfonds. Deswegen übernimmt dieser die Aufwandsentschädigung der Übungsleiter.

Der MTV zeigte sich aufgeschlossen, als die Realschule anfragte. Vereinsvize Ahmet Elagöz schaltete Spartenleiter Tilman Dörel ein, der mit den Übungsleitern Jessica Mitze, Sabine Freese und Karsten Müller ein Konzept erarbeitete.

Bonhoeffer-Rektorin Monika Niemann findet, dass das gut zum Anspruch der sportfreundlichen Schule passt. Auf Dauer könnte sogar mehr daraus werden, wenn das Programm mit den Angeboten für Berufsorientierung verzahnt werde: „Warum sollten Schüler nicht Interesse entwickeln für eine Ausbildung als Fachkraft für Bädertechnik“ – also als Schwimmmeister?

Die zehn ausgewählten Schüler trainieren immer mittwochs von 13 bi 14 Uhr. „Das ist noch verbindliche Schulzeit“, betont Lehrer Hackel. Zensuren gibt es allerdings nicht. Er hofft darauf, dass die Jugendlichen eigenen Ehrgeiz entwickeln. Außer dem Schwimmabzeichen winkt ein Bonus-Eintrag beim Sozialverhalten im Zeugnis.

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