Kauft die Gemeinde das Traditionslokal Hopfenspeicher?

Calberlah.  Der Bürgermeister schweigt. Ein Ratsmitglied plaudert. Und im Calberlaher Haushalt stehen 300.000 Euro für den Erwerb eines Gebäudes bereit.

Der Hopfenspeicher in Calberlah steht bereits längere Zeit leer. Kauft die Gemeinde die Immobilie?

Der Hopfenspeicher in Calberlah steht bereits längere Zeit leer. Kauft die Gemeinde die Immobilie?

Foto: Daniela Burucker

Plant die Gemeinde den Erwerb der Hopfenspeicher-Immobilie? Auch wenn sich die Verwaltung bislang bedeckt hält, deutet vieles auf einen baldigen Eigentümerwechsel hin. Für die Gemeinde als Käufer spricht der Haushaltsplan, der 300.000 Euro für den Erwerb von Grundstücken und Gebäuden vorhält.

Der interessierte Leser muss lange blättern, bis er auf Seite 136 auf diese Position stößt. Eine Antwort, was die Gemeinde damit erwerben will, blieb Bürgermeister Thomas Goltermann schuldig. „Kein Kommentar“ hieß es auch zur konkreten Nachfrage, ob die Gemeinde neuer Besitzer der Gewerbeimmobilie an der Ecke Bahnhofstraße/ Berliner Straße werden will.

Etwas gesprächiger war ein anderes Ratsmitglied, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, aber etwas erstaunt war, über die Geheimniskrämerei. „Das war im Herbst ein Thema im Rat“, sagte er. „Es gab ein Kaufangebot an die Investmentfirma, auf das meines Wissens, trotz häufiger Nachfrage bislang eine Antwort aussteht.“

Das Herz der Immobilie ist das Traditionslokal Hopfenspeicher. Als zu einem Wasserschaden im Herbst 2018 noch der Ausfall der Heizung hinzukam, warf Wirtin Heike Nehmke aus Ärger über den Reparaturstau, für den sich keiner zuständig fühlte, kurzfristig das Handtuch.

Der stellvertretende SPD-Ortsratsvorsitzende Uwe Kunkel schlug daraufhin Alarm. Als Eigentümer des angrenzenden Versammlungssaales, sah er die Gemeinde in der Pflicht. Das sieht er nach wie vor so. „Da beißt die Maus keinen Faden ab, andere Versammlungsräume gibt es im Ort nun mal nicht.“

Hoffnung für einen Neustart der Gaststätte, nach Erledigung der Reparaturen macht die Aussage des Ratsmitglieds, dass es wohl zwei Brauereien gebe, die Interesse an dem Lokal signalisiert hätten. Auch für die anderen Flächen scheint eine Lösung in Reichweite. Seit Spätherbst nutzt die Post zusätzlich zum Verteilerzentrum an der Schulsporthalle, die Räume des ehemaligen Spar-Marktes als Lager und Verteilstation. „Die Post sucht Räumlichkeiten im Ort und hat Interesse, die Fläche bis zum Jahresende zu nutzen“, berichtete er. Denkbar also, dass daraus eine längerfristiges Mietverhältnis werden könnte.

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