Gesundheit

Wie werden Braunschweigs Schulen gesünder?

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Die Schülervertreter sammelten Ideen, wie Gesundheit und Wohlbefinden an Schule künftig noch verbessert werden können. Das Foto entstand bei der Präsentation der Ergebnisse. Vorne am Flipchart: Sandra Hecker von der GUV und Schülervertreterin Vivien Willig.

Die Schülervertreter sammelten Ideen, wie Gesundheit und Wohlbefinden an Schule künftig noch verbessert werden können. Das Foto entstand bei der Präsentation der Ergebnisse. Vorne am Flipchart: Sandra Hecker von der GUV und Schülervertreterin Vivien Willig.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung

Braunschweig.  In der „Zukunftswerkstatt“ entwarfen Schüler und Schülerinnen Ideen zum Thema „Gesunde Schule“.

Gesunde Schule: Da denkt man erstmal an Frühstück mit Haferflocken und Obst, an vollwertige Pausenbrote und Schulhöfe mit Bewegungsangeboten. Alles wichtig, keine Frage. Doch die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, wie wichtig auch die psychische Gesundheit ist.

Das hat auch der GUV erfahren, der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Braunschweig. Er hat in der Hochphase der Pandemie 320 Schulen in der Region Braunschweig besucht und beraten. In erster Linie ging es um Corona und die entsprechenden Hygienemaßnahmen. „Aber das vorherrschende Thema bei Lehrkräften wie bei den Kindern in dieser Zeit war die psychische Gesundheit“, sagt Sandra Hecker, Präventionsberaterin für Schulen beim GUV.

Sie verdeutlicht: „Beim Thema Gesundheit geht es nicht nur um Bewegung, Ernährung und Entspannung. Der Bedarf nach Zusammengehörigkeit ist insbesondere seit der Pandemie sehr groß: Sich als Schulgemeinschaft zu fühlen, ist den Schülern und Schülerinnen sehr wichtig.“

Schüler: „Unsere Stimmen sind es wert, gehört zu werden“

Gesunde Schule im weitesten Sinne – dieses Thema wollte man genauer beleuchten, und zwar aus Sicht der Schüler und Schülerinnen. Und so fand bereits im Juni im Rahmen der Gesundheitsinitiative „JustGo!“ des Präventionsrats der Stadt gemeinsam mit dem Stadtschülerrat, dem GUV, der Awo und der Jugendförderung eine „Zukunftswerkstatt“ zum Thema „Gesunde Schule“ statt.

16 Schülervertreter von verschiedenen weiterführenden Schulen in Braunschweig nahmen teil. Sandra Hecker moderierte die „Zukunftswerkstatt“ gemeinsam mit Raphaela Harms von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

Simon Pladwig (17), Schülervertreter der IGS Heidberg, findet den Ansatz klasse. „Unsere Stimmen sind es wert, gehört zu werden“, sagt er selbstbewusst und ergänzt: „Da ist so viel Power. Diese Ressource aufseiten der Schüler und Schülerinnen sollte genutzt werden.“ An manchen Themen wie der Digitalisierung, aber auch dem Gefühlsleben von Jugendlichen seien Schüler und Schülerinnen oft näher dran.

Mehr Austausch und mehr Vielfalt

Gemeinsam erarbeiteten die Jugendlichen an diesem Tag eine „Vision“, wie Hecker sagt. Drei Schwerpunkte kristallisierten sich dabei heraus: 1) Gemeinsames Lernen: bei Lehrerfortbildungen soll die Schülerperspektive einbezogen werden – gemeinsame Fortbildungen für Schüler und Lehrkräfte könnten ein Anfang sein 2) Offene Schule: Schulen sollten verstärkt mit Firmen, Vereinen und anderen Schulen kooperieren und den Austausch suchen 3) Individualität: Jede und jeder sollte sich selbst verwirklichen können, Minderheiten nicht benachteiligt werden. Regelmäßig sollte es Projekte zur Selbstfindung, Lebenspraxis und Berufsorientierung geben.

„Es war ein Tag mit vielen Ideen und Impulsen, die nun in den einzelnen Schulen und vom Stadtschülerrat weiter bearbeitet werden“, sagt Sandra Hecker, denn: „Dieser Tag soll keine Eintagsfliege bleiben, sondern ein Auftakt sein.“ Schließlich wolle man nicht bei der Vision bleiben, sondern sie in die Tat umsetzen.

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